Luftrettung: Feier zu Ehren von Christoph 80

Weiden/Latsch. Alles was Rang und Namen hat ist gekommen, um dem Geburtstagskind zu gratulieren. Geduldig posierte Christoph 80 für Fotoaufnahmen mit Politikern und Verantwortlichen. Viel Zeit zum Feiern hatte er dann aber nicht – die Pflicht rief.

Geburtstag Christoph 80

Von Yvonne Sengenberger

Während die geladenen Gäste im Inneren gebannt der Talkrunde mit Steffen Lutz, Vorstand der DRF Stiftung Luftrettung gAg, Andreas Meier, Landrat Neustadt/WN und Verbandsvorsitzender des Zweckverbandes für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung Nordoberpfalz (ZRF), Josef Götz, Vorstand der Kliniken Nordoberpfalz AG, Alfred Rast, Geschäftsleiter des ZRF, Matthias Weig, Bereichsleiter der ARGE Arbeitsgemeinschaft der Krankenkassenverbände Bayern, und Moderator und Pressesprecher der ILS Jürgen Meyer lauschten, hoben Christoph 80 und die Crew ab zum nächsten Einsatz.

Geburtstag Christoph 80
Während der Geburtstagsfeier geht der Piepser, Christoph 80 muss los – Leben retten!
Geburtstag Christoph 80 Hubschrauber Symbol
Und weg war er…

Dabei betonten die Redner, wie wichtig Christoph 80 für die Region ist. „Ein „weißer Fleck“, wurde in der nördlichen Oberpfalz beseitigt“, so Rast. 6.000 Einsätze hat der Rettungshubschrauber schon hinter sich. Steffen Lutz nannte den Standort sogar ein Vorzeigeobjekt. Vor allem, weil die Umsetzung so schnell ging. Auch wenn schon 1981 erste Überlegungen gab. 2009 ging der Antrag ein – und 2011 war Christoph 80 dann schon da.

Feierstunden zu seinen Ehren scheinen dem Hubschrauber unangenehm zu sein, denn auch schon damals zur Einweihungsfeier vor fünf Jahren hat er sich lieber sofort in die Arbeit gestürzt. Pfarrer Armin Spießl hatte es damals gerade noch geschafft, den Rettungshelikopter zu weihen, und schon ging der Piepser. Das war auch gleich der erste Einsatz.

Die Kollegen von Christoph 80 aber ließen sich vom Arbeitseifer des Hubschraubers nicht beirren. So boten Pilot Jochen Huber (Stationsleiter), leitender Notarzt Dr. Jürgen Altmeppen und leitender Rettungsassistent Robert Schmid, den Zuhörern interessante Einblicke in den Alltag von Crew und Hubschrauber. Anhand eines Filmes zeigten sie, wie ein Einsatz in der Regel abläuft. (Auch wir waren einen Tag mit der Crew von Christoph 80 unterwegs. Was wir dabei erlebt haben, lesen Sie hier.)

Geburtstag Christoph 80
Mit einem Film zeigen die Stationsleiter, wie ein typischer Einsatz bei der Luftrettung in Weiden aussieht

Patient erzählt von seinen Erlebnissen

Besonders ergreifend war dann aber das Interview mit einem Patienten, der Dank Christoph 80 und der Einsatzkräfte heute wieder auf beiden Beinen stehen kann. Karl Schätzler aus Mallersricht hatte sich bereit erklärt von seinem Schicksal zu erzählen. Er selbst kennt das Team der Luftrettung nur zu gut. Denn er arbeitet dort als Luftraumbeobachter. Wegen des Freizeitflughafens in Latsch, muss in Zeiten, in denen kein Luftraumbeobachter im Tower ist, immer einer in der Station sein.

Geburtstag Christoph 80
Moderator Jürgen Meyer und Patient Karl Schätzler

Karl Schätzler hatte mit den Kollegen noch in der Station gefrühstückt. Um neun war seine Schicht zu Ende. Auf dem elterlichen Hof arbeitete er danach im Heustodl. Dort trat er auf ein morsches Brett und stürzte vier Meter in die Tiefe. „Ich bin dann auf den hintern gekracht. Dann war ich erst einmal ohnmächtig“, erzählt Karl Schätzler. Seine Stimme bebt, er ringt immer wieder mit der Fassung. „Als ich wieder zu mir gekommen bin, hab ich nach meiner Mutter gerufen. Ich habe keine Luft mehr bekommen!“ Die Mutter alarmiert die Integrierte Leitstelle Nordoberpfalz unter der 112. „Als ich den Hubschrauber gehört habe, war es für mich, wie wenn man aus dem Wasser auftaucht und den ersten Schnapper nach Luft macht.“ Er wusste, wer kommen würde. Und er wusste, dass ihm jetzt geholfen werden kann.

Es kann wirklich jeden treffen. Und ich kann mich nicht genug bedanken. Danke, dass es euch gibt!

Übrigens kann auch jeder von uns Leben retten! Haben Sie einen Organspende-Ausweis? Und wie lange ist ihr letzter erste Hilfe Kurs schon her? Ein guter Ersthelfer entscheidet nicht selten über Leben und Tod. Beim Roten Kreuz werden immer wieder Auffrischungskurse angeboten. Und die Feuerwehr Oberwildenau veranstaltet zum Beispiel am 23.04. einen erste Hilfe Kurs, der speziell auf Hilfe für Kinder ausgelegt ist. Es sind noch wenige Plätze frei.

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