FBG Eschenbach treibt digitale Waldförderung in Speinshart voran

FBG Eschenbach treibt digitale Waldförderung in Speinshart voran
Gastbeitrag von: Herbert Ziegler
Dem Vorsitzenden Manfred Schmid aus Schlammersdorf oblag es, im voll besetzten Speinsharter Gemeindezentrum neben den Waldbesitzern auch eine große Anzahl Ehrengäste zu begrüßen. Darunter waren Günter Dobler vom AELF Tirschenreuth, Josef Liegl von der forstlichen Vereinigung der Oberpfalz, Sebastian Höllerer vom Forstamt Kirchenthumbach sowie die Bürgermeister aus Speinshart, Eschenbach, Vorbach und Schlammersdorf: Albert Nickl, Markus Gradl, Alexander Goller und Johannes Schmid. Vertreten waren auch Repräsentanten der benachbarten FBGs.
Ehrengäste und Mitgliederzahlen der FBG Eschenbach
Um alle Mitglieder der FBG auf dem Laufenden zu halten, waren im vergangenen Jahr sechs Gebietsversammlungen abgehalten worden. Die FBG vertritt mittlerweile 1.350 Waldbesitzer mit fast 9.200 Hektar Fläche, so Manfred Schmid in seinem Vereinsbericht. Der größte Anteil der Besitzgrößen bewegt sich zwischen einem und 20 Hektar je Mitglied. Der bereits im letzten Jahr vorgestellte, liegend betriebene Holzspalter kann gegen eine Tagespauschale vom Standort Neuzirkendorf ausgeliehen werden.
Waldjahr 2025: Lage, Käfer und Holzmarkt
„Das Waldjahr 2025 ist eine kleine Erholung, aber keine Trendwende“, hieß es eingangs des Berichts von Geschäftsführer David Karl. Es gab nahezu keinen Käferbefall. Die zu geringen Niederschläge im Frühjahr seien durch den überwiegend nassen Sommer ausgeglichen worden, was hilfreich für die Frühjahrskulturen war, um diese über den Sommer zu bringen. Beim Holz gab es gute Nachfrage bei guten Preisen. „Wir als Waldbesitzer können uns aktuell nicht beschweren; die Sägewerke seien nicht so ganz zufrieden. Die Nachfrage nach Holzenergie ist gestiegen, Brennholz ist reine Mangelware“, so Karl.
Es falle nicht mehr genügend an, und der Winter sei kalt gewesen. Sondersortimente seien immer gefragt; es werde auch über Laubholzverwendung im Bau berichtet. Käferholz sei nach wie vor begehrt, es sei aber nichts da; es werde Frischholz verkauft.
Personal und Pflegeprojekte
Berichten konnte er auch über die Einstellung eines zusätzlichen Mitarbeiters für den Außendienst, zugleich in dualer Ausbildung zum Forstwirt. Es konnte auch eine erste Sammelpflegemaßnahme durchgeführt werden, bei der 15 Waldbesitzer mit einer Fläche von über sieben Hektar gebündelt wurden.
Bei den Holzpreisen sei ein Plus festzustellen; überstarke Fichten könnten vermarktet werden. Beim Laubholz sei die Eiche bei sehr guten Preisen immer gesucht. Man habe beim Absatz 30 Sägewerke und 160 Brennholzkunden bedienen können; 390 Mitglieder hätten über die FBG ihr Holz verkaufen können. Die Vermarktungsmenge habe knapp 49.000 Festmeter betragen.
Waldumbau, Pflanzungen und Zaunbau
Der Waldumbau werde seit Jahren praktiziert, was mit der Pflanzenbestellung von 125.000 Stück dokumentiert wird, davon 90.000 Stück Laubholz, verbunden mit einem Zaunbau von 25 Kilometern Länge.
Helmut Irlbacher präsentierte das Geschäftsjahr Herbst 2024/2025 und erläuterte in eingängigen Erklärungen die Zahlen aus der Bilanz sowie der Gewinn- und Verlustrechnung. Die großen Posten darin sind der Wert der eingeschlagenen Hölzer, aber noch nicht abgefahren, sowie Forderungen für von den Sägewerken noch nicht bezahlte Ware.
Finanzen: Bilanz, Gewinn und Entlastung
Bei der Gewinn- und Verlustrechnung wurden die größten Posten durch den Holzhandel sowie die Dienstleistungen generiert. Folgerichtig bestanden die Aufwendungen aus dem Kauf der Hölzer von den Waldbesitzern. Die eingekauften Dienstleistungen beinhalteten zum Beispiel Harvestereinsätze. Bei der summarischen Gegenüberstellung von Aufwand und Erlösen ergab sich der Jahresüberschuss, der in das Betriebsvermögen einfließen konnte. Kassenprüfer Helmut Ott konnte aufgrund fehlerfreier und klarer Geschäftsunterlagen den anwesenden Waldbesitzern die Entlastung vorschlagen, die ohne Gegenstimme erfolgte.
Stellvertretender Vorstand Stefan Lindner moderierte den Punkt Satzungsänderung, in dem Kündigungen und Mitteilungen der Mitgliedschaft sowie Benachrichtigungen den modernen, digitalen Möglichkeiten angepasst werden. Auch die Festlegung über die Art der Wahl wurde angepasst. Auch bei der Durchführung von Fördermaßnahmen ist die Digitalisierung angekommen.
Digitale Waldförderungen und iBALIS
Martin Gotsche, Leiter des Forstreviers Eschenbach, oblag es, die Waldbesitzer über die Neuerungen der waldbaulichen Förderungen zu informieren. Die Digitalisierung ist das Gebot der Stunde, der Papierkrieg ist Vergangenheit. Im bereits im letzten Jahr installierten Waldförderportal iBALIS werden zukünftig die Anträge für die Förderung von waldbaulichen Maßnahmen durchgeführt.
Notwendig sind hier eine Betriebsnummer und eine PIN. Wer sich von den Waldbesitzern im Internet nicht selbst damit beschäftigen möchte, kann hier die FBG mit einer Vollmacht beauftragen, welche ihm dann gegen eine kleine Gebühr diese Arbeit abnimmt. Das Bayerische Staatsministerium hat hier mit „Der Turbo ist gezündet“ bildlich eine großzügige Unterstützung von Maßnahmen umschrieben. Um den Start der sprichwörtlichen Rakete zu ermöglichen, sind jetzt die förderwilligen Waldbesitzer gefordert, diese Möglichkeit auch in Anspruch zu nehmen. „Die Rakete steht noch auf der Startbahn, die Piloten sitzen schon drinnen und warten auf Sie, also anmelden in iBALIS, dann steht diese wunderbare digitale Welt offen“, so Gotsche.
Appell an die Waldbesitzer
Mit dem Aufruf „Packen wir gemeinsam an, dass auch die Kinder und Kindeskinder einen Wald erleben können“ schloss Martin Gotsche seinen Aufruf zur digitalen Zukunft.




