Speinsharter Soldatenkameradschaft – Botschafter der Mitmenschlichkeit
Speinsharter Soldatenkameradschaft – Botschafter der Mitmenschlichkeit
Die wesentliche Erinnerungskultur an die Schreckenszeiten der Kriege, an das Leid der Soldaten und der Bevölkerung, gehe zwar von Kriegsgräbern und Kriegerdenkmälern aus. Doch es bleibe vieles auf örtlicher Ebene für die Nachwelt festzuhalten, wie KSK-Ehrenmitglied Werner Kosmale in der Versammlung anmerkte.
Wir lernen aus unseren Fehlern, wenn wir uns erinnern und die Menschen bereit sind, in aller Offenheit auf die Vergangenheit zu schauen, um die Zukunft menschlicher zu gestalten.
Prior Pater Adrian Kugler
Für das langjährige Mitglied der Speinsharter Kameradschaft gehörte es deshalb zusammen mit KSK-Vorstandsmitglied Hans Meyer zur ehrenvollen Aufgabe, einen dankbaren Blick auf die Geschichte der Speinsharter KSK-Vereinsgeschichte zu werfen und die Aktivitäten in einer aufwändigen Chronik für die Nachwelt festzuhalten.
Die Kriegstoten, die gefallenen Väter und Kameraden haben ein Vermächtnis hinterlassen, das im ehrenden Gedenken wach und lebendig bleiben muss, merkten Werner Kosmale und Hans Meyer bei der Präsentation der neuen Chronik in der Gaststätte Waldeslust in Süßenweiher an.
Als „Gemütlichkeitsverein“ gestartet
Die Chronik beginnt mit Informationen über die Gründung des Vereins am 30. März 1919 und verweist als Initiatoren auf den damaligen „Gemütlichkeitsverein“ mit Gründer Martin Girisch. Dem Gründungsanlass folgend versammelten sich die Mitglieder schon zwei Jahre später unter der Fahne einer Krieger- und Soldatenkameradschaft. 1923/24 packten die Mitglieder kräftig an, um das Kriegerdenkmal zu errichten.
Während des Dritten Reiches kam es wie im ganzen Land zum Erliegen der Vereinstätigkeit. Auch die Vereinsfahnen wurden verboten. Für den Speinsharter Prämonstratenser-Pater Augustin ein Gebot der Zeit, die Fahne des Vereins vor fremden Zugriff sicher im Kloster zu verwahren. Nach dem plötzlichen Tod des Paters galt die Fahne lange Zeit als verschollen. Niemand wusste das Versteck des Paters. Erst bei späteren Renovierungsarbeiten wurde die Fahne zufällig entdeckt.
1962 der Neuanfang
Nach Jahrzehnten der Stille kam es erst 1962 zu einer Wiedergründung des Soldatenbundes. Ein Neuanfang mit großen Herausforderungen, wie Werner Kosmale in der Chronik feststellt. Intensiv beschäftigt sich der Autor mit der Geschichte des Vereins in den folgenden Jahrzehnten, verweist auf Partnerschaften mit Einheiten der Bundeswehr und der US-Army, auf ein reges Vereinsleben und erinnert an den großen Stellenwert zur Betreuung des Kriegerehrenmals und der Langzeitaufgabe der Kriegsgräbersammlung mit Oberpfälzer Spitzenergebnissen. In diesem Zusammenhang findet auch die Auszeichnung der Kameradschaft als „Botschafter der Mitmenschlichkeit“ durch Regierungspräsident Axel Bartelt Erwähnung.
Enge Verbundenheit mit dem Kloster
In der reich bebilderten Chronik geht Werner Kosmale auch auf die beliebten Vereinsausflüge ein und verweist auf die Verbundenheit mit dem Kloster. Dafür steht symbolhaft die vom Verein aufgestellte „Klosterwache“. Im Schlussteil der neuen Chronik befasst sich der Autor mit den Feierlichkeiten zum 100-jährigen Gründungsjubiläum im Jahr 2019.




