Blue Devils: Öffnet sich am Wochenende der gordische Knoten?
Blue Devils: Öffnet sich am Wochenende der gordische Knoten?
Im zweiten Auswärtsspiel in Folge gastieren die Blue Devils am Freitag (19.30 Uhr) bei den Bietigheim Steelers. Die Gastgeber feierten nach der klaren Auftaktniederlage bei den Eisbären Regensburg (1:4) zuletzt einen 4:3-Overtimesieg gegen die Lausitzer Füchse. Wegen eines weniger erzielten Tores (5:7) rangieren sie in der Tabelle knapp hinter dem Zehnten Blue Devils (6:8). Natürlich sagt die Rangliste nach zwei Spielen noch nicht allzu viel aus. Und doch geben die ersten Ergebnisse einen kleinen Fingerzeig darauf, dass die Steelers nicht zum absoluten Favoritenkreis in der DEL2 gerechnet werden müssen.
Goalie Mühlberger überraschte positiv
Dabei darf den Devils allerdings nicht Ähnliches passieren wie in den ersten Saisonpartien, als man einen Zwei- und sogar einen Drei-Tore-Vorsprung leichtfertig verspielte. Doch weil man aus Fehlern bekanntlich lernt, ist die Hoffnung bei Mannschaft, Verantwortlichen und Fans groß, dass die Truppe von Trainer Mikhail Nemirovsky am Wochenende den ersten Sieg einfährt. Außer dem Langzeitverletzten David McNiven steht ihm der komplette Kader zur Verfügung. Lediglich hinter dem Einsatz von Sorgenkind Luca Gläser steht noch ein Fragezeichen.
Positiv überrascht hat bisher Patrick Mühlberger. Der junge Goalie, nach der langwierigen Verletzung von McNiven plötzlich die Nummer 1 der Blue Devils, präsentierte sich in beiden Partien abgeklärt, fangischer und reaktionsschnell. Vielleicht reift ja hier ein „neuer“ Simon Wolf heran. Letzterer wechselte nach einer starken Spielzeit in Weiden und mehreren DEL‑Spielen für Red Bull München zu Saisonbeginn zu den Schwenninger Wild Wings in die höchste deutsche Spielklasse.
Wie sehen die Sturmreihen aus?
Gespannt darf man sein, wie der Coach dieses Mal die Reihen zusammenstellt. Im Angriff überraschte Nemirovsky zuletzt mit einer Rochade und beorderte Jordan Knackstedt in Bad Nauheim in die am Freitag so prächtig harmonierende erste Reihe mit dem überragenden Brayden Tracey sowie Alex-Olivier Voyer. Michael Regush wurde dagegen in Reihe 3 „versetzt“. Der Trainer erklärte seine Maßnahme damit, dass er die Reihen ausgeglichener gestalten wollte. Gegenüber der vergangenen Saison gab es in den ersten zwei Spielen eine überraschende Erkenntnis: Die Blue Devils sind vor dem gegnerischen Tor effektiver geworden, benötigen weit weniger Versuche bis zum Torerfolg als noch vor wenigen Wochen. Allerdings geht damit auch eine weitere, weniger schöne Statistik einher: Man schießt wesentlich weniger auf den gegnerischen Kasten als gewohnt. 28:45 und 13 (!):30 Schüsse lautete die magere Bilanz gegen Memmingen und vor allem in Bad Nauheim.
Daran und an einer bis zum Schluss konsequenteren Spielweise wird der Coach in dieser Woche sicher gefeilt haben. Nemirovsky nimmt seine Jungs in Schutz: „Das Positivste ist der Charakter der Mannschaft.“ Nach der bitteren Niederlage am Freitag habe sich das Team wieder gesammelt und zurückgekämpft. „Dafür gebührt ihnen großer Respekt.“ Das „Wollen“ kann man der Mannschaft ganz sicher nicht absprechen. Und auch nicht den Fakt, dass sich die Devils bisher viel besser präsentiert haben, als viele Schwarzmaler vor der Saison gemutmaßt haben.



