SSV Jahn verspielt 3:0-Führung beim VfB Stuttgart II

SSV Jahn verspielt 3:0-Führung beim VfB Stuttgart II
Eine gute halbe Stunde lang zeigt der SSV Jahn Regensburg, wie ein Befreiungsschlag aussehen könnte. Ballgewinne weit in der gegnerischen Hälfte, gefährliche Angriffe und drei Tore: Vor 700 Zuschauern in Großaspach haben die Oberpfälzer die Partie beim VfB Stuttgart II scheinbar im Griff. Doch aus dem komfortablen Vorsprung wird noch vor der Pause eine knappe Führung. Am Ende steht ein 3:3, das für den Jahn vor allem nach zwei verlorenen Punkten aussieht.
Dabei liefert Nassim Boujellab zunächst reichlich Argumente für einen erfolgreichen Nachmittag. Der Offensivmann bereitet die Führung vor, trifft selbst und ist auch am dritten Regensburger Tor beteiligt. Was vorne funktioniert, hält hinten allerdings nicht lange genug.
Boujellab bringt den Jahn auf Touren
Sascha Hildmann vertraut derselben Startelf wie im Heimspiel gegen Düsseldorf. Stuttgart hat zunächst mehr vom Ball, die gefährlichen Aktionen gehören aber den Gästen. Nach einem hohen Ballgewinn von Sascha Hingerl prüft Boujellab VfB-Torwart von der Felsen (12.). Eine Minute später spielt er von links ins Zentrum, wo Oliveira aus kurzer Distanz zum 0:1 einschiebt.
Jetzt ist der Jahn am Drücker. Lucas Hermes und Adrian Fein haben weitere Möglichkeiten, Boujellab scheitert zunächst noch am Stuttgarter Schlussmann. In der 22. Minute setzt er sich dann nach einem erneuten frühen Ballgewinn durch und erhöht auf 0:2. Die Regensburger stören erfolgreich und kommen schnell in gefährliche Positionen.
Selbst ein vergebener Elfmeter stoppt den Jahn zunächst nicht. Hermes wird im Strafraum gefoult, tritt selbst an und scheitert an von der Felsen. Doch Erik Majetschak und Boujellab halten die Aktion am Leben. Hingerl vollendet zum 0:3 (33.).
Der Vorsprung schmilzt schon vor der Pause
Drei Tore vorne – und trotzdem keine Ruhe. Oliver Rölke erreicht eine Hereingabe am langen Pfosten und verkürzt auf 1:3 (36.). Der Jahn bleibt durch Oscar Schönfelder und Fein zwar selbst gefährlich, lässt Stuttgart aber auch den nächsten Treffer zu.
In der Nachspielzeit steckt Masanka Bungi im Strafraum auf Collin Schramm durch. Der schiebt flach ins rechte Eck ein (45.+2). Aus einem deutlichen Vorsprung ist zur Pause ein 3:2 aus Regensburger Sicht geworden. Die Gastgeber brauchen dafür keine lange Belagerung des Jahn-Tores. Zwei erfolgreiche Angriffe reichen, um die Partie wieder zu öffnen.
Rölke trifft erneut am langen Pfosten
Nach dem Seitenwechsel folgt der nächste Rückschlag: Kapitän Felix Strauss muss verletzt vom Platz, Leo Mätzler übernimmt (52.). Spielerisch bietet die zweite Hälfte zunächst deutlich weniger als der erste Durchgang. Viele Zweikämpfe, wenig klare Chancen – dem Jahn gelingt es aber auch nicht, mit einem weiteren Treffer wieder Abstand herzustellen.
Noch bleibt ein vermeintlicher Ausgleich ohne Folgen: Rölkes Tor zählt wegen eines vorausgegangenen Stürmerfouls von Redzepi nicht (66.). Eine Viertelstunde vor Schluss trifft der Stuttgarter dann regulär. Wieder kommt die Flanke von links, wieder erreicht Rölke den Ball am langen Pfosten. Diesmal köpft er zum 3:3 ein (75.).
Der Jahn sucht noch eine Antwort. Nach einer Hereingabe des eingewechselten David Philipp fehlt Boujellab in der Mitte nur wenig zum Abschluss (81.). In der Nachspielzeit bietet sich auf der anderen Seite Kenmoe sogar die Chance zum Stuttgarter Sieg. Sein Schuss geht vorbei. Es bleibt bei sechs Toren und einem Punkt für jede Mannschaft.
Hildmann ärgert sich über leichte Gegentore
„Die Gegentore fallen viel zu leicht“, sagt Hildmann in den auf der Website des SSV Jahn veröffentlichten Stimmen. Seine Mannschaft habe es versäumt, die klare Führung mit einer entsprechenden Defensivleistung in die Pause zu bringen. Boujellab beschreibt dort seine Enttäuschung: „Dass wir ein 3:0 hergeben, tut einfach verdammt weh.“
VfB-Trainer Nico Willig bewertet den Nachmittag ebenfalls differenziert. In seiner auf der VfB-Website veröffentlichten Stellungnahme kritisiert er die schwache Phase seiner Mannschaft vor dem 0:3, hebt aber ihre Reaktion und die Einwechselspieler hervor.
Für den Jahn stehen am Ende eine überzeugende offensive Phase und drei vermeidbare Gegentreffer nebeneinander. Die Mannschaft hatte sich eine hervorragende Ausgangslage erarbeitet, verteidigte den Vorsprung aber nicht konsequent genug. Gerade die beiden ähnlichen Treffer von Rölke geben dafür ein konkretes Beispiel.




