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Sanierung von Heiligenfiguren und Entwässerungsgroßprojekt in Speinshart

Speinshart. In Haselbrunn plant die Gemeinde einen Regenwasserkanal und eine neue Trinkwasserleitung für besseren Starkregenschutz und sichere Versorgung. Zugleich werden am Pilgerweg zum Barbaraberg barocke Heiligenfiguren restauriert.

Speinshart. In Haselbrunn plant die Gemeinde einen Regenwasserkanal und eine neue Trinkwasserleitung für besseren Starkregenschutz und sichere Versorgung. Zugleich werden am Pilgerweg zum Barbaraberg barocke Heiligenfiguren restauriert.
Die Haselbrunner Dorfstraße wird bald zur Großbaustelle. Die Gemeinde Speinshart plant die Neuverlegung eines Regenwasserkanals und einer neuen Trinkwasserleitung. Foto: Robert Dotzauer

Sanierung von Heiligenfiguren und Entwässerungsgroßprojekt in Speinshart

Kanal- und Wasserleitungsbau in Haselbrunn und eine neue Optik für die Heiligen des Themenwegs zum Barbaraberg.

Gemeinde Speinshart setzt auf Starkregenvorsorge und Trinkwassersicherheit

Die Starkregenvorsorge und die Trinkwassersicherheit veranlassen die Gemeinde Speinshart zum Handeln. Im Fokus der Tagesordnung stehen auch Zeitzeugen vom Leben und Denken vergangener Jahrhunderte.

Längst gibt es einen Planungsauftrag für einen neuen Regenwasserkanal im Ortsteil Haselbrunn. Für die Kommune ein Großprojekt, verbunden mit der Hoffnung auf staatliche Fördergelder. In der jüngsten Sitzung des Gemeinderates erläuterte Planer Michael Wagner vom Grafenwöhrer Architekturbüro Schultes eine Planung, die, so Wagner, zu 90 Prozent fertiggestellt sei. Im Rahmen einer Gesamtbetrachtung stellte Wagner dem Gremium ein Entwässerungskonzept vor, das die Regenwasserbeseitigung des Ortsteils nicht nur grundstücksbezogen löst. Der Tiefbauexperte präsentierte ein gesamtheitliches Entwässerungskonzept. Darin enthalten ist der Bau eines Regenwasserkanals in der Straßentrasse der Ortsdurchfahrt und darüber hinaus die Ableitung des Oberflächenwassers in Richtung Norden.

Sechs Staubecken zur Abflusssteuerung

Als wesentliche Gesichtspunkte nannte Wagner, die Ortsentwässerung ökologisch, ökonomisch und wasserwirtschaftlich zukunftsfähig auf den Weg zu bringen. Dazu zählt der Planer die Abkoppelung vom Schmutzwassernetz, ordnungsgemäße Hausanschlüsse, eine Ertüchtigung des Netzes nach hydraulischen Maßstäben und damit verbunden eine gedrosselte Abflusssteuerung. Für den Planer sind es herausfordernde Aufgaben, die, so Wagner, durch den Leitungswirrwarr in der Dorfstraße noch verstärkt werden.

Michael Wagner plant einen Rohrquerschnitt von bis zu 700 Millimetern, um so eine 30-jährige Überflutungssicherheit abzubilden. Der Planer informierte zudem über die Notwendigkeit von „technischen Bauwerken in der Natur“. Insgesamt sechs Staubecken mit einem Rückhaltevolumen von zirka 400 Kubikmetern sollen zur Vermeidung von Überflutungen den raschen Abfluss des Regenwassers verhindern helfen.

Neue Trinkwasserleitung

Zum Maßnahmenpaket gehört auch die Planung für eine neue Trinkwasserleitung, die im Auftrag des Wasserzweckverbandes der Seitenthaler Gruppe ebenfalls im Straßenkörper der Ortsstraße verlegt werden soll. Für Gemeinderat Josef Rupprecht ist es wegen der vielen Leitungen ein komplexes Projekt. Der Haselbrunner Landwirt erinnerte in diesem Zusammenhang auch an die ungeklärten Fragen zu den Kosten der Wiederherstellung der Dorfstraße nach Abschluss der Leitungsarbeiten.

WITRON – Osterferien
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Mit Blick auf die Trassenführung der Trinkwasserleitung und deren Anbindung an das Versorgungsnetz des Zweckverbandes gab es zudem Anmerkungen von Roland Hörl. Der zweite Bürgermeister legte Wert auf eine stärkere Versorgungssicherheit der Ortschaft Höfen. Alle Planungen stehen noch unter dem Vorbehalt der wasserrechtlichen Betrachtung, betonte Michael Wagner. Die Stellungnahmen des Wasserwirtschaftsamtes seien deshalb abzuwarten. Nach Abschluss des Findungsprozesses versprach Bürgermeister Albert Nickl für die Haselbrunner Detailinformationen in einer Ortsteilversammlung.

„Wahr-Zeichen der Geschichte“ werden restauriert

Der Brückenheilige Nepomuk weist den Weg. Dargestellt als Domkanoniker mit Kruzifix und einem Heiligenschein mit fünf Sternen ist der hl. Johannes Nepomuk Ausgangspunkt für den Pilgerweg zum Barbaraberg. Es ist ein Wallfahrtsweg mit langer Tradition. Entlang der Strecke bis hinauf zum „heiligen Berg“ der Speinsharter begleiten die Pilger Heiligenfiguren aus Sandstein als barocke „Wahr-Zeichen“ der Geschichte. Neben dem hl. Nepomuk am Eingang zum Klosterhof laden die Muttergottes-Statue der Maria Immaculata vor dem Schulgarten, Judas Thaddäus und die „drei heiligen bayerischen Madeln“ Katharina, Margareta und Magdalena dazu ein, an den markanten Stationen innezuhalten.

Den Wallfahrtsweg zum Barbaraberg begleiten wertvolle Kulturschätze aus der Barockzeit. Ausgangspunkt des Pilgerweges ist die Statue des hl. Johannes Nepomuk vor der Einfahrt zum Klosterhof. Foto: Robert Dotzauer

Beteiligte nutzen Restmittel aus der Dorferneuerung

Eingebettet in die Schönheit der Speinsharter Kulturlandschaft kam es in einem ersten Sanierungsabschnitt zu „Wiederbelebungsmaßnahmen“ der Pilgerstrecke. Bürgermeister Albert Nickl verwies in der Gemeinderatssitzung auf die Errichtung von Infopoints, von Gebetsbuchtafeln und auf Raststationen. Ein Projekt des Dorferneuerungsprogramms mit einem Kostenvolumen von rund 25.000 Euro. Aus dem Fördertopf wurden nun Restmittel frei, um die längst geplanten Restaurierungen der sechs Heiligenstationen zu verwirklichen.

Für Bürgermeister Albert Nickl ist es eine letzte Chance, Gelder aus dem auslaufenden Dorferneuerungs- und Flurneuordnungsprogramm zu akquirieren. Gesagt, getan: gab der Gemeinderat grünes Licht für die Restaurierung der überlebensgroßen Statuen. Projektpartner sind die Teilnehmergemeinschaft Speinshart und das Amt für Ländliche Entwicklung Oberpfalz (ALE). Die voraussichtlichen Kosten schätzen die Beteiligten auf zirka 16.350 Euro. Die Kostenbeteiligung aus dem staatlichen Fördertopf der ALE beträgt 80 Prozent. Formal regelt eine Vereinbarung aller Beteiligten die Aufteilung der Restaurierungskosten. Für die Kommune billigte das Ratsgremium die Übernahme der Restkosten einstimmig.

Kritik an schleppender Renaturierung der Creußen

Im Anfragenteil kritisierte der zweite Bürgermeister Roland Hörl die schleppenden Planungsfortschritte zur Renaturierung der Creußen im Bereich Tremmersdorf. „Jetzt wird schon seit sieben Jahren geplant – wie lange noch?“ Derzeit klagen die Tremmersdorfer auch über eine unangenehme Geruchsentwicklung, die Hörl auf Verlandungsrückstände zurückführt. Unzufrieden zeigte sich auch der Bürgermeister mit dem Bearbeitungstempo des Wasserwirtschaftsamtes.