Bischof Beatus kehrt nach Eslarn zurück
Bischof Beatus kehrt nach Eslarn zurück
Die Freude über das Wiedersehen war auf beiden Seiten groß: Bischof Dr. Beatus Urassa aus Sumbawanga in Tansania ist am Samstag, 26. September, nach Eslarn zurückgekehrt. Zahlreiche Gläubige, Freunde und Weggefährten bereiteten dem früheren Eslarner Pfarrvikar einen herzlichen Empfang. Für den Bischof ist Eslarn längst zu einer zweiten Heimat geworden, wie er immer wieder betont. Der Besuch begann um 18 Uhr mit einem festlichen Gottesdienst in der Pfarrkirche „Mariä Himmelfahrt“. Gemeinsam mit Bischof Beatus zelebrierten Pfarrer Udo Klösel, Pfarrvikar Dr. Basil Bazir Ngwega und Ruhestandspfarrer Erwin Bauer den Gottesdienst. Zahlreiche Gläubige waren gekommen, um den Bischof wiederzusehen und mit ihm gemeinsam den Gottesdienst zu feiern.
Wiedersehen in Eslarn: Glaube verbindet Kontinente
Pfarrer Udo Klösel hieß den Bischof aus Tansania herzlich in der Pfarreiengemeinschaft Eslarn-Moosbach willkommen. Die große Gemeinschaft im Glauben verbinde laut Klösel die Menschen über Länder und Kontinente hinweg. Auch Bürgermeister Thomas Kleber war beim Gottesdienst und beim anschließenden Empfang im Pfarrheim „St. Marien“ dabei. Im Namen der Marktgemeinde begrüßte er den Bischof und dankte ihm für seinen Besuch. Zugleich bat er ihn, die Eslarner nicht zu vergessen und weiterhin in seine Gebete einzuschließen.
„Eslarn ist immer in meinem Herzen“
Bischof Beatus zeigte sich sichtlich bewegt von der großen Zahl der Besucher. „Für mich ist es eine Ehre, so viele Leute hier in der Kirche zu sehen“, sagte er. Eslarn könne er nicht vergessen und Eslarn sei immer in seinem Herzen. „Hier begann mein Weg als Bischof.“ Beatus erinnerte an die Unterstützung, die er während seiner Zeit in Eslarn erfahren hatte. Von Dezember 2016 bis April 2018 war er als Pfarrvikar in der Pfarrei tätig. „Ich wurde hier in Eslarn als Bischof geboren“, sagte er unter großem Applaus.
Dabei betonte der Bischof die besondere Verbindung zwischen Eslarn und seiner heutigen Heimat in Tansania: „Sumbawanga ist auch eure Heimat, wie Eslarn meine Heimat ist.“ Seine Botschaft stellte Beatus unter das Vertrauen auf Gott: „Gott schenkt uns seine Wunder – vertraut auf sein Wort.“ Für den herzlichen Empfang dankte er den Gläubigen und seinen Konzelebranten. Zum Abschluss des Gottesdienstes spendete Bischof Beatus den Segen auf Deutsch und Suaheli. Das Schlusslied „Wer glaubt, ist nie allein“ passte dabei besonders gut zu den Aussagen des Bischofs und zur Verbundenheit der Menschen über die Kontinente hinweg.
Von Eslarn nach Sumbawanga
Beim anschließenden Empfang im Pfarrheim „St. Marien“ berichtete Bischof Beatus in gutem Deutsch über seine Arbeit in Tansania und die zahlreichen Projekte, die mit Unterstützung aus Deutschland, Italien und auch aus Eslarn verwirklicht werden konnten. Pfarrvikar Dr. Basil, ebenfalls aus Tansania, stand ihm bei Bedarf als Übersetzer zur Seite.
Beatus wurde im Norden Tansanias am Kilimandscharo geboren. Seit 2018 steht er an der Spitze der Diözese Sumbawanga. Dort, so schilderte er eindrucksvoll, habe er bei seinem Amtsantritt zahlreiche schwierige Situationen vorgefunden. Besonders bewegend waren seine Erinnerungen an eine Schule und die Lebensbedingungen der Kinder. Kinder hätten ohne ausreichende Betten und Matratzen schlafen müssen, teilweise fehlten auch Moskitonetze. Mit Spenden sei es gemeinsam mit vielen Helfern gelungen, die Schule zu sanieren, Räume auszubauen und die Schlafmöglichkeiten deutlich zu verbessern. „Die Kinder sind jetzt so fröhlich“, berichtete Beatus.
