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Zweites Standbein als freier Betriebshelfer

Bechtsrieth. Politiker empfehlen Landwirten ihren Betrieb auf mehrere Beine zu stellen. Zusatzeinkommen erzielen zum Beispiel freie Betriebshelfer. Dafür braucht es aber bestimmte Voraussetzungen. Von Benedikt Grimm Den Gesellenbrief als Landwirt […]

Bechtsrieth. Politiker empfehlen Landwirten ihren Betrieb auf mehrere Beine zu stellen. Zusatzeinkommen erzielen zum Beispiel freie Betriebshelfer. Dafür braucht es aber bestimmte Voraussetzungen. Von Benedikt Grimm Den Gesellenbrief als Landwirt […]
Der Geschäftsführer des Maschinenrings Wolfgang Härtl (von links), 1. Vorsitzender Sebastian Scharnagl, Mitarbeiterin Eva Selig, 2. Vorsitzender Heinrich Vierling und Josef Marzi diskutierten mit Bundestagsabgeordnetem Albert Rupprecht über Entwicklungen in der Landwirtschaft. Bild: B. Grimm

Zweites Standbein als freier Betriebshelfer

Bechtsrieth. Politiker empfehlen Landwirten ihren Betrieb auf mehrere Beine zu stellen. Zusatzeinkommen erzielen zum Beispiel freie Betriebshelfer. Dafür braucht es aber bestimmte Voraussetzungen.

Von Benedikt Grimm

Den Gesellenbrief als Landwirt bringen die allermeisten ja mit, schwieriger ist aber die Voraussetzung der Mitgliedschaft in der landwirtschaftlichen Sozialversicherung zu erbringen. Mitglied ist jeder, der einen eigenen Hof bewirtschaftet. Oft ist es aber der Sohn des Betriebsleiters, der in den Ferien, im Urlaub oder neben einer regulären Anstellung außerhalb der Landwirtschaft als Betriebshelfer aktiv sein könnte, um zum Einkommen des Familienbetriebes beizutragen. Oft ist der Hofnachfolger dann aber selbst in der normalen gesetzlichen Sozialversicherung versichert oder über die Mutter familienversichert. Damit fehlt eine entscheidende Voraussetzung für die Zertifizierung als freier Betriebshelfer.

Der große Vorteil des Maschinenrings ist, dass ich gehen kann, wenn ich Zeit habe,

sagt Heinrich Vierling, der zweite Vorsitzende des Maschinen- und Betriebshilfsrings Neustadt/WN (MR), der freie Betriebshelfer an Auftraggeber vermittelt. Könne ein Betriebshelfer auch noch eigene Maschinen mit einbringen, lasse sich so richtig gutes Geld verdienen. Das mag vor dem Hintergrund der derzeit niedrigen Erzeugerpreise finanziell sogar lukrativer sein, als die Arbeit im heimischen Stall. Einziges Problem: Jeder, der in einen neuen Stall investiert habe, müsse sogar Tätigkeiten auslagern, um irgendwie mit dem eigenen Stall fertig zu werden. „Die kommen nicht mehr dazu für andere zu arbeiten. Selbst wenn nichts mehr zu verdienen ist – wenn die Arbeit zu Hause ist, können sie nicht weg“, erklärte erster Vorsitzender Sebastian Scharnagl in einer Gesprächsrunde mit Bundestagsabgeordnetem Albert Rupprecht.

Mehr festangestellte Betriebshelfer

In der Summe gibt es also weniger, die wegen der fehlenden Zertifizierung als freie Betriebshelfer arbeiten können, aber mehr Betriebe, die expandiert haben und Betriebshelfer engagieren würden, um mit ihrer Arbeit fertig zu werden. Der Maschinenring reagiert mit mehr festangestellten Betriebshelfern. Bis zu 40 Mitarbeiter habe die Maschinenring Dienstleistungs GmbH inzwischen, sagt Geschäftsführer Wolfgang Härtl. „Wir reagieren bloß auf diese Entwicklung“, betont Härtl, der den MR auch für Landwirte empfiehlt, die ihren Hof aufgeben. „Wenn ein Landwirt aufhört, sollte der Maschinenring erster Ansprechpartner sein.“

Zeitlich kaum zu schaffen

Bundestagsabgeordneter Rupprecht erkundigt sich, ob es für einen Vollerwerbslandwirt zeitlich und arbeitstechnisch überhaupt möglich sei, den Betrieb auf weitere Standbeine zu stützen. „Das kann ein 40-Kuh-Betrieb schaffen, ein modernisierter Betrieb nicht“, sagt Scharnagl. Für alle, für die es dennoch in Frage kommt, verspricht Rupprecht nach Möglichkeiten zu suchen, die die freie Arbeit für den Maschinenring leichter machen. In einem ersten Schritt will er sich mit Briefen an Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt und dessen bayerischen Kollegen Helmut Brunner wenden.

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Maschinenring Neustadt Waldnaab
Der Geschäftsführer des Maschinenrings Wolfgang Härtl (von links), 1. Vorsitzender Sebastian Scharnagl, Mitarbeiterin Eva Selig, 2. Vorsitzender Heinrich Vierling und Josef Marzi diskutierten mit Bundestagsabgeordnetem Albert Rupprecht über Entwicklungen in der Landwirtschaft. Bild: B. Grimm