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Frauenbund Schirmitz feiert Weltgebetstag mit Blick nach Nigeria

Schirmitz. Der Katholische Frauenbund feierte den Weltgebetstag der Frauen mit Blick nach Nigeria. Geschichten, Lieder und Gebete zeigten Not und Hoffnung im Alltag vieler Frauen. Das Motto lautete: Kommt, bringt eure Last.

Schirmitz. Der Katholische Frauenbund feierte den Weltgebetstag der Frauen mit Blick nach Nigeria. Geschichten, Lieder und Gebete zeigten Not und Hoffnung im Alltag vieler Frauen. Das Motto lautete: Kommt, bringt eure Last.
Bei einem Erinnerungsfoto sollte der Glaube die Frauen in Nigeria mit allen Frauen in der Welt verbinden, insbesondere auch mit den Frauen im Frauenbund Schirmitz.. Foto: Reinhard Kreuzer

Frauenbund Schirmitz feiert Weltgebetstag mit Blick nach Nigeria

Der Katholische Frauenbund Schirmitz beging den Weltgebetstag der Frauen gemeinsam mit Christinnen auf der ganzen Welt. Geschichten, Lieder und Gebete aus Nigeria prägten den Gottesdienst, der unter dem Motto „Kommt! Bringt eure Last“ stand.

Weltgebetstag in Schirmitz: Gebete und Lieder aus Nigeria

Die Worte aus dem elften Kapitel des Matthäusevangeliums stellten die zentrale Botschaft des Abends dar: Menschen sollen mit ihren Sorgen und Fragen nicht allein bleiben, sondern einen Ort finden, an dem sie ihre Last ablegen können.

Vorsitzende Sabine Bäumler eröffnete den Gottesdienst mit einem Einblick in das Leben der Frauen in Nigeria. „Der Weltgebetstag führt uns vor Augen, wie schwer der Alltag vieler Frauen ist – und wie viel Kraft sie aus ihrem Glauben schöpfen“, betonte sie. Gemeinsam mit Gerda Köhler gestaltete sie anschließend die Feier.

Frauen berichteten von ihrem Alltag

Waltraud Schwab, Brigitte Schwab und Maria Filchner stellten mehrere Lebensgeschichten aus Nigeria vor. Sie erzählten von Beatrice, die mit 28 Jahren bereits Witwe wurde und damit nicht nur ihren Mann, sondern auch ihren gesellschaftlichen Status verlor.

Eine weitere Geschichte handelte von Jato, einer christlichen Mutter. Ihre Tochter Amina ist 14 Jahre alt und besucht die Schule. Jeden Tag begleitet die Mutter große Angst. Immer wieder betet sie, dass ihre Tochter sicher nach Hause zurückkehrt und nicht von der islamistischen Terrorgruppe Boko Haram entführt wird.

Auch Blessing kam zu Wort. Sie erlebt täglich, wie Armut und Verzweiflung im Land wachsen, während politische Lösungen ausbleiben. Selbst ein Sack Reis – eigentlich ein Grundnahrungsmittel – ist für viele Familien inzwischen zum Luxus geworden.

OTH Amberg-Weiden
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Hoffnung trotz schwieriger Lebensbedingungen

Die Berichte machten deutlich, wie widersprüchlich die Situation in Nigeria ist. Das Land verfügt über große Vorkommen an Öl, Gas, Gold und weiteren Rohstoffen und gilt wirtschaftlich als aufstrebend. Gleichzeitig leiden viele Menschen unter Armut, Gewalt, Korruption und Kriminalität.

Frühverheiratungen und frühe Schwangerschaften prägen das Leben vieler Mädchen. In ländlichen Regionen legen Frauen und Mädchen oft kilometerlange Wege zurück, um Wasser und Holz zu holen – meist auf dem Kopf getragen. Für Schulbildung bleibt dadurch kaum Zeit.

Auch Umweltprobleme belasten die Bevölkerung. Die Erdölförderung zerstörte große Teile des Nigerdeltas, das früher eine wichtige Grundlage für die Fischerei bildete.

Dennoch besitzt Nigeria auch eine lebendige Kulturszene. Moderne Musikrichtungen wie Afrobeats und eine erfolgreiche Filmindustrie sorgen international für Aufmerksamkeit.

Glaube als verbindende Kraft

Zwischen den einzelnen Berichten sangen die Teilnehmerinnen Lieder aus Nigeria, beteten gemeinsam oder hielten inne. Der geistliche Beirat Pfarrer Thomas Stohldreier griff diesen Gedanken in seinen Worten auf. „Der Glaube verbindet Frauen in Nigeria mit Christinnen auf der ganzen Welt“, sagte er.

Begegnung beim gemeinsamen Essen

Nach dem Gottesdienst setzte sich die Begegnung im Pfarrheim fort. Brigitte Balk bereitete ein landestypisches Chicken-Curry mit Gemüsereis zu, dazu gab es Nachspeisen mit exotischen Früchten.

Bei dem gemeinsamen Essen tauschten sich die Teilnehmerinnen noch lange über das harte Leben vieler Frauen in Nigeria aus – und über die Hoffnung, die sie trotz aller Belastungen aus ihrem Glauben schöpfen.