Streuobst für alle!

Streuobst für alle!
Streuobstwiesen sind ein wertvoller Bestandteil der bayerischen Kulturlandschaft und ein Hotspot der Artenvielfalt. Bürgerinnen und Bürger können vom Förderprogramm „Streuobst für alle!“ profitieren. Doch wie geht das? Seit 2021 ist der Streuobstanbau in Deutschland immaterielles Kulturerbe der UNESCO. Im selben Jahr startete der Bayerische Streuobstpakt, eine Initiative der Staatsregierung und von acht Verbänden, um Streuobstbestände zu schützen und eine Million neue Bäume zu pflanzen.
Das Programm „Streuobst für alle!“ ermöglicht seit 2022 jedem, sich für den Erhalt und den Ausbau dieser grünen Schätze einzusetzen. Unterstützung kommt vom Amt für Ländliche Entwicklung (ALE) Oberpfalz.
Was ist das Programm „Streuobst für alle!“?
Kurt Hillinger, Behördenleiter des ALE Oberpfalz: „Mit dem Programm ‚Streuobst für alle!‘ fördert das Bayerische Landwirtschaftsministerium über die Ämter für Ländliche Entwicklung den Kauf von Streuobstbäumen für Kommunen, Vereine und Verbände mit bis zu 45 Euro der Bruttokosten je Baum. Die Bäume können dann unentgeltlich an Bürgerinnen und Bürger weitergegeben werden.“
Wie lange dauert die Antragstellung?
Das Förderprogramm wird digital abgewickelt, das heißt, der Förderantrag kann ausschließlich online gestellt werden. Dafür sind die Bearbeitungszeiten kürzer. Der Förderantrag wird in der Regel innerhalb von einer Woche bewilligt, maximal sind es zwei bis drei Wochen. Beim Förderantrag (erster Schritt) sind lediglich der Antragsteller und die Anzahl der Bäume anzugeben. Der Antragsteller erhält dann den Zuwendungsbescheid mit weiteren Informationen – unter anderem, was bei der Beschaffung der Bäume und bei der Pflanzung zu beachten ist. Außerdem enthält er Ausschlusskriterien und Verpflichtungen für die Förderung. Nach Abschluss der Pflanzung müssen einige Unterlagen wie Rechnung und Liste der Baumstandorte digital eingereicht werden. Nach Prüfung der Unterlagen, die in der Regel bis zu zwei Wochen dauert, wird – wenn alles in Ordnung ist – die Fördersumme freigegeben.
Was bringt das Programm den Bürgerinnen und Bürgern?
Sie erhalten eigene Bäume und eigenes Obst vor Ort und tragen gleichzeitig zum Erhalt dieser wertvollen Biotope bei, fördern Insekten, seltene Vögel oder Fledermäuse. Sie haben die Möglichkeit, eigene Streuobstwiesen neu anzulegen oder bestehende Obstwiesen nachzupflanzen, die so auf Dauer erhalten bleiben.
Wie viele Obstbäume wurden dank des Programms bis jetzt schon in der Oberpfalz beantragt und gepflanzt?
Beantragt wurden bis dato insgesamt rund 22.950 Bäume, davon wurden bereits 16.539 gepflanzt und ausgezahlt (Stand: September 2026). Dies entspricht einer Fördersumme von 686.928 Euro. Von den insgesamt 350 Anträgen in der Oberpfalz kommen die meisten aus dem Landkreis Schwandorf (89), gefolgt vom Landkreis Tirschenreuth (73) und dem Landkreis Neustadt/WN (68).
Welche Streuobstbäume sind in der Oberpfalz besonders beliebt?
Sachbearbeiter Hermann Zierer vom ALE Oberpfalz: „Am beliebtesten ist der Apfel, danach folgen Birne und Zwetschge. Diese drei Obstarten machen circa 75 Prozent der geförderten Bäume aus. Grund ist vermutlich, dass diese Arten robust sind und dieses Obst gut zu verwerten ist.“
Welche Sorten und Obstarten sind empfehlenswert?
Zierer: „Sortenempfehlungen für die ganze Oberpfalz zu treffen, ist schwierig, da es eine große klimatische Bandbreite gibt. Deshalb empfehlen wir immer, bei der jeweiligen Kreisgartenfachberatung am Landratsamt nachzufragen. Dort sind Listen mit Sortenempfehlungen für den jeweiligen Landkreis vorhanden. Meine persönliche Empfehlung als Obstart ist die Walnuss. Diese Baumart kommt sehr gut mit heißen, trockenen Sommern zurecht und wird deshalb in Zukunft bei uns eine wesentlich größere Rolle beim Streuobst spielen.“
Was gibt es bei der Pflanzung eines Streuobstbaumes zu beachten?
Ganz wichtig zu wissen ist, dass bei dem Förderprogramm „Streuobst für alle!“ ausschließlich stark wachsende, hochstämmige Obstbaumarten gefördert werden. Diese haben einen wesentlich größeren Platzbedarf als zum Beispiel Busch- und Spindelbäume, die auf Plantagen oder für den kleinen Hausgarten verwendet werden. Für Streuobstbäume ist ein Pflanzabstand von mindestens zehn Metern einzuhalten und pro Baum 100 m² einzuplanen. Außerdem benötigt ein Streuobstbaum dauerhafte Pflege durch Schnittmaßnahmen.
Kontakt und weitere Informationen
Interessierte können sich an das Amt für Ländliche Entwicklung Oberpfalz wenden. Dort erhalten sie alle notwendigen Informationen zum Programm „Streuobst für alle!“, zu Fördermöglichkeiten und zur praktischen Umsetzung.
Alle Informationen und Kontaktadressen gibt es auf der Website des Amtes für Ländliche Entwicklung Oberpfalz. Zuständig am ALE Oberpfalz ist Hermann Zierer, erreichbar unter Telefon 09631/7920-332.
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