Auf Geschichten-Suche in Bad Neualbenreuth
Auf Geschichten-Suche in Bad Neualbenreuth
Hier trafen und treffen sich die früheren Bewohner der einstmals deutsch besiedelten Orte Maiersgrün (heute Vysoká) und Grafengrün (heute Háj), die heute in Tschechien liegen. Federführend war es der Heimatverband Marienbader Stadt und Land e.V., der die Dauerausstellung eingerichtet und betreut hat. Die Objekte erinnern an das Leben in den Dörfern bis zum Zweiten Weltkrieg.
Ausstellungsstücke
- historische Fotos
- Trachten
- Instrumente
- Handarbeit
- und vieles mehr
Für die Vertriebenen ist das Museum ein wichtiger Anker zu ihrer eigenen Lebens- und Familiengeschichte. Über sieben Jahrzehnte nach diesem einschneidenden Erlebnis gibt es immer weniger Zeitzeugen, die davon berichten können. Auch hat die junge Generation oft wenig Interesse am Mitwirken in den Vertriebenen-Verbänden. Gerade deshalb ist es den Beteiligten ein großes Anliegen, das Museum gut für die Zukunft aufzustellen.
Derzeit arbeiten die Kulturwissenschaftlerin Annette Kraus und die Kunsthistorikerin Dr. Kerstin Pöllath daran, diesen Wunsch umzusetzen. Dazu ist es zunächst notwendig den Umfang der Sammlung zu sichten, und zu überlegen, welche Erzählungen daraus abgeleitet werden können. Um die Objekte genau in Augenschein zu nehmen, ihre Geschichten zu erforschen und auch den Zustand bewerten zu können, werden die Objekte nun aus den Vitrinen genommen und untersucht. Vieles dreht sich um das Leben im Dorf und zeugt vom musikalischen Talent, der Religiosität und dem handwerklichen Geschick seiner Bewohner.
Eine bewegte Geschichte
Einige Objekte zeigen erst auf den zweiten Blick, welche tiefgehende Geschichte sich dahinter verbirgt. Zum Beispiel ein schlichtes weißes Waschbecken mit einem Abtropfgitter. Es stammte aus der ehemaligen Schutzhütte vom Tillenberghaus unterhalb des Tillenberges. Die Sektion „Eger und Egerland“ des deutsch-österreichischen Alpenvereins errichtete diese im Jahr 1926. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde sie von tschechischen Grenztruppen abgerissen. Nur durch Zufall fand das Waschbecken 1998 seinen Weg nach Bad Neualbenreuth, als heftige Regenfälle die Restgrundmauern frei spülten. Eine Wandergruppe fand das Stück und brachte es nach Waldsassen.
Annette Kraus und Dr. Kerstin Pöllath sind sich sicher, dass noch viele weitere solcher Geschichten im Laufe der Forschung auftauchen. Welche das genau sind, soll aber natürlich noch nicht verraten werden. Schließlich wird es noch ein wenig dauern, bis die Recherche und Planung für die Überarbeitung des Museums abgeschlossen sind.
Eines kann man an dieser Stelle aber bereits verraten: Der Tillenberg (tschechisch: Dyleň) wird sicherlich einen wichtigen Platz in der neuen Dauerausstellung einnehmen. Sowohl auf deutscher, als auch auf tschechischer Seite ist der Berg eine prägende Landmarke, um die sich viele Sagen und Legenden ranken. Zur Zeit des „Eisernen Vorhangs“ wurde auf dem Gipfel eine Abhöranlage errichtet – der mächtige Turm zeugt bis heute von der langen europäischen Teilung.
Einen Wermutstropfen hat die Überarbeitung der Dauerausstellung: Die Grenzlandheimatstuben sind nun vorerst für den Besucherverkehr geschlossen. Dafür zeigen sie sich in Zukunft im neuen Gewand und sollen dann sichtbar machen, wie die Grenze über Jahrhunderte das Zusammenleben in und um Bad Neualbenreuth geprägt hat.







