Solar-Carports machen Naturbad in Schnaittenbach zum Vorzeigeprojekt

Solar-Carports machen Naturbad in Schnaittenbach zum Vorzeigeprojekt
Der gemeinsame Prüfantrag der beiden Stadtratsfraktionen von CSU und CWU für das Freizeitzentrum an der Badstraße ist offiziell eingebracht. Damit das Projekt realisiert werden kann, muss der Antrag nun zeitnah im Stadtrat beschlossen und im Anschluss von der Verwaltung schlüssig gegengeprüft werden. Bei einem hochkarätigen Ortstermin am Hockermühlbad in Amberg haben sich die Kommunalpolitiker vorab wichtige Praxiserfahrungen gesichert.
Zusammen mit dem Landtagsabgeordneten Dr. Harald Schwartz und der Bundestagsabgeordneten Susanne Hierl wurden vor Ort mit den Stadtwerken Amberg die technischen Details moderner Solar-Carports analysiert. Die beiden Fraktionen setzen in enger Kooperation damit ein klares Signal für verantwortungsvolle Politik: Erst wird die harte Vorarbeit im Hintergrund erledigt und das Konzept mit Experten abgesichert, bevor der Antrag zur Entlastung der städtischen Verwaltung ins Rathaus eingebracht wird.
Das absolute Highlight: Einzigartiges Kreislaufsystem im Freistaat
Warum das geplante Vorhaben im Detail ein echtes bayerisches Vorzeigeobjekt ist, liegt an der Kombination aus natürlicher Wasserreinigung und einem durchdachten Energiekreislauf. Das Naturerlebnisbad Schnaittenbach wurde im Rahmen seiner letzten großen Sanierung im Jahr 2011 vollständig auf eine rein biologische Wasseraufbereitung umgestellt. Seit 15 Jahren wird das Hauptbecken absolut chlorfrei über einen Pflanzen-Regenerationsteich und Kiesfilter geregelt – lediglich das Babybecken wird aus Sicherheitsgründen noch minimal gechlort. Zudem sorgt ein natürlicher Solarbach bereits für die Erwärmung des Wassers.
Dieses ökologische System erfordert im Sommer jedoch den permanenten Volllast-Betrieb der Filter- und Umwälzpumpen, was bisher zu hohen Stromkosten führte. Zwar gibt es in Bayern und Deutschland bereits vereinzelte Bäder, die auf Photovoltaik oder Wärmepumpen setzen, doch das Schnaittenbacher Modell sucht in seiner konsequenten Verknüpfung seinesgleichen: Ein zu 100 Prozent chlorfreies Naturbad, das seinen massiven Sommer-Pumpstrom direkt über den Autos der Badegäste erzeugt, die Überschüsse in einem Batteriespeicher puffert und damit abends die Wärmepumpe für die Duschen des direkt angeschlossenen Campingplatzes betreibt, gehört zur absoluten Spitzengruppe der Pioniere im Freistaat. Dieses sektorübergreifende System läuft in den Kernmonaten praktisch vollkommen ohne Außeneinwirkung von externen Lieferanten.
Direkte Entlastung für die Bürger und die Stadtfinanzen
Der entscheidende Vorteil des Projekts liegt in der langfristigen Entlastung der Stadtkasse. Durch die Einsparungen bei den Betriebskosten können die finanziellen Mittel der Stadt Schnaittenbach zukünftig deutlich effektiver eingesetzt werden. Dies leistet einen direkten Beitrag zur Senkung oder Stabilisierung der kommunalen Pro-Kopf-Verschuldung. Die freiwerdenden Gelder verbleiben im städtischen Haushalt und können gezielt für andere wichtige Projekte vor Ort eingesetzt werden. Zudem profitieren die Besucher ganz direkt: Das chlorfreie Naturerlebnisbad kann über Jahre hinweg aufgewertet und modernisiert werden. Vor allem aber ermöglicht die eigene, krisenfeste Energieversorgung, die Eintritts- und Stellplatzpreise für Badegäste und Camper auch in Zukunft absolut sinnvoll und fair zu gestalten – vollkommen ohne den permanenten Druck steigender Energiekosten auf dem freien Markt.
