Weidensandbiene feiert Premiere beim Grünen Kino in Tirschenreuth

Weidensandbiene feiert Premiere beim Grünen Kino in Tirschenreuth
Gastbeitrag von: Antje Grüner
Zum vierten Mal hieß es „Film ab“ im Cineplanet Tirschenreuth. Beide Öko-Modellregionen des Landkreises Tirschenreuth, Stiftland und Steinwald, zeigten drei außergewöhnliche Filme im März 2026. Mit einer Uraufführung „Die Weidensandbiene“ von Thomas Stock begann die Reihe am 11. März 2026; darauf folgten „Und es geht doch – Agrarwende jetzt“ am 18. März 2026 sowie „Code of Survival“ am 25. März 2026.
Veranstaltungsreihe im Cineplanet Tirschenreuth
Seit vier Jahren wird das Cineplanet in Tirschenreuth zur Schaubühne der Öko-Modellregionen Stiftland und Steinwald. Jeweils an drei aufeinanderfolgenden Mittwochabenden wurde jeweils ein Film mit einer besonderen Botschaft gezeigt.
Den Auftakt machte der Film „Weidensandbiene Wilma – ein Leben hart am Limit“ am 11. März 2026. Ein außergewöhnlicher, schöner Naturfilm von Thomas Stock, der in der heutigen Zeit vollkommen entschleunigend auf die Zuschauer wirkte. Über fünf Jahre beobachtete er die Weidensandbienen an einem bestimmten Ort in der Oberpfalz und schnitt aus dem brillanten Bildmaterial einen Film zusammen, der das kurze Leben der Bienenart in hochauflösender Qualität präsentiert. An die 90 Zuschauer waren an diesem Abend erschienen und stellten im Anschluss an den Film an Thomas Stock, Cornelia Straubinger, Cornelia Greiner und Mathilde Müllner ihre Fragen. Moderiert wurde der Abend von Eva Gibhardt.
Fazit des ersten Abends
„Jeder soll und kann in seinen Möglichkeiten Lebensräume für die kleinen, wertvollen Lebewesen schaffen“, so das Fazit des Abends.
Weiter ging es eine Woche später mit dem Film „Und es geht doch – Agrarwende jetzt!“. Ein Film von Bertram Verhaag aus dem Jahr 2022. Die Dokumentation zeigt ein ökologisches Gegenmodell zur industriellen und rein gewinnorientierten Landwirtschaft. Diese Veränderung in der Landwirtschaft hat das Potenzial, die Lebensbedingungen der Bauern in sozialer, wirtschaftlicher und kultureller Hinsicht deutlich zu verbessern. Ein Beispiel dafür liefert die Bäuerliche Erzeugergemeinschaft Schwäbisch Hall: Dort prägen klare Gewässer, weitläufige Wiesen mit weidenden Kühen sowie Schweine, die Auslauf haben, Sonne erleben und im Boden wühlen können, das Bild einer nachhaltigeren Landwirtschaft. Als Experten zum Gespräch standen an diesem Abend bereit: Gerhard Gradl, Stefan Koschta, Günther Erhardt.
Gentechnik und nachhaltige Alternativen
Ein weiterer Film von Verhaag schaffte es in die diesjährige Auswahl der Projektmanager: „Code of Survival – die Geschichte vom Ende der Gentechnik“. Der Film stammt aus dem Jahr 2017 und zeigt, wenn auch deutlich überspitzt, die Unterschiede der Agrarwirtschaft auf der ganzen Welt. Millionen Tonnen Glyphosat werden jährlich eingesetzt, um Unkräuter in Schach und die Hauptkultur „sauber“ zu halten. Am Ende ist jedoch das Ergebnis: Böden ohne Leben, resistente Beikräuter, verseuchtes Getreide. Die Agrar-Großkonzerne stimmen das Saatgut mit den jeweiligen synthetischen Spritz- und Düngemitteln ab und bestimmen so über Ertrag und Verlust.
In diesem Film wird schonungslos gezeigt, wie die Farmen in Amerika ihr gentechnisch verändertes Saatgut ausbringen und mit welchen Problemen sie kämpfen. Auf der anderen Seite der Erde werden durch Enthusiasmus und Ausdauer Teeplantagen nach Demeter-Richtlinien umgestellt. Das Ergebnis: fruchtbare Böden für den besten Darjeeling-Tee und eine starke Gemeinschaft. Auch die Sekem-Farm in Ägypten besuchte Verhaag und verdeutlichte mit Aufnahmen, welche Möglichkeiten eine biologisch-dynamische Agrarwirtschaft bieten kann.
Resonanz und Ausblick
Leider konnten die Besuchszahlen am 18. und am 25. März 2026 nicht denen des ersten Abends standhalten. Nur rund 60 Zuschauer kamen auch zu diesen Filmen. Jedoch bestand der Wunsch, auch im nächsten Jahr das Format fortzusetzen, denn die Anwesenden verbinden ein solches Kinoerlebnis durchaus mit Bildung und Erweiterung des eigenen Horizonts. Vielleicht schaffen es dann auch mehr Landwirte, ins Kino zu kommen. Denn auch das ist eine Art Plattform, auf der man seine wertvolle Arbeit zeigen und mit Verbrauchern ins Gespräch kommen kann.
Ein großes Dankeschön an das Team vom Cineplanet Tirschenreuth um Frau Neidhardt, die uns jedes Jahr willkommen heißt, an den Naturfilmer Thomas Stock, an unsere Experten, die sich den Fragen, Wünschen und Anregungen der Zuschauer gestellt haben, und an Bertram Verhaag, der solche tollen Dokumentationen über den Öko-Landbau produziert.




