Gedenken an Erzbischof Hans Schwemmer in Pressath: Verteidiger von Freiheit und Wahrhaftigkeit

Gedenken an Erzbischof Hans Schwemmer in Pressath: Verteidiger von Freiheit und Wahrhaftigkeit
Wie in jedem Jahr gedachte seine Heimatpfarrei mit einem Gedenkgottesdienst des in Riggau geborenen Kirchendiplomaten, dessen humanitäres Engagement an seinen Wirkungsstätten in Papua-Neuguinea und auf den Salomonen als beispielgebend galt.
Gedenkgottesdienst in Pressath für Erzbischof Hans Schwemmer
Wie in früheren Jahren übernahm Schwemmers langjähriger Freund, Domkapitular Josef Zerndl aus Schesslitz, gemeinsam mit Stadtpfarrer Edmund Prechtl die Zelebration der Messfeier, für deren musikalische Begleitung die Chorgemeinschaft Sankt Georg und Organist Konrad Göhl sorgten. „Wir dürfen darauf hoffen, dass Hans Schwemmer uns nun in einer neuen Wirklichkeit Gottes segensreich zur Seite stehen darf“, bekräftigte Zerndl. Diesen Segen habe auch „unser Land für eine gemeinsam gestaltete Zukunft nötig“, die nicht auf einer „verdrehten Vergangenheit“ beruhen dürfe.
Geistliche Deutung des Tagesevangeliums
In Anknüpfung an das Tagesevangelium, das „Gleichnis von den bösen Weinbergspächtern“, nannte Zerndl den Wein, der nicht die Bedeutung des täglichen Brotes besitze und doch seinen, auch in der Bibel vielfach dokumentierten, Platz in der göttlichen Ordnung besitze, ein „Sinnbild für das, was dem Leben ein sinnvolles Ziel über den Alltag hinaus gibt“ und dem sich die Menschen mit gleicher Treue und Gewissenhaftigkeit widmen sollen wie den alltagswichtigen Dingen. In der Eucharistie stehe der Wein für das „Blut Jesu und des Bundes“ der Menschen untereinander und mit Gott. In diesem Sinne verweise er auch auf Werte wie „Gerechtigkeit, Wahrhaftigkeit, Freiheit, Glaube, Treue und Liebe“.
Diesen Werten, die sich auch in den programmatischen Anfangsworten der Bundeshymne „Einigkeit und Recht und Freiheit“ widerspiegelten, habe sich Hans Schwemmer verpflichtet gefühlt, dessen bischöflicher Wahlspruch „Zur Freiheit berufen“ gelautet habe. Bereits als Student mit der Matrikelnummer eins der neu gegründeten Universität Regensburg und Mitglied der Studentenvertretung in der von Kontroversen erschütterten „68er“-Zeit habe er sich für maßvolle „Erneuerung“ im Geiste eines „guten Miteinanders“, für einen besonnenen Umgang mit der Freiheit und gegen „Eskalationen“ eingesetzt.
Einsatz für Freiheit und christliche Werte
So habe Schwemmer zu einem Klima beigetragen, das Josef Ratzinger erlaubt habe, nach unruhigen Zeiten des Umstrittenseins in Münster und Tübingen für mehrere Jahre „in einer ruhigen Weise seine Vorlesungen zu halten“, und in diesem Geist, der heute nötiger denn je sei, habe er auch später als Diplomat ausgleichend und versöhnend gewirkt und sich für die Verankerung christlicher Werte in den Verfassungsordnungen eingesetzt: „In der Liebe Christi wurzelt das Programm der Kirche überall, wo sie Einfluss auf die Gestaltung der Zukunft nehmen kann.“ Zum Schluss der Messe sprach Josef Zerndl ein Segensgebet an Hans Schwemmers Grab vor dem Marienaltar.
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