Imker- und Bienenzuchtverein feiert 125-jähriges Jubiläum in Kaltenbrunn

Imker- und Bienenzuchtverein feiert 125-jähriges Jubiläum in Kaltenbrunn
Eine wechselvolle Geschichte mit Höhen und Tiefen hat einer der ältesten Vereine des Marktes aufzuweisen. Am Samstag, 24. Oktober, findet um 18 Uhr im Kurzsaal der Festabend im Beisein von Ehrengästen statt.
Faszination Bienen und Imkerei in Kaltenbrunn
„Für mich sind Bienen faszinierende Wesen und die Imkerei ein wunderbares Hobby, wenn man sich darauf einlassen kann; denn es bedeutet auch eine Menge Arbeit. Gerade im Sommer bin ich fast jedes Wochenende an den Völkern“, betont der seit 2004 amtierende Vorsitzende Rudi Prölß im Gespräch mit Pressevertretern. Ihm helfe es, in und mit der Natur im Einklang zu leben und abzuschalten. Dabei setzt der vitale 75-jährige Imkerchef nicht nur auf klassischen Honig, für den er 2006 als Erster im Landkreis vom Naturpark Nördlicher Oberpfälzer Wald die Genehmigung zur Verwendung „Naturpark-Honig“ erhielt.
Er entwickelt eigene Produkte. Zu seinen Kreationen zählen flüssiges Propolis und Salbe sowie Wachskerzen, wobei ihm auch seine Frau Marianne zur Seite steht.
Rudi Prölß und seine Bienenvölker
Mit 33 Jahren kam Prölß erstmals mit den Bienen in Berührung. Für den Vater von vier Söhnen sind „meine Mädels rund 650.000 Arbeitsbienen, die sich auf 15 Völker verteilen und die ganze Arbeit im Bienenvolk erledigen.“
Wichtige Daten aus der Chronik des IBZV
Die Gründung ist durch eine originale Mitgliedskarte aus dem Jahr 1901 belegt. Damals nannte er sich Bezirks-Bienenzucht-Verein und zählte bereits 14 Mitglieder mit 86 Völkern. Erster Vorsitzender war Georg Lobenhofer. Schon damals erhielt der Verein bei der Bayerischen Landesausstellung in Augsburg eine große silberne Medaille.
Während des Zweiten Weltkriegs kam die Tätigkeit zum Erliegen, ehe 1945 der Verein erlosch und die verbliebenen Imker sich dem Freihunger Verein anschlossen. Leider gingen zahlreiche Dokumente aus dieser Zeit verloren. Bei einem Brand 1993 im ehemaligen Pinzer-Haus wurden etliche Urkunden und Schriftenmaterial vernichtet. Hans Krapf ergriff 1950 die Initiative und im Gasthaus Helmreich wurde der Verein wiederbelebt. Hans Lobenhofer übernahm den Vorsitz, Michael Speth wurde Schriftführer, Hans Krapf Kassier.
Die Heide spielte in der Nachkriegszeit eine wichtige Rolle. Die Heideflächen rund um den Truppenübungsplatz boten eine sichere Tracht. Weil die Landwirtschaft die Streu aus dem Wald nicht mehr benötigte, gibt es dieses Blühangebot wegen Überalterung nicht mehr. Rückläufige Mitgliederzahlen führten 1972/73 erneut zum Erliegen der Vereinstätigkeit. Vorsitzender Emil Lobenhofer, Stellvertreter Anton Wolfinger, Schriftführer und Kassier Rudi Prölß verhalfen dem Imkerverein ab 1985 zu neuer Blüte.
Die größte Investition mit 74.000 Mark war 1996 die Errichtung des Lehrbienenhauses, für das die Geistlichen Heribert Englhard und Dominic Naujoks den Segen Gottes erbaten. Am Eingang steht: Bienenfleiß und Gottvertrauen ließen dieses Haus erbauen. Auf der Rückseite ist zu lesen: Segne Herr das Volk der Bienen, siehe, wie sie treu dir dienen.
Großer Beitrag zum Natur- und Landschaftsschutz
Für die Neupflanzung von rund 3.000 Sträuchern und Obstbäumen 1987 und das Engagement für die Landschafts- und Biotoppflege erhielt Kaltenbrunn den Umweltpreis des Landkreises. 2007 wurden am Bienenpfad zwei große Insektenhotels und acht Lehrtafeln erstellt. Mit Unterstützung der Gemeinde und Jagdgenossenschaft übernahm der IBZV 2010 die Organisation und Bauleitung für die Schotterbefestigung des rund 600 Meter langen Seewegs zum Lehrbienenhaus. 2011 gab es die 110-Jahre-Feier mit einer von Bruder Clemens im Kloster Schweiklberg gefertigten großen Vereinskerze. Mit großer Beteiligung nahm man 2012 am Bayerischen Imkertag mit Festzug in Weiden teil.
Ab 2018 folgten zehn Lindenbäume und drei Obstbäume als „grüne Insel“ am Galgenbühl. Ferner beteiligten sich die Mitglieder 2023 mit 56 Bäumen am Förderprogramm des Bayerischen Staatsministeriums für Streuobstpflanzen. Aktuell zählt der IBZV 41 Voll- und 14 Fördermitglieder. Mit Rudi Prölß sind aktiv: zweiter Vorsitzender Bernhard Wurzer, Schriftführer Laiu Laurentiu, Kassier Wolfgang Wagner, Beisitzer sind Silke Wurzer, Manfred Liedl, Manfred Bergler.
Das Programm zum 125-jährigen Jubiläum
Samstag, 24. Oktober, steht von 14 bis 17 Uhr das mobile Naturpark-Mobil „Rolling NOW“ auf dem Marktplatz zur Information jedermann offen. Mit an Bord jede Menge Entdeckerfreude: unter anderem ein Tierstimmenspiel, Fühlkästen, zwei Monitore sowie flexible Möglichkeiten. Auch technisch ist alles auf Mobilität und Komfort ausgelegt: Luftfahrwerk, Infrarot- und Standheizung, Musikanlage sowie starke Akkus für einen autarken Betrieb. Als Rancher sind Diplom-Biologe Philipp Glaab und Michaela Griener, Natur- und Landschaftspflegerin, an Bord. Während dieser Zeit wird in der Wirtsstube nebenan Kaffee und Kuchen angeboten.
Nach der Begrüßung und Chronik um 18 Uhr im Kurzsaal steht das Referat der staatlichen Fachberaterin für Bienenzucht, Renate Feuchtmeyer, zum Thema „Süßer Genuss – was Bienen und Menschen am Honig schätzen“ im Mittelpunkt. Es folgen Verleihung von Ehrennadeln, Grußworte der Ehrengäste und Überreichung der Gastgeschenke. Zur Brotzeit gibt es Wiener und Käsebrote. Die Bevölkerung ist herzlich eingeladen.
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