Eine Kirche ohne Kreuz? Scharfe Kritik an andauerndem Sanierungsprozess
Eine Kirche ohne Kreuz? Scharfe Kritik an andauerndem Sanierungsprozess
Allen Grund hatte Kirchenpfleger Josef Rosner von der katholischen Kirchengemeinde St. Johannes der Täufer, die derzeit anstehenden baulichen Maßnahmen und Projekte gegenüber der Öffentlichkeit ins rechte Licht zu rücken. Dabei hat er die volle Unterstützung durch Pfarrer Max Früchtl sowie den Mitgliedern der verantwortlichen Kirchenverwaltung und des Pfarrgemeinderates.
Kreuzabnahme aus Sicherheitsbedenken
Es grenzte an nahezu beleidigenden Äußerungen und Kritik aus den Reihen der Kirchenmitglieder und auch aus der Bevölkerung, die in den letzten Wochen und Monaten zu hören waren. Dabei ging es vorrangig um die im Oktober 2020 abmontierten vier Kreuze an der Pfarrkirche und dem Kirchturmkreuz, die immer noch nicht erneuert und installiert worden sind.
Der Kirchenpfleger stellt dazu mit aller Deutlichkeit und nachdrücklich fest, dass sämtliche Kreuze letztlich aus Sicherheitsgründen und wegen Vermeidung weiterer größerer Schäden abgenommen werden mussten. Eine Neuinstallation der Kreuze hänge ausschließlich davon ab, dass vorher notwendige und anstehende Sanierungsmaßnahmen durchgeführt werden. So ist die Holzkonstruktion des „Zwiebelturmes” aufgrund eingedrungener Nässe zum Teil vermodert und bedarf einer umfangreichen Sanierung. Die eingedrungene Nässe beschädigte auch das Kupferblechdach des Turmes.
Weitere Mängel ersichtlich
Bei der Abnahme der Kreuze musste zudem festgestellt werden, dass die Fugen im Granit-Sichtmauerwerk teilweise ausgebrochen und die Schallläden des Turmes erhebliche Beschädigungen aufweisen. Das bedeute eine vollständige Sanierung des Kirchturmes, bevor das Turmkreuz wieder installiert werden kann und darf. Kostenschätzungen dieser umfangreichen und vordringlichen Sanierung gehen von mindestens 500.000 Euro aus. Auch der Dachstuhl der Pfarrkirche muss überprüft werden, denn es zeigen sich Risse im Kirchenschiff. Die Dachkonstruktion weist einige Schwachstellen auf, die ebenfalls einer dringenden Sanierung zugeführt werden müssen. Eine vorsichtige Kostenschätzung geht von mindestens 250.000 Euro aus.
Weitreichende Maßnahmen notwendig
Und das alles reicht noch nicht an weiteren anstehenden Baumaßnahmen aus. Kirchenpfleger Josef Rosner spricht sowohl die anstehende Innensanierung der altehrwürdigen St. Nikolauskirche, als auch die in Planung stehende notwendige Erweiterung für eine zusätzliche Kindergruppe des Kindergartens St. Johannes Maria Vianney an. Ebenfalls sei eine Sanierung, sowie ein neues Heizungskonzept für das gesamte Pfarrzentrum (Kirche, Pfarrhof, Kindergarten und Herz-Jesu-Haus) von Nöten, da die Heizungsanlagen bereits über 30 Jahre alt sind. Umso größer sei ein akuter Handlungsbedarf auch aus ökologischer Sicht vorhanden.
Das Projekt steht derzeit in Planung. Auch die Kirchenorgel darf nicht vergessen werden. Sie ist seit Jahren einem massiven Holzwurmangriff ausgesetzt. Damit sie überhaupt spielfähig ist und die Ausbreitung des Holzwurms abgestellt werden kann, besteht auch hier dringender Handlungsbedarf.
Verhandlungen mit zuständigen Ämtern und Behörden
Der Kirchenpfleger zieht ein Fazit und hält dabei eindringlich fest, dass all diese anstehenden Maßnahmen derzeit in intensiven und teilweise langwierigen Verhandlungen und Beratungen mit den zuständigen Stellen im Bischöflichen Ordinariat der Diözese Regensburg thematisiert werden. Dabei darf der Denkmalschutz für die Maßnahmen der Pfarrkirche und St. Nikolauskirche und damit die Einschaltung des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege in München nicht vergessen werden. Letztendlich geht es nicht ohne den Markt Floß und den staatlichen Behörden wenn von der Sanierung des Kindergartens die Rede ist. Zudem muss die Energieberatung für den Kindergarten und des Pfarrzentrums eingeschaltet werden.
Es gibt also eine Menge zu tun. Eine Priorisierung, Koordinierung und nicht zuletzt eine Sicherung der Finanzierung aller Projekte sind unerlässlich, um weiter tätig werden zu können. Das alles erfordere, zum Leidwesen der Verantwortlichen in der Kirchenverwaltung, einen ungeheuer und oft nicht mehr verständlichen Zeitaufwand. Kirchenpfleger und Pfarrer sichern allen Mitgliedern der Kirchengemeinde, wie auch der sehr aufgeschlossenen Flosser Bevölkerung zu, weiterhin alles zu unternehmen, diesen schwierigen Herausforderungen in den nächsten Jahren gerecht zu werden und zu sie zu meistern.
Ohne Spenden geht es nicht
Dafür braucht es aber viel, sehr viel Verständnis durch die Öffentlichkeit und Geduld der Verantwortlichen. Lobend anerkennen Pfarrer Früchtl, Kirchenpfleger Rosner, Kirchenverwaltung und Pfarrgemeinderat, die seit Jahren anhaltende Spendenfreudigkeit der Mitchristen und der Bevölkerung. Ohne diese großzügigen Zuwendungen wäre es nicht möglich, die Eigenleistungen des Aufwandsträgers, der Kirche, aufzubringen. Das gilt vorrangig für die Finanzierung der Innensanierung der St. Nikolauskirche.




