Bockboanig: Der Leseherbst oder Klagelied eines Bücherwurms
Bockboanig: Der Leseherbst oder Klagelied eines Bücherwurms
Um das vorab klarzustellen: Nicht jeder Buchleser ist superklug und jeder Nichtleser ein Depp, das wäre schon wieder das typische aktuelle Schwarz-Weiss-Denken. Genau hier hilft die Literatur, um aus dem Muster auszubrechen: neue Welten, spannende Möglichkeiten der Sprache und hochoriginelle Ideen – gottseidank immer wieder von jungen Autorinnen und Autoren, da geht doch was!
Letzte Woche wurde die Longlist für den Deutschen Buchpreis 2026 veröffentlicht und als passioniertes Gscheiderl bekam der Autor selbstverständlich zuerst mal wieder Schnappatmung. Er ist eben doch nur ein alter weißer Mann, und dazu noch ein typischer Deutscher. In diesem Fall gestehe ich, ja, so war es, zuerst einmal wieder mein typisches Wehklagen: Zu viele Bändchen, zu korrekt & woke, wo ist da mal der cracy Ausreisser mi…mi…mi…
(Persönlicher Zwischenstand: Von 20 Büchern der Longlist bereits sieben bestellt, drei davon schon gelesen und mindestens noch drei in der Warteschleife, weil die erst in den nächsten Tagen veröffentlicht werden. So schlecht war die Auswahl der Jury scheinbar nicht)
Selbstverständlich kann man nicht objektiv den „besten Roman des Jahres“ küren und natürlich darf man kritisieren, analysieren und werten, das macht schließlich den Reiz aus. Der zweite Blick enthüllt, dass es auch hier einige Schätzchen zu heben gibt und schon erwacht die Freude an neuen, jungen Autorinnen und Autoren, weniger bekannten Verlagen und interessanten Inhalten. Mittendrin unsere schöne Sprache.
Die Liste ist bunt und das ist doch gut so. Der Bücherwurm ringelt sich da locker durch und verhungert dabei garantiert nicht. Der Herbst kann kommen.
Longlist Deutscher Buchpreis
Nicht bierernst mit spitzen Fingerlein – einfach mal durchblättern und sich inspirieren lassen, es lohnt sich.
Optimismus lohnt sich
Willkommen im literarischen Zauberland und auch wenn es nicht mehr am Puls der Zeit ist – ich bin absolut optimistisch und stürze mich mit Freude auf die Longlist 2026. Wenn man garnichts findet, stehen immer noch die wunderbaren Klassiker zur Verfügung. Die sind nicht umsonst unsterblich.
Entsprechend positiv fällt das Fazit aus: Es gibt mehr als genug Gutes zu lesen. Das sprichwörtliche Gute Buch“ entführt aus dem Alltag, berrührt und unterhält. Ein sauberes Stück lebensqualität, das wir alle genießen können. Könnten.





