Waldschutz trifft Nutzung: Ein Waldbesitzer zeigt, wie es geht
Waldschutz trifft Nutzung: Ein Waldbesitzer zeigt, wie es geht
Ein ehemaliges Abbaugebiet für Ton in Eichtal bei Neunburg vorm Wald wandelt sich unter der Hand von Waldbesitzer Wolfgang Steininger und mit Beratung durch Revierförster Jörg Maderer in einen naturnahen Wald. Der ursprüngliche Plan, den Wald “sauber” zu halten, wich einer nachhaltigeren Vision, die sowohl die Holznutzung als auch den Artenschutz umfasst.
Umwandlung mit fernblickender Beratung
Steininger wollte seinen Wald ursprünglich aufräumen und von Totholz befreien. Doch Beratungen durch Maderer, angestellt beim Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Regensburg-Schwandorf, führten zu einem Umdenken. Maderer sah den hohen naturschutzfachlichen Wert des Totholzes und der Biotopbäume mit ihren Astlöchern und Spechthöhlen. “Biotopbäume und Totholz gehören zu den naturschutzfachlich wertvollsten Waldstrukturen”, erklärt Maderer. Diese dienen zahlreichen Arten wie Fledermäusen, Vögeln und speziellen Käferarten als Lebensraum.
Förderung der Artenvielfalt und Nachhaltigkeit
Steininger, durch sein Engagement für den Artenschutz, hat sich dazu verpflichtet, rund 35 Biotopbäume und spezielle Totholzstrukturen für mindestens 12 Jahre im Wald zu belassen. Dies wird durch das Vertragsnaturschutzprogramm Wald (VNP Wald) der bayerischen Umweltverwaltung unterstützt, welches für jeden markierten Biotopbaum einmalig bis zu 220 Euro bietet. Um eine nachhaltige Nutzung und Schutz zu gewährleisten, sind diese Bäume sowohl markiert als auch GPS-erfasst.
Natürliche Rückkehr und aktuelle Nutzung
Die Natur hat das frühere Abbaugelände in den letzten 50 Jahren zurückerobert, und die Anzeichen der industriellen Vergangenheit, wie die Klinkersteinsäulen und ehemalige Tonabbaugruben, sind nur noch schwer erkennbar. Steininger nutzt den Wald um sein Haus nun auf eine Weise, die sowohl der Umwelt als auch seinem Brennholzbedarf zugutekommt. “Uns geht es um das Prinzip: Schützen UND Nutzen auf derselben Waldfläche,” fasst Maderer zusammen.
Anträge für das Förderprogramm VNP Wald können bis Mai 2025 gestellt werden, was Waldbesitzern die Möglichkeit bietet, ebenfalls einen Beitrag zum Artenschutz und zur nachhaltigen Waldwirtschaft zu leisten.





