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Johannes Rosenberg und Seunghun Shin gestalten die Matinee zum Abschluss der Weidener Max-Reger-Tage im vollbesetzten Alten Rathaus

Weiden. Mit einer Kammermusik-Matinee im Großen Sitzungssaal des Alten Rathauses sind am Sonntag die dreitägigen Weidener Max-Reger-Tage zu Ende gegangen. Der Saal war bis auf den letzten Platz besetzt, als der Geiger Johannes Rosenberg und der Pianist Seunghun Shin Werke von Leoš Janáček, Wolfgang Amadeus Mozart und Max Reger präsentierten. Moderiert wurde das Abschlusskonzert von der Max-Reger-Expertin Susanne Popp, die die Werke und ihre Entstehungsgeschichte kenntnisreich einordnete.

Johannes Rosenberg und Seunghun Shin gestalten die Matinee zum Abschluss der Weidener Max-Reger-Tage im vollbesetzten Alten Rathaus

Abschlusskonzert der Max-Reger-Tage. Foto: Helmut Kunz

Den Auftakt bildete Leoš Janáčeks Sonate für Violine und Klavier, entstanden 1914/15 und später bis 1922 mehrfach überarbeitet. Mit den vier Sätzen „Con moto“, „Ballada“, „Con moto“ und „Allegro“ sowie „Adagio“ führte das Programm unmittelbar in die bewegte Zeit des Ersten Weltkriegs.

Der Patriot

Susanne Popp erläuterte eingangs den emotionalen Hintergrund des Werkes. Janáček, der sich als slawischer Patriot stark mit Russland verbunden fühlte, hoffte zu Beginn des Krieges auf ein baldiges Ende der habsburgischen Herrschaft. Diese politische und persönliche Stimmung habe auch Eingang in die Sonate gefunden. Insbesondere der erste Satz sei von der Erwartung eines russischen Vormarsches nach Mähren geprägt. Russisch inspirierte Themen treffen dabei auf eine bewegte, tänzerische Violinpartie. In der „Ballada“ tritt demgegenüber eine deutlich rustikalere Klangsprache hervor. Die Sonate wurde 1919 in Prag uraufgeführt.

Kammermusikalische Raffinesse

Auf Janáčeks expressive Klangwelt folgte Wolfgang Amadeus Mozarts große B-Dur-Sonate für Violine und Klavier. Das 1784 in Wien entstandene Werk mit den Sätzen Largo – Allegro, Andante und Allegretto stammt aus einer Zeit, in der Mozart als freischaffender Künstler von Konzertauftritt zu Konzertauftritt eilte. Popp erinnerte daran, dass das Werk für eine erst 20-jährige Geigerin aus Mantua bestimmt war. Trotz seiner starken beruflichen Beanspruchung schuf Mozart eine Musik, die Leichtigkeit und kammermusikalische Raffinesse miteinander verbindet.

Vertraglich verpflichtet

Zum Abschluss stand der Namensgeber des Festivals selbst auf dem Programm: Max Regers „Sechs Vortragsstücke“, Suite a-Moll, op. 103, für Violine und Klavier aus dem Jahr 1908. Die vergleichsweise leicht zugänglichen Stücke entstanden vor dem Hintergrund eines Spannungsverhältnisses zwischen Komponist und Verleger. Reger war vertraglich dazu verpflichtet, neben seinen anspruchsvollen und oftmals komplexen Werken auch eingängigere Stücke zu schreiben.

Als Suite geeignet

Dass ihm diese Verpflichtung nicht unbedingt behagte, machte Popp mit einem Reger-Zitat deutlich: „Komponisten sind keine Ware.“ Während der Sommerferien 1908 in Berchtesgaden entstanden die Vortragsstücke neben einem großen Orchesterwerk. Reger teilte seinem Verleger mit, dass die einzelnen Stücke zwar unabhängig voneinander aufgeführt werden könnten, sich aber ebenso als Suite eigneten. Bei entsprechendem Vortrag seien sie durchaus konzertfähig.

Johannes Rosenberg und Seunghun Shin

Für die musikalische Umsetzung sorgten Johannes Rosenberg und Seunghun Shin. Rosenberg, in Bamberg geboren, studierte Violine zunächst im Bachelorstudiengang in Berlin und anschließend im Master in Leipzig. Neben seiner Tätigkeit als Musiker ist er auch als Autor tätig. Der aus Südkorea stammende Pianist Seunghun Shin setzt künstlerische Schwerpunkte in Liedgestaltung, Kammermusik und zeitgenössischer Musik und studierte unter anderem an der Universität der Künste Berlin.

Grammer Solar
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Musikalischer Schlusspunkt

Mit dem abwechslungsreichen Matineeprogramm schlossen die Weidener Max-Reger-Tage einen Bogen von der von politischen und persönlichen Umbrüchen geprägten Musik Janáčeks über Mozarts klassisch-kammermusikalische Eleganz bis hin zu Regers eigenen Vortragsstücken. Ein vollbesetzter Großer Sitzungssaal bildete dabei den passenden Rahmen für den musikalischen Schlusspunkt des dreitägigen Festivals.