Nach Löwenangriff: Hilfe für jungen Massai
Nach Löwenangriff: Hilfe für jungen Massai
Waldsassen. Eine berührende Geschichte erlebte die Waldsassener Ärztin Dr. Schraml während ihres 31. Einsatzes für die „Feuerkinder“. Es ist die Geschichte des jungen Massai Joel.
Von Werner Männer
Joel studierte, unterstützt durch ein staatliches Darlehen, Betriebswirtschaft. In den Ferien hütete er die Rinder seines Vaters. Dabei wurde er im Jahr 2016 von einem Löwen angegriffen und schwerst verletzt. Wie durch ein Wunder überlebte er.
Joel kämpft mit den Folgen des Angriffs
Seine Angehörigen brachten ihn zuerst in sein Dorf und dann ins 200 Kilometer entfernte Nkoaranga–Krankenhaus, wo er mehr als ein Jahr in stationärer Behandlung war. Dort begegnete ihm die Waldsassener Ärztin Dr. Annemarie Schraml erstmals im Dezember 2017.
Bis auf den linken Unterarm, der vom Löwen zerbissen war, waren alle Verletzungen verheilt. Infolge des Löwenbisses fehlten die Knochen. Es bestand eine große, offene, eiternde Wunde. Die Hand konnte nicht benutzt werden. Joel wurde medikamentös behandelt. Das Feuerkinder-Team versorgte ihn mit einer Orthese. Jetzt kann er wieder Kleidung tragen und auch die linke Hand benutzen, auch wenn der Unterarm nicht fest verheilt ist.
Familie kämpft ums Überleben
Um die Behandlungskosten für ein Jahr bezahlen zu können, musste die Familie von Joel alle Rinder verkaufen – ein Desaster für eine Massaifamilie. Joel war völlig aus der Bahn geworfen und plötzlich in Armut verfallen. Er konnte das Studium nicht fortsetzen und auch seine Familie nicht unterstützen.
Die Waldsassener Ärztin vermittelte ihm in Malambo in einer von Angelika Wohlenberg gegründeten Schule mit Internat für Massai Kinder „Help for the Massai“ eine Stelle. Mit seinem Lohn, der derzeit von privaten Spendern übernommen wird, kann er auch seine Familie unterstützen und eventuell später sein Studium fortsetzen.




