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Taxi-Zentrale Weiden
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Sanierung der Waldnaabbrücke wird Auto- und Lkw‑Fahrer noch lang beschäftigen

Windischeschenbach/Neustadt WN. Seit Monaten müssen sich Auto- und Lkw‑Fahrer auf der A 93 im Bereich der Waldnaabbrücke auf Behinderungen einstellen: Eine teilweise einspurige Fahrbahn mit mehreren Verengungen, Tempolimits und reger Baustellenverkehr verdeutlichen: Hier passiert etwas Größeres.

Sanierung der Waldnaabbrücke wird Auto- und Lkw‑Fahrer noch lang beschäftigen

Die Autobahnbrücke bei Windischeschenbach wird in den kommenden Jahren komplett erneuert. Foto: Autobahndirektion Nordbayern/Hajo Dietz

Das Offensichtliche täuscht nicht: Die Waldnaabtalbrücke auf der Autobahn 93 wird erneuert. Das Großprojekt soll nach aktuellem Planungsstand 2033 abgeschlossen sein. Bis dahin werden die beiden bestehenden Brückenteile nacheinander abgebrochen und durch Neubauten ersetzt.

Zwei Brückenteile aus unterschiedlichen Jahrzehnten

Die Arbeiten haben bereits begonnen. Seit März 2026 wird der Verkehr beider Fahrtrichtungen über das Teilbauwerk geleitet, das bislang für die Fahrtrichtung Regensburg vorgesehen war. Dort stehen jeweils zwei Fahrstreifen pro Richtung zur Verfügung. Die Umstellung war notwendig, damit das zweite Teilbauwerk abgebrochen werden kann. Autofahrer bleiben während der gesamten Bauzeit auf der Autobahn; großräumige Umleitungen über das nachgeordnete Straßennetz sind nach Angaben der