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Müll-Export ist kein Geschäfsmodell - Laura Weber fordert Ende der Entsorgung auf Kosten der Nachbarn

Weiden. Nach einer Verurteilung in Weiden und neuen Funden von mutmaßlich unterfränkischem Gipsmüll in Tschechien fordert MdL Laura Weber strengere Kontrollen, Herstellerhaftung und ein Ende der Abfallverschiebung.

Weiden. Nach einer Verurteilung in Weiden und neuen Funden von mutmaßlich unterfränkischem Gipsmüll in Tschechien fordert MdL Laura Weber strengere Kontrollen, Herstellerhaftung und ein Ende der Abfallverschiebung.
MdL Laura Weber (Grüne) setzt beim OB-Podium von Echo und BDS auf Bildung, Zukunftsinvestitionen und moderne Verwaltung. Foto: Jürgen Herda

Müll-Export ist kein Geschäfsmodell - Laura Weber fordert Ende der Entsorgung auf Kosten der Nachbarn

Nach der Verurteilung eines Unternehmers in Weiden und dem jüngsten Verdachtsfall auf Entsorgung von unterfränkischem Gipsmüll in Tschechien verlangt die Grünen-Landtagsabgeordnete Laura Weber laut einer Pressemitteilung schärfere Kontrollen, Herstellerhaftung und ein Ende der Abfallverschiebung nach Tschechien.

Schärfere Kontrollen und Herstellerhaftung gefordert

Weber nimmt die jüngsten Müllskandale in Bayern zum Anlass, grundsätzlich mit der Praxis abzurechnen, Abfälle gewinnbringend über die Grenze zu schaffen. „Die Verurteilung in Weiden und die Funde von offenbar unterfränkischem Gipsmüll in Tschechien sind keine Einzelfälle, sondern Symptome eines Systems“, sagt die Abgeordnete. Wer Abfall ins Ausland schaffe, weil es dort billiger sei, weil weniger kontrolliert werde oder weil niemand hinschaue, der betreibe keine Entsorgung, das sei nichts weiter als „Verantwortungslosigkeit mit Gewinnabsicht“. Gesunde Umwelt und saubere Böden dürfen nicht zur Handelsware werden.

Das Muster sei immer dasselbe: Abfälle würden zu Spottpreisen angenommen, falsch deklariert oder unsachgemäß gelagert, am Ende blieben Altlasten zurück, für die entweder Gemeinden oder die Steuerzahlerinnen und Steuerzahler aufkommen müssten. Weber wörtlich: „Das ist ein Geschäftsmodell auf Kosten Dritter. Die Gewinne streicht der Verursacher ein, die Rechnung bekommen andere.“

Maßnahmenpaket gegen illegale Müllverbringung

Weber fordert in der Mitteilung ein Bündel an Maßnahmen:

  1. Konsequentere Kontrollen: Mehr Personal und bessere technische Ausstattung bei den Überwachungsbehörden, vor allem im Grenzgebiet; hilfreich wäre eine Schwerpunktstaatsanwaltschaft für Umweltdelikte.
  2. Lückenlose Nachverfolgung: Eine durchgängig digitale Dokumentation von Abfallströmen, damit nachvollziehbar bleibt, wo Material herkommt und wo es landet.
  3. Härtere Sanktionen: Wer Abfall systematisch illegal verbringt, muss mit spürbaren Strafen und der Abschöpfung der Gewinne rechnen. Die Verurteilung in Weiden müsse Signalwirkung haben.
  4. Verursacherprinzip stärken: Auftraggeber und Erzeuger von Abfällen müssten in die Verantwortung genommen werden, auch wenn sie die Entsorgung an Subunternehmer abgegeben haben.

Kritik an zögerlichem Handeln der Staatsregierung

Weber kritisiert die Staatsregierung für deren zögerliches Handeln: „Seit Jahren sind die Schwachstellen bei der Abfallüberwachung bekannt. Der jetzt in Weiden verurteilte Unternehmer wurde vor wenigen Jahren schon einmal bei derselben Straftat erwischt. Das zeigt doch eines klar: Statt konsequent nachzusteuern, spricht die Staatsregierung von Einzelfällen. Wir brauchen aber jetzt einen Aktionsplan gegen illegale Müllverbringung, der Kontrolle und Strafverfolgung zusammendenkt.“

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