Corona-Herbst auf dem Arbeitsmarkt

Nordoberpfalz. Der November ist der Monat mit den geringsten Arbeitslosenzahlen im gesamten Jahr. Trotz Corona-Pandemie war der Arbeitsmarkt geprägt von einer weiterhin stabilen Entwicklung. Die Zahl der arbeitslosen Männer und Frauen sank auf 4.162.

Die Arbeitslosenquote im Bezirk der Weidener Arbeitsagentur liegt bei 3,5 Prozent und sank damit im Vergleich zum Vormonat um 0,1 Prozentpunkte. Im Vergleich zum Vorjahresmonat gab es einen im Vergleich moderaten Anstieg um 0,4 Prozent-Punkte. Auch auf Grund der stabilen Witterungsverhältnisse berichtet die Agentur für Arbeit Weiden über eine ungebrochene Nachfrage nach Fachkräften.

Thomas Würdinger, Vorsitzender der Geschäftsführung der Weidener Arbeitsagentur, informierte über die Entwicklung am Arbeitsmarkt: „Es waren im November 2.343 Männer und 1.819 Frauen im Agenturbezirk arbeitslos, insgesamt 516 Personen mehr als vor einem Jahr. Damit kommen wir in der Nordoberpfalz bislang noch glimpflich durch die Situation, auch wenn es Einzelne natürlich hart traf. Die zukünftige Entwicklung ist abhängig vom weiteren Pandemieverlauf.“

Mehr arbeitslose Jugendliche als 2019

Im November 2020 meldeten sich 934 Personen neu oder erneut arbeitslos, gleichzeitig beendeten 1.075 Männer und Frauen ihre Arbeitslosigkeit. „Die aktuellen Zahlen zeigen allerdings auch, dass sich die Dynamik am Arbeitsmarkt etwas abschwächt, für uns ein Zeichen für die anstehende Winterpause“, ergänzt Würdinger.

Die Zahl der erwerbslosen Jugendlichen unter 25 Jahren sank im Vergleich zum Vormonat um 3,9 Prozent auf 419 Jugendliche, im Vergleich zum Vorjahresmonat ist hier ein Anstieg um 23,2 Prozent zu verzeichnen. Bei arbeitslosen Frauen vermeldete die Agentur einen Rückgang zum Vormonat um 5,4 Prozent.

Intensive Beratungs- und zielgerichtete Vermittlungs- bzw. Weiterbildungsangebote sind auch der Schlüssel für eine erfolgreiche berufliche Integration bei älteren Arbeitnehmern (1.717 Arbeitslose). Das sind 3,5 Prozent weniger als vor einem Monat und 12,7 Prozent mehr als im November letzten Jahres.

Anteil der arbeitslosen schwerbehinderten Menschen

„Am 3. Dezember ist der Internationale Tag der Menschen mit Behinderung. Diesen Tag möchte ich zum Anlass nehmen, um Menschen mit Behinderung als Fachkräfte weiter in den Fokus der Unternehmen zu rücken. Denn dieses Potenzial kann helfen, den hohen Bedarf an Arbeits- und Fachkräften zu verringern. So sind beispielsweise arbeitslose Menschen mit Schwerbehinderung im Mittel sogar etwas höher qualifiziert als arbeitslose Menschen ohne Schwerbehinderung. Außerdem sind sie zumeist loyale und motivierte Mitarbeiter. Die Agentur für Arbeit Weiden unterstützt Arbeitgeber zudem bei der Finanzierung notwendiger Qualifizierungsmaßnahmen“, so Thomas Würdinger.

Der Anteil an schwerbehinderten Menschen an allen Arbeitslosen beträgt im Berichtsmonat 12,8 Prozent. Somit waren im November 531 schwerbehinderte Menschen auf der Suche nach einer passenden Arbeitsstelle.

Blick auf die Rechtskreise

Seit Einführung der Hartz-IV-Reformen werden arbeitslose Menschen mit Anspruch an die Arbeitslosenversicherung von der Agentur für Arbeit und hilfebedürftige Arbeitslose von den Jobcentern betreut. Im November waren 2.329 Personen im Bereich der Arbeitslosenversicherung gemeldet, 439 Menschen mehr als im Vorjahresmonat. Im November waren die Jobcenter Weiden-Neustadt und Tirschenreuth für 1.833 arbeitslose Menschen zuständig. Binnen eines Monats waren 81 Arbeitslose weniger in Betreuung.

Rückgang der gemeldeten Stellenangebote

Der Arbeitgeber-Service der Arbeitsagentur berichtet über einen Rückgang um 14,9 Prozent (- 357 Stellen) bei den gemeldeten Arbeitsstellen im Vergleich zum Vorjahr. Der aktuelle Bestand im November liegt bei 2.046 Stellen.

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