Auch das Priesterseminar habe durch eure Unterstützung weiterentwickelt werden können. Die Zahl der Seminaristen habe von rund 160 auf etwa 300 zugenommen. Weitere Unterstützung floss in eine Schule, die zuvor wegen des starken innerörtlichen Verkehrs und des damit verbundenen Lärms unter schwierigen Unterrichtsbedingungen litt. An einem ruhigeren Standort entstand ein neues Schulprojekt. Inzwischen besuchen rund 700 Schüler das Internat. Eine Photovoltaikanlage sorgt dafür, dass die Schule mit Strom versorgt werden kann.
Hilfe, die konkret ankommt
Auch aus dem Gesundheitsbereich konnte Beatus von Verbesserungen berichten. Ein Krankenhaus wurde saniert und eine Säuglingsstation ausgebaut. Früher mussten sich teilweise zwei Frauen ein Bett teilen. Heute stehe jeder Patientin ein eigenes Bett zur Verfügung.
Beatus erzählte auch von den schwierigen Bedingungen im Umgang mit Verstorbenen, für die zunächst keine geeigneten Räumlichkeiten vorhanden gewesen seien. Schritt für Schritt konnten die Einrichtungen verbessert werden.
Immer wieder betonte der Bischof, dass viele dieser Projekte ohne die Unterstützung zahlreicher Menschen aus Deutschland und Italien nicht möglich gewesen wären.
Sein Dank galt deshalb insbesondere den Eslarnern, die ihn über viele Jahre begleitet und mit Spenden unterstützt haben. „Die Anwesenheit in Eslarn und das Zusammentreffen mit den Pfarrangehörigen ist für mich ein Geschenk Gottes“, sagte Beatus.
Einladung nach Tansania
Der Bischof lud Interessierte zugleich ein, sich selbst ein Bild von den Projekten in Tansania zu machen. Jeder könne vor Ort sehen, was mit der Unterstützung erreicht worden sei.
Bereits 2019 hatte eine Reisegruppe um den damaligen Eslarner Pfarrer Erwin Bauer Sumbawanga besucht und dabei Land, Menschen und Projekte kennengelernt. Nun warb Bauer für eine weitere Reise im August oder September 2027. Eine kleine Gruppe könne gebildet werden und dabei auch die neu geschaffenen Gästezimmer im Bistum getestet werden. „Für Schlafräume, Essen und Fahrtgelegenheit ist gesorgt“, erklärte Beatus und lud die Eslarner herzlich in seine Heimat ein.
Auch Bischof Rudolf Voderholzer aus dem Bistum Regensburg habe Sumbawanga bereits besucht, worüber Beatus sehr erfreut war. „Vergelt’s Gott für den freundlichen Empfang“, sagte Beatus. Seine Botschaft: „Gott schenkt uns seine Wunder – vertraut auf sein Wort.“ Aus dem einstigen Pfarrvikar ist ein Bischof geworden – seine Verbundenheit mit Eslarn und den Menschen ist geblieben.
Herzliche Grüße gingen nicht zuletzt an Christa Fischer aus Maxhütte, die sich um die Deutschlandaufenthalte von Bischof Beatus kümmert. Wegen eines Autounfalls konnte sie diesmal nicht teilnehmen, ließ aber Grüße übermitteln. Für eine besondere Überraschung sorgten schließlich Bischof Dr. Beatus und Pfarrvikar Dr. Basil selbst: Mit einem tansanischen Lied brachten sie noch einmal ein Stück ihrer Heimat nach Eslarn. Die Gäste dankten mit kräftigem Applaus.
Zum Abschluss erteilte Bischof Beatus allen Besuchern in der Pfarrkirche und im Pfarrheim den bischöflichen Segen. „Vergelt’s Gott für den freundlichen Empfang“, sagte Beatus. Die Begegnung machte deutlich, wie eng die Verbindung zwischen Eslarn und Sumbawanga inzwischen geworden ist. Aus der Zeit des jungen Pfarrvikars in Eslarn ist eine langjährige Freundschaft entstanden. Und aus dem einstigen Pfarrvikar wurde ein Bischof, der seine Zeit in Eslarn nicht vergessen hat.
Wer Bischof Dr. Beatus Urassa mit einer Spende unterstützen möchte, kann dies über die Missionsprokura „St. Ottilien“ tun: Sparkasse Landsberg-Diessen IBAN: DE89 7005 2060 0000 0146 54, BIC: BYLADEM1LLD, Verwendungszweck: „Spende für Bischof Beatus“.
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