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OTH Amberg-Weiden
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Direktsaat im Wasserschutzgebiet Waldthurn erprobt

Waldthurn/Maienfeld/Irlhof. Wie lässt sich Landwirtschaft im Wasserschutzgebiet so gestalten, dass möglichst wenig Nitrat ins Grundwasser gelangt? Dieser Frage gingen Landwirte, Fachberater und Interessierte bei einer Praxisvorführung zur Aussaat von Winterroggen in sogenannter Direktsaat nach. Auf einer Demofläche gegenüber dem Maienfeld an der Irlhofstraße wurde die Aussaat von Winterroggen nach Silomais ohne vorherige Bodenbearbeitung auf dem Feld von Landwirt und Bürgermeister Georg Bocka praktisch vorgeführt. Foto: Franz Völkl

Direktsaat im Wasserschutzgebiet Waldthurn erprobt

Landwirt Manfred Lehner (Zweiter von links) erklärt die Funktion der Direktsaatmaschine. Mit dabei: Bürgermeister und Landwirt (Eigentümer der Demoanlage) Georg Bocka (Dritter von links) und Pflanzenbaufachberater Martin Schreyer vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Weiden (Vierter von links). Foto: Franz Völkl
Pflanzenbaufachberater Martin Schreyer (rechts) vom AELF Weiden und Gewässerschutz Spezialist Michael Lukas beobachten die Direktsaat. Foto: Franz Völkl
Pflanzenbaufachberater Martin Schreyer (links) vom AELF Weiden und Gewässerschutz Spezialist Michael Lukas untersuchen den Boden in der Demoanlage des Landwirts Gorg Bocka. Die Wasserschutzbeauftragte des Marktes Waldthurn, Christine Griesbach dokumentiert die Untersuchungen. Foto: Franz Völkl
Oktober 2026: Direktsaat im Wasserschutzgebiet Waldthurn erprobt. Foto: Franz Völkl
Die Waldthurner Wasserschutzbeauftragte Christine Griesbach und die beiden Landwirte und Lohnunternehmer Manfred und Andreas Lehner aus Rothenstadt. Foto: Franz Völkl

Wasserschutzbeauftragte des Marktes Waldthurn Christine Griesbach

Die Veranstaltung ist Teil der Kooperationsvereinbarung zur grundwasserschonenden Landbewirtschaftung, die die Landwirte mit Flächen im Wasserschutzgebiet und der Markt Waldthurn geschlossen haben. Ziel ist es, auf freiwilliger Basis die Bewirtschaftung so auszurichten, dass das gewonnene Trinkwasser möglichst frei von Rückständen bleibt und einen niedrigen Nitratgehalt aufweist. Christine Griesbach ist bei der Marktgemeinde Waldthurn für den Wasserschutz zuständig. In dieser Funktion hat sie zu dieser Veranstaltung eingeladen und betreut die Kooperation mit Landwirten im Wasserschutzgebiet zwischen Lennesrieth und Albersrieth (Marktgemeinde Waldthurn).

Direktsaat – Baustein für wirksamen Wasserschutz

Organisiert wurde die Demoanlage von Pflanzenbaufachberater Martin Schreyer vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Weiden . Für ihn ist die Direktsaat ein wichtiger Baustein im Bemühen um einen wirksamen Wasserschutz.

„Der Boden ist geblieben, wie der Mais gehäckselt wurde. Hier wird in das unbearbeitete Feld hineingesät“, erläuterte Schreyer bei der Vorführung. Bei einer herkömmlichen Bodenbearbeitung werde der Boden bewegt und dadurch Wärme und Luft eingetragen. Dies fördere die Freisetzung von Stickstoff. „Wenn ich den Boden nicht bearbeite, wird nicht so viel Stickstoff erzeugt. Das ist der Unterschied zum herkömmlichen Boden, der geackert wurde.“

Moderne Direksaatmaschine

Auf der Versuchsfläche wurde der Winterroggen mit einer Novag-Direktsaatmaschine von Andreas und Manfred Lehner aus Rothenstadt ausgebracht. Dabei wird lediglich ein schmaler Schlitz in den Boden geöffnet, in den das Saatgut abgelegt wird. Eine großflächige Bearbeitung des Bodens findet nicht statt.

Bodenproben im Herbst und Frühjahr

Direkt neben der Direktsaatfläche befindet sich eine Vergleichsfläche, auf der der Winterroggen nach konventioneller Bodenbearbeitung angebaut wird. Damit können die beiden Verfahren unmittelbar miteinander verglichen werden. „Wir haben einen direkten Vergleich – auch beim Ertrag“, erklärte Schreyer. Mit vor Ort, der Gewässerschutz Spezialist Michael Lukas vom AELF Tirschenreuth-Weiden. Ein weiterer Schwerpunkt des Versuches ist die Untersuchung der Nmin-Werte im Boden. Dazu werden im Herbst und im Frühjahr Bodenproben genommen. Gerade im Herbst sei es wichtig, dass möglichst wenig verfügbarer Stickstoff im Boden verbleibe, erklärte Schreyer. „Im Herbst braucht der Boden nicht viel, weil kein Wachstum ist. Der Boden soll hinsichtlich des Wasserschutzes für den Winter frei von Stickstoff sein.

Die Entwicklung der beiden Flächen soll im weiteren Jahresverlauf beobachtet werden. „Im November schauen wir alles an“, kündigte Schreyer an. Auch die weitere Entwicklung bis zum Frühjahr soll zeigen, wie sich die unterschiedlichen Anbauverfahren auf Boden und Pflanzenbestand auswirken.

Grammer Solar
Grammer Solar

Manfred Lehner stellte bei der Vorführung die eingesetzte Technik vor und erläuterte die Erfahrungen mit der Direktsaat. Gemeinsam mit Sohn Andreas hat er sich intensiv mit dem Verfahren beschäftigt und setzt es auch auf eigenen Flächen ein.

Auf dem Versuchsfeld von Landwirt Bocka war zuvor Silomais angebaut worden. Nun soll sich zeigen, wie sich der Winterroggen unter den Bedingungen der Direktsaat entwickelt.

Wenig Bodenstörungen

Durch die möglichst geringe Bodenstörung und die vorhandene organische Substanz könnten auch Lebensräume und Nahrungsangebote für verschiedene Bodenorganismen und Insekten erhalten bleiben.

Die Praxisvorführung soll damit nicht nur eine technische Demonstration sein, sondern vor allem Erfahrungen für die grundwasserschonende Bewirtschaftung liefern.