Kolumne Eric Frenzel: „Zwangsurlaub“

Flossenbürg. Während des Sommer Grand Prix berichtet Eric Frenzel für uns vom Trubel neben den Wettkämpfen. Auch mit seiner Verletzung wird er weiter für uns das Sportevent kommentieren. Was er angestellt hat und wie es ihm geht, schreibt Eric in seiner heutigen Kolumne. „Der erste Sieg in der Saison im Teamsprint und zugleich ein Sieg auf der heimischen Fichtelbergschanze! Vor dem eigenen Publikum mit Verwandten, Bekannten und Freunden als Erster durchs Ziel zu gehen, ist etwas ganz Besonderes.

Nach dem Zieldurchlauf beginnt die sogenannte Nach-Event-Hektik: Dopingprobe und Pressekonferenz werden zügig abgespult, dann steht für einen meiner Sponsoren eine Veranstaltung in einem Oberwiesenthaler Hotel mit Interview und Autogrammstunde an.

Fragen zum Wettkampf, Fragen zur Saisonvorbereitung, Fragen zur Karriere, Fragen zur Zukunft. Selbstverständlich bekommt die fünfjährige Lena von mir die Autogrammkarte „für Oma“ mit einem Herzchen gemalt.

Nach dem Wettkampf zum Gespräch mit den Physiotherapeuten

Zurück im Hotel, sind die meisten Athleten der anderen Nationen schon mit dem Bepacken ihrer Fahrzeuge beschäftigt. Ich setze mich mit dem Trainerstab und meinem Physiotherapeuten zusammen, weil ich im Wettkampf Schmerzen an der Knochenhaut am Schienbein hatte.

Dadurch, dass mir im Training und im Wettkampf schon seit einiger Zeit sehr weite Sprünge gelingen, belaste ich den Schienbeinknochen extrem, was offensichtlich zu einer Knochenhautreizung geführt hat, was wiederum Schmerzen am Knochen, insbesondere bei der Landung, nach sich zieht. Aus einer Knochenhautreizung kann sich schnell eine Knochenhautentzündung entwickeln oder aber im schlimmsten Fall ein Ermüdungsbruch.

Die Gedankenkette der Sportmediziner und Trainer: auf weite Sprünge muss man jetzt verzichten. Ohne weite Sprünge kann man den Sommer Grand Prix aber nicht gewinnen. Denn ohne Aussicht auf eine vordere Platzierung macht die Teilnahme am Wettkampf keinen Sinn, dagegen müssen Schonung und Prävention nun im Vordergrund stehen. Die Wettbewerbe in Villach und Oberstdorf habe ich abgesagt. Oberstdorf wird mich nur als Tourist erleben.

Oberstdorf als Tourist mit der Familie

Ja, in der Tat werde ich in Oberstdorf mit meiner Familie nun eine Ferienwohnung beziehen, um die Mannschaft anderweitig zu unterstützen und um mich hinsichtlich der Knochenhautreizung von unserem Mannschaftsphysiotherapeuten weiter behandeln zu lassen. Da wir in der Woche nach dem Sommer Grand Prix ohnehin eine reduzierte Trainingswoche geplant hatten, bekomme ich in der Summe zwei Wochen Zeit, um die Reizung abklingen zu lassen.

Danach werde ich die Trainingsumfänge wieder voll leisten können. Ich hätte gerne den Sommer Grand Prix 2016 bestritten, aber die Gesundheit und Nichtgefährdung der weiteren Saisonvorbereitung hat oberste Priorität.

Gerne werde ich von dieser Stelle aber weiterhin für alle Leser die Wettkämpfe des diesjährigen Sommer Grand Prix kommentieren.

Herzlichst Eric“

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