Starke Regionalbank: „Grünes Licht“ für Zusammenschluss

Weiden/ Tirschenreuth. In Weiden entsteht eine neue, starke genossenschaftliche Regionalbank für die nördliche Oberpfalz: Die Raiffeisenbank im Stiftland eG, Raiffeisenbank Weiden eG und die Volksbank Nordoberpfalz eG starten in eine gemeinsame Zukunft: 2017 soll der Zusammenschluss der drei Banken erfolgen. 

Von Kristine Mann

„Es ist eine historische Stunde für uns“, sagt Direktor Rudolf Winter, Vorstandsmitglied der Volksbank Nordoberpfalz eG: Zum 1. Januar 2017 sollen die drei Kreditgenossenschaften fusionieren. Die Vorstände und Aufsichtsräte der drei Häuser sind überzeugt: Mit dem Zusammenschluss werden die Leistungsstärken der einzelnen Banken gebündelt – gemeinsam soll diese in Zukunft weiter wachsen.

Fusionen zwischen der Raiffeisenbank Weiden und der Raiffeisenbank im Naabthal eG waren in der Vergangenheit bereits im Gespräch. Zum Zusammenschluss kam es allerdings nicht: Bei wesentlichen Fragen zur Neugestaltung des Fusionshauses konnte kein gemeinsamer Nenner erreicht werden, vor allem, was den juristischen Sitz des neuen Hauses anbelangte.

Neuer Fusionsversuch – Die Chemie stimmt

Bei dem geplanten Zusammenschluss der drei Kreditbanken sieht es dieses Mal allerdings anders aus. Auf den Sitz der Regionalbank in Weiden hat man sich bereits geeinigt:

Die Chemie zwischen den amtierenden Vorständen stimmt und deshalb sind wir uns auch sicher, dass es gut funktionieren wird.“

so Hermann Ott, Direktor der Raiffeisenbank Weiden eG. Die beteiligten Häuser stehen auf einem wirtschaftlich gesunden Fundament mit ähnlicher geschäftspolitischer Ausrichtung. Durch die Fusion wird man zunehmender Regulatorik, Niedrigzinspolitik, Digitalisierung und demographischer Entwicklung am besten gerecht. Die Aufsichtsräte der drei Banken haben einstimmig „grünes Licht“ gegeben. Das Unternehmenskonzept für die neue Bank wird bis Ende 2016 erarbeitet. Auch zum Namen der Regionalbank gibt es derzeit noch keine konkreten Vorschläge.

Mit der Fusion würde eine große genossenschaftliche Regionalbank im heimischen Wirtschaftsraum entstehen. Aus heutiger Sicht käme das gemeinsame Institut nach seiner Fusion auf eine Bilanzsumme von gut 2,4 Milliarden Euro. Weitere wichtige Kennziffern: über 50 Bankstellen, über 100.000 Kunden (dafür 46.000 Mitglieder) und rund 740 Mitarbeiter

Was bedeutet die Fusion für den Kunden?

Gleich vorneweg: Für den Kunden ändert sich kaum etwas. Das wichtigste Ziel der neuen Bank bleibt weiterhin der Erhalt der Kundennähe. Auch in Zukunft bleiben die Banken in vorhandenen Gebäuden präsent. Persönlicher Service und Beratung vor Ort sind damit gewährleistet. Bei Doppelstandorten, die nach Winter allerdings nur vereinzelt auftreten, wird eine Zusammenlegung geprüft. Fusionsbedingt werden aber keine Filialen geschlossen.

Mitglieder- und Kundennutzen sind uns wichtig“

sagt Thomas Wirth, Vorstand der Raiffeisenbank im Stiftland eG, „Besondere Chancen sehen wir für unseren Mittelstand und unsere Privatkunden durch Spezialisierungen in den Bereichen Auslandsgeschäft, Zahlungsverkehr, Private Banking, Vermögens- und Vorsorgeplanung sowie im Immobiliengeschäft.“

Zusammenschluss der Banken: Neue Chancen für Mitarbeiter

Durch die Fusion müssen keine Mitarbeiter eine Entlassung fürchten“,

betont Winter. Vielmehr biete das größere Haus weitere berufliche Entwicklungsperspektiven. So profitieren die Mitarbeiter von einem starken Arbeitgeber und junge Menschen von einem qualifizierten Ausbilder. Mit der Fusion zu einer Regionalbank können regulatorische Anforderungen besser bewältigt werden. Durch die Vermeidung von Doppelarbeiten werden schließlich auch Kosten gesenkt:

Das Geld soll lieber dort investiert werden, wo Mitglieder und Kunden profitieren: In qualifizierte Mitarbeiter, Beratungskompetenz, moderne Ausstattung in den Filialen und bei den digitalen Kanälen.“

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