„Wenn ich mir die Haushaltsstelle unseres Naturbades anschaue, ist klar: Personal ist der größte Posten – und das ist wichtig und richtig so. Aber bei Strom und Gas sehe ich echtes Potenzial. Ich wohne hier in Schnaittenbach und gehe fast täglich an der MST vorbei – einer Reederei mitten in der Oberpfalz –, die zeigen mit ihrer Solar-Carport-Anlage eindrucksvoll, wie es geht. Als ich dann das Hockermühlbad in Amberg besuchte und die Berichte in der Presse verfolgte, war für mich klar: Das machen wir für unser Naturbad auch. Die bayerische Förderkulisse für Ladeinfrastruktur schraubt die Amortisationszeit erheblich herunter. Und ein Solar-Carport löst gleich noch ein zweites Problem: Unser Parkplatz wird wegen der Hitze gemieden – die Leute parken lieber am Straßenrand. Das ist gefährlich. Schatten und Strom – beides auf einmal. Die Sonne scheint für alle – wir müssen sie nur nutzen.“
– Thomas Hottner, Fraktionsvorsitzender CSU Schnaittenbach
Was Schnaittenbach von Amberg lernen kann – Zukunftsperspektive Kita St. Vitus
Was man von der Nachbarstadt Amberg lernen kann, ist das konsequente Denken in geschlossenen Energiekreisläufen sowie der Verzicht auf bürokratischen Aufwand im Rathaus. Während Amberg wertvolle technische Schützenhilfe bei der Ladeinfrastruktur geliefert hat, gehen die beiden Fraktionen bei der Sektorenkopplung noch einen Schritt weiter und verbinden Strom, Wärme und Mobilität im saisonalen Gleichschritt. Die solaren Überschüsse vom Nachmittag werden in einem netzdienlichen Batteriespeicher gepuffert. Sobald die Touristen am Abend zum Campingplatz zurückkehren, betreibt dieser Speicher eine neue, hocheffiziente Luft-Wasser-Wärmepumpe. Diese ersetzt die alte fossile Erdgasheizung der Camper-Duschen vollständig.
Als optionale Zukunftsperspektive könnte zudem im weiteren Verlauf geprüft werden, ob zu einem späteren Zeitpunkt auch das nahegelegene städtische Gebäude der Kindertagesstätte St. Vitus an dieses lokale Netzwerk angebunden werden kann, um eventuell eine weitere Liegenschaft mit günstigem Eigenstrom zu versorgen.
Starke Vernetzung auf Landes- und Bundesebene sichert finanzielle Vorteile
Durch den direkten Draht auf Landes- und Bundesebene steht das Projekt bereits vor der Stadtratsberatung auf einem sicheren Fundament. Der Landtagsabgeordnete Dr. Harald Schwartz hat das Konzept vorab im bayerischen Wirtschaftsministerium prüfen lassen, welches die volle Förderfähigkeit der 10 integrierten E-Ladepunkte im Landesprogramm bestätigt hat. Zudem stellt der Freistaat der Bauverwaltung über die Regierung der Oberpfalz das vollkommen kostenfreie Programm Energiecoaching Plus sowie die Energieagentur Nordoberpfalz für die Gratis-Fachplanung zur Seite.
Für den kaufmännisch sicher gewählten 300.000 Euro Pufferrahmen prüft die Kämmerei den zinsgünstigen Infrakredit Energie der LfA Förderbank Bayern. Sicher ist bereits: Ab dem ersten Tag bringt die Anlage deutlich mehr finanziellen Ertrag ein, als die Zinsen kosten. Ein personeller Mehraufwand im Rathaus wird ausgeschlossen, da die verbrauchsgenaue Abrechnung für Wallboxen und Camper vollautomatisch über ein bürokratiefreies Drittbetreiber-Pachtmodell an einen externen Dienstleister vergeben wird. Auf Bundesebene prüft die Bundestagsabgeordnete Susanne Hierl parallel weitere passende Zuschüsse unter anderem für den Heizungstausch.
Doppelnutzung statt Naturverbrauch
Auch bei der Flächeneffizienz setzen die beiden Fraktionen Maßstäbe. Anstatt grüner Wiesen im Außenbereich zuzupflastern, wird die bereits versiegelte Schotterfläche des Parkplatzes nördlich der Jahnstraße mittels Solar-Monopultdächern energetisch doppelt genutzt und spendet den Fahrzeugen wertvollen Schatten. Der Untergrund soll mit wasserdurchlässigem Öko-Pflaster befestigt werden, wobei der Freistaat über die Nebenkostenförderung 60 Prozent der Material- und Verlegekosten übernimmt. Die Fraktionen von CSU und CWU wollen den Antrag nun zeitnah im Stadtrat gemeinsam beschließen, damit die Verwaltung in die offizielle Gegenprüfung einsteigen kann und die Badstraße zukunftssicher für die kommenden Jahrzehnte aufgestellt werden kann.
Wenn Du OberpfalzECHO als bevorzugte Quelle hinterlegst, tauchen unsere Inhalte dort häufiger für Dich auf.
Füge jetzt OberpfalzECHO Deinen Quellen hinzu!




