Haltepunkt am Hammerweg: „Hände weg vom Spielplatz!“

Weiden. Am Hammerweg soll, wenn es nach der Bahn geht, ein neuer Haltepunkt entstehen. Schon in der letzten Stadtratssitzung in Weiden wurde viel über den Haltepunkt diskutiert. Jetzt initiierten die CSU Rehbühl, der Ortsverband Hammerweg und die JU Hammerweg eine Ortsbegehung, um auch die Meinung der Bürger einholen zu können.

Zahlreiche Bewohner und interessierte, engagierte Weidener waren zur Ortsbegehung gekommen. Und deren Meinung war auch ziemlich eindeutig: „Wir wollen keinen Haltepunkt!“. Vor allem wollen die Bürger wissen, ob es denn günstiger sei, einen neuen Bahnhof zu bauen, als den „Hauptbahnhof“ endlich barrierefrei zu machen.

Ortsbegehung Haltepunkt Hammerweg CSU JU

Stephan Gollwitzer, CSU Kreisvorsitzender und Stadtrat, erklärte daraufhin, dass die „Barrierefreiheit“ und die „Stationen Offensive“ aus zwei verschiedenen Töpfen gefördert würden. „In Städten mit über 50.000 Bürgern werden die Bahnhöfe zur Zeit barrierefrei renoviert“, so Gollwitzer. Auch Bundestagsabgeordneter Albert Rupprecht erklärte: „Wir versuchen die „Töpfe“ Barrierefreiheit und Haltestellen umzuschichten, das wird allerdings sehr schwierig werden.“ 

Darf die Stadt mitreden?

Viele der Anwohner befürchten, dass durch den neuen Haltepunkt eine große Lärmbelästigung enstehen könnte, durch ein- und aussteigende Passagiere und durch die Autos, mit denen sie zum Haltepunkt fahren. Ohnehin frage man sich, wo die denn parken sollen. Im Winter sei es sowieso schon schwierig für den Winterdienst. „Die Stadt Weiden muss laut dem Schreiben der Bahn nur für überdachte Fahrradstellplätze sorgen. Von Parkplätzen steht in dem Brief nichts!“ Dem stimmte auch Karl Bärnklau zu: „Laut Stadtverwaltung müssen wir nur Fahrradstellplätze zur Verfügung stellen.“

Viele Bürger wollten außerdem wissen, woher die Bahn die Zahlen nimmt. „Von uns ist noch keiner befragt worden!“ Außerdem sei die Busanbindung zum Bahnhof vollkommen ausreichend. Auch der Bahnhof in Altenstadt ist nur rund einen Kilometer entfernt. Paul Grötsch, erster Vorsitzender des Siedlerbundes, findet: „Die Bürger sollten befragt werden!“ Außerdem befürchtet er, dass die Stadt bei dem Vorhaben der Bahn sowieso nicht mitreden kann. Gollwitzer wolle das von der Verwaltung prüfen lassen: „Worüber dürfen/müssen wir abstimmen?“

Was passiert mit dem Spielplatz und dem Naturdenkmal?

Die größte Sorge aber bleibt der Kinderspielplatz und das Naturdenkmal am Hammerweg, das sich scheinbar genau an der geplanten Haltestelle befindet. „Hände weg vom Spielplatz!“, fordern die Hammerweger. Der Spielplatz und der Platz an dem der Bahnsteig entstehen soll, seien für viele ein Naherholungsgebiet, dass unbedingt erhalten bleiben soll. Für die Kinder ist der Spielplatz einer der beliebtesten im ganzen Viertel. Und auch die Birken am Bahnsteig müssen geschützt werden: „Das ist ein Naturdenkmal!“. Stephan Gollwitzer erklärte: „Der Haltepunkt ist hinter dem Spielplatz geplant.“

Fazit der Ortsbegehung: Den Hammerwegern reicht der Bus zum Hauptbahnhof und die Haltestelle in Altenstadt. Sie wollen keinen neuen Haltepunkt. In der letzten Sitzung hatte der Stadtrat für eine weitere Überprüfung gestimmt. Wird die Haltestelle für gut befunden, könnte der neue Bahnhof im Dezember 2021 in Betrieb gehen. Ob es bei so viel Gegenwehr wirklich soweit kommt, bleibt abzuwarten.

Ortsbegehung Haltepunkt Hammerweg CSU JU
Viele Bürger waren zum Ortstermin gekommen.
Ortsbegehung Haltepunkt Hammerweg CSU JU
Die Meinung der Hammerweger ist eindeutig.
Ortsbegehung Haltepunkt Hammerweg CSU JU
Albert Rupprecht und Stephan Gollwitzer und auch Karl Bärnklau versuchten die Fragen der Bürger zu beantworten
Ortsbegehung Haltepunkt Hammerweg CSU JU

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