Kreisliga Nord: Spitzenspiel lockt 1500 Zuschauer
Kreisliga Nord: Spitzenspiel lockt 1500 Zuschauer
Kreisliga Nord, 11. Spieltag
Samstag, 03.10.2026
FC Weiden-Ost II – FC Tremmersdorf-Speinshart 1:0 (0:0)
Es war wahrlich kein schönes Spiel, das umkämpfte Verfolgerduell am Samstagnachmittag in Weiden. Doch am Ende zählen im Kampf um die vorderen Plätze nur der Erfolg und die wertvollen drei Punkte. Nach einigen bitteren Rückschlägen in den vergangenen Wochen holte sich diese der FC Weiden-Ost II mit einem enorm wichtigen 1:0-Arbeitssieg. Den viel umjubelten Treffer des Tages erzielte Daniel Heisig erst spät in der 85. Spielminute. Leon Dippel von den Gästen sah kurz darauf noch die Ampelkarte. Weidens Trainer Tim Schlesinger zeigte sich nach dem Schlusspfiff enorm erleichtert: „Fußballerisch gab’s sicherlich schon deutlich bessere Spiele unserer Mannschaft. Die Art und Weise, der unbedingte Wille und die Mentalität der Mannschaft waren heute allerdings wirklich beachtlich. Das war eine ganz tolle Reaktion auf unsere Leistung von letzter Woche – die Jungs können absolut stolz auf sich sein.“
Gästetrainer Robert Schäffler war hingegen restlos bedient: „Eine absolut enttäuschende Niederlage in Weiden. Von der ersten bis zur 90. Minute konnten wir überhaupt nicht die Leistung abrufen, die wir uns vorgenommen hatten. Unterm Strich haben wir das Spiel hochverdient verloren. Jetzt gilt es, unter der Woche hart zu arbeiten, die richtigen Schlüsse aus dieser Partie zu ziehen und am kommenden Spieltag gegen Spitzenreiter Grafenwöhr zwingend wieder in die Spur zu kommen.“
SV TuS/DJK Grafenwöhr – SpVgg Trabitz 2:0 (0:0)
Vor einer atemberaubenden Kulisse von 1500 Zuschauern stieg das absolute Spitzenspiel von Tabellenführer Grafenwöhr gegen den ärgsten Verfolger aus Trabitz. Zwar war es auf dem Rasen am Ende kein spielerisches Topspiel, aber auch hier zählte im Meisterschaftskampf letztlich nur das nackte Ergebnis. Und nach einer hart umkämpften, aber torlosen ersten Hälfte war es Grafenwöhrs wuchtiger Stürmer Marcello Siemski, der sich entscheidend durchsetzte und den umjubelten Führungstreffer erzielen konnte. Dies war kurz nach dem Wiederanpfiff zur zweiten Halbzeit ein psychologisch denkbar ungünstiger Zeitpunkt für Trabitz. Der ehemalige SpVgg-Spieler Johannes Renner war es dann ausgerechnet selbst, der mit einem Traumtor den 2:0-Endstand für den Spitzenreiter erzielen konnte. Heimtrainer Turan Bafra war natürlich mächtig stolz auf seine starke Truppe, die zwar nach einer guten Anfangsphase etwas den Faden verlor, aber am Ende dann doch vollauf verdient gewonnen hatte.
SpVgg-Spielertrainer Fabian Helleder fand nach dem verlorenen Topspiel zunächst kaum Worte: „Geile Kulisse, extrem viel Tempo im Spiel, mit ordentlichen Chancen auf beiden Seiten in Halbzeit eins. Dann passiert uns leider der entscheidende Fehler zum 0:1 und wir haben es danach offensiv einfach nicht mehr geschafft. Grafenwöhr wollte es heute einfach kämpferisch mehr als wir.“
TSV Pleystein – TSV Erbendorf 0:0
In einem torlosen, aber dennoch mitreißenden Duell teilten sich Pleystein und Erbendorf die Punkte. Pleystein hatte im Vorfeld einige Verletzungssorgen, präsentierte sich aber dennoch enorm stark. „Die Jungs, die in die Bresche gesprungen sind, haben ihre Sache ausgezeichnet gemacht“, lobte Daniel Vater vom TSV Pleystein. „Erbendorf ist eine sehr spielstarke Mannschaft. In der ersten Halbzeit haben beide Abwehrreihen kaum Chancen zugelassen. Wir hatten Glück beim Freistoß von Erbendorf, der an die Latte ging.“ In der zweiten Hälfte öffnete sich das Spiel etwas. „Jede Mannschaft hat sich ein paar Torchancen herausgespielt. Wir hatten davon auch zwei hochkarätige, die der Torwart gut entschärft hat. Auf der anderen Seite können wir aber auch in Rückstand geraten. Ich glaube, dass das 0:0 absolut leistungsgerecht war“, bilanzierte Vater. „Großes Lob an meine Mannschaft. Was wir da heute an Kilometern abgelaufen sind, war sensationell. Ich habe ein tolles Spiel gesehen.“
Gästetrainer Roland Lang teilte diese Einschätzung weitgehend: „Gegen lauf- und kampfstarke Pleysteiner ließ man zwar so gut wie nichts zu, wir hatten aber selber auch nur wenige Chancen. Die wenigen Chancen hatten es aber in sich: Zweimal war Wiesent alleine vorm Torwart und der Freistoß von Mohr prallte von der Latte auf die Linie. Insgesamt haben wir uns offensiv zu wenig durchgesetzt. So hat sich der Gastgeber den Punkt auch absolut verdient.“
SV Altenstadt/WN. – TSV Eslarn 7:1 (1:0)
Der furiose Aufsteiger aus Altenstadt ist aktuell ein absoluter Garant für torreiche Spiele. Nach dem verrückten 6:4 im letzten Heimspiel gegen Weiden-Ost folgte nun am Sonntagnachmittag eine sensationelle 7:1-Demontage gegen den bislang formstarken TSV Eslarn. „Ich bin mächtig stolz auf meine Truppe“, freute sich ein hochemotionaler SVA-Trainer Marvin Häffner nach dem Kantersieg. „Ich hätte auch ein unspektakuläres 1:0 genommen, Hauptsache die drei Punkte bleiben hier. Es war eine überragende Mannschaftsleistung und man merkt auch deutlich, dass einige wichtige Spieler wieder mit dabei sind, die uns zuletzt gefehlt haben.“ Die unzähligen Treffer für die entfesselten Gastgeber erzielten Vehbi Zogaj (3), Ansalem Ogbonnaya, Karel Kralovec, Fabian Zaus und Mohamed Zouhri. Den wertlosen Ehrentreffer für das bedauernswerte Eslarn markierte Lukas Pavlicek.
Deren Trainer Peter Rackl war nach der Lehrstunde natürlich restlos bedient: „Das war heute ein absolut rabenschwarzer Tag für uns. Wir haben auf dem Platz nahezu alles vermissen lassen, was uns in den vergangenen erfolgreichen Wochen eigentlich ausgezeichnet hat. Altenstadt hat unsere eklatanten Fehler eiskalt bestraft und am Ende auch in dieser extremen Höhe völlig verdient gewonnen. Jetzt gilt es für uns, dieses Spiel unter der Woche schonungslos aufzuarbeiten und nächste Woche eine ganz klare Reaktion zu zeigen.“
SV Kulmain – TSV Reuth 1:0 (1:0)
Einen enorm wichtigen Dreier im zähen Abstiegskampf konnte der SV Kulmain vor heimischer Kulisse einfahren. In einem intensiven Duell gegen den Kontrahenten aus Reuth traf Julian Lautner in der 21. Spielminute zum 1:0 und markierte das goldene Tor des Tages. Florian Greger vom SV Kulmain analysierte: „Im Duell der hinteren Tabellenplätze setzte sich der SV Kulmain absolut verdient durch und konnte wichtiges Selbstvertrauen tanken. Kulmain dominierte die erste Halbzeit. Reuth stand tief und kam über Konter zu frühen Möglichkeiten. Mitte der ersten Halbzeit belohnte sich Kulmain für den engagierten Auftritt. Nach dem Seitenwechsel überließ Kulmain den Gästen allerdings viel Raum und geriet unter Druck. Zwingende Großchancen blieben aus. Im weiteren Verlauf ließ Kulmain viele Chancen zum 2:0 oder 3:0 liegen. Am Ende brachte Kulmain die Führung über die Zeit.“ Besonders lobte Greger junge Spieler wie Noah Groß, Noah Griener und Torschütze Julian Lautner.
Reuths Spielertrainer Martin Bächer haderte massiv: „Ein grausames Spiel für uns. Der Gegner hat mit seiner ersten Chance das Tor gemacht und das Ergebnis dann ziemlich destruktiv verwaltet. Wir waren über weite Strecken optisch überlegen. Chancen hatten wir einige, waren dann aber zu ungefährlich oder überhastet. Die Schiedsrichterleistung war heute sehr unglücklich. Die Ecke, die zum Tor führte, war keine. Ein 0:0 wäre am wahrscheinlichsten gewesen, was für unsere Moral enorm wichtig gewesen wäre.“
FC Vorbach – ASV Haidenaab 0:4 (0:3)
Vor knapp 300 enttäuschten Zuschauern gab es im prestigeträchtigen Derby absolut nichts zu holen für die Gastgeber. Die hocheffektiven Gäste aus Oberfranken trafen bereits in Halbzeit eins vorentscheidend dreimal durch Christian Scherm, Dominik Holl und Pascal Steeger. Kurz nach dem Seitenwechsel legte Steeger den vierten Treffer nach. Heimtrainer Manuel Lautner zeigte sich nach dem Debakel sehr enttäuscht: „Heute haben wir förmlich Weihnachtsgeschenke verteilt. Die Gäste aus Haidenaab haben unsere drei blitzsauberen Geschenke in der ersten Halbzeit sehr gerne angenommen. Nach dem 0:4 war das Spiel endgültig entschieden. Haidenaab hat heute gar nicht viel machen müssen.“
Stephan Veigl vom glorreichen Derbysieger ASV Haidenaab jubelte: „Die Zuschauer haben ein rassiges Derby gesehen. Letztendlich war es ein hochverdienter Sieg für uns. Es hat schon gut begonnen: Als der Vorbacher Keeper abschlagen wollte, spritzt Christian Scherm dazwischen und der Ball geht ins Tor. Auch vor der Halbzeit haben wir nochmal zwei Tore nachgesetzt, wieder durch Abwehrfehler von Vorbach. Wir haben die Abwehr massiv unter Druck gesetzt. Kurz nach Wiederanpfiff machten wir das vierte Tor, damit war die Messe gelesen. Mit zunehmender Spieldauer hat Vorbach das Spielen eingestellt. Bei guter Chancenauswertung machen wir sogar noch drei oder vier mehr. Ein absolut verdienter Derbysieg.“
FC Dießfurt – SC Eschenbach 2:1 (1:0)
Der Aufsteiger aus Dießfurt hat das enorm wichtige Duell im heißen Abstiegskampf gegen den weiterhin tabellenletzten SC Eschenbach gewinnen können und somit wichtige Zähler für den Klassenerhalt eingefahren. In Halbzeit eins war es Michal Hlavsa, der die tonangebenden Gastgeber in Führung brachte. In einer wilden Nachspielzeit fielen dann noch zwei Treffer: Erst erhöhte Simon Schmid vermeintlich vorentscheidend auf 2:0, ehe Eschenbachs Spielertrainer Benjamin Scheidler es quasi im Gegenzug doch noch einmal spannend machte. Am Ende blieb der ersehnte Heimsieg für den FCD jedoch bestehen.
Henry Schraml bilanzierte den Erfolg: „Von Anfang an bestimmte der FC Dießfurt das Spielgeschehen. Es wurden viele Chancen herausgespielt, diese wurden aber zunächst sträflich nicht genutzt. Es musste eine Standardsituation her, um das 1:0 zu erzielen. Michal Hlavsa vollendete per Kopfball. In der zweiten Halbzeit das gleiche Bild. Die Konterchancen wurden sträflich vergeben. Nach einem Standard schaltete Simon Schmid am schnellsten und erzielte das 2:0. Eschenbach kam durch einen Weitschuss noch zum Tor. Alles in allem ging der Sieg für Dießfurt aber in Ordnung.“
Benjamin Scheidler zeigte sich hingegen frustriert: „Wieder eine bittere Niederlage heute. Aktuell investieren wir einfach viel zu wenig, um Spiele in dieser Liga zu gewinnen! Wenn wir nicht endlich anfangen zu punkten, werden wir uns nächste Saison definitiv eine Etage tiefer befinden!“
Kreisliga Nord
weitere Infos gibt es auf den Seiten des BFV.




