Zukunftssicherer Waldumbau: Wie bodenschonende Bearbeitung Kiefernwälder stabil macht

Zukunftssicherer Waldumbau: Wie bodenschonende Bearbeitung Kiefernwälder stabil macht
Im Landkreis Neustadt/WN prägen Kiefernforste mit knapp 50 Prozent den Wald. Doch der Klimawandel setzt den Beständen massiv zu: Hitze und Schädlinge führen zunehmend zum Absterben. Um die Wälder zukunftssicher umzubauen, ist die Anreicherung mit neuen Baumarten dringend nötig. Wie eine praxisnahe und bodenschonende Kulturvorbereitung gelingt, zeigten Fachleute am vergangenen Freitag, 9. Oktober 2026, bei einem Informationstag im Stadtwald Eschenbach.
Hindernisse überwinden: Vom Pferdegespann mit Scheibenpflug bis zum Traktor mit Forstfräse
Eine große Hürde beim Waldumbau sind dichte Heidelbeersträucher und mächtige Rohhumusschichten, die das Keimen junger Bäume blockieren. Eine mechanische Bodenbearbeitung schafft hier Abhilfe: Sie legt den Mineralboden frei, lockert und durchmischt die Humusschicht, reduziert die Konkurrenzvegetation und verbessert die Nährstoffaufnahme der Pflanzen.
Um über die Einsatzmöglichkeiten zu informieren, luden Michael Bossenmeier vom Forsttechnikteam der Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF) und Martin Gottsche (Forstrevier Eschenbach, AELF Tirschenreuth-Weiden) zur Exkursion ein. Rund 80 Waldbesitzer und Forstfachleute erlebten verschiedene Verfahren im Live-Einsatz – vom traditionellen Pferdegespann über wendige Raupenmulcher, kleine Traktoren mit Forstfräse bis hin zum PS-starken Schlepper mit Forstmulcher. Die rege Teilnahme unterstrich die hohe Aktualität des Themenfeldes.
Forstliche Praxis: Bodenschonung, Witterung und Licht
Aus forstfachlicher Sicht gilt heute das Prinzip: So viel Eingriff wie nötig, so viel Bodenschonung wie möglich. Statt flächendeckender Umbrüche wird nur streifen- oder fleckenweise gearbeitet, um das sensible Bodengefüge zu erhalten, und es wird mit möglichst leichten Fahrzeugen gearbeitet.
Drei Faktoren sind wichtig für den Erfolg:
- Geeignetes Verfahren mit dem richtigen Gerät: Die Bodenbearbeitung sollte preisgünstig und schonend sein und den Boden im perfekten Zustand für Naturverjüngung, Saat oder Pflanzung hinterlassen.
- Trockene Witterung: Die Bearbeitung darf nur bei trockenen und mäßig feuchten Bodenverhältnissen erfolgen, um schädliche Verdichtungen im Unterboden zu vermeiden.
- Gezielte Auflichtung: Durch das Auflichten des Kronendachs im Altbestand gelangt ausreichend Licht und Wärme auf den Waldboden. Nur so können die Jungbäume unter dem schützenden Schirm der Altbäume gedeihen.
Laut Organisator Michael Bossenmeier war die Veranstaltung ein wichtiger Informationsbaustein, um die Wälder der Region klimafest, vielfältig und widerstandsfähig für die Zukunft aufzustellen. Der örtliche Förster berät Waldbesitzer gerne und kostenlos und hilft, Fördergelder zu nutzen. Den richtigen Ansprechpartner findet man unter www.foersterfinder.de.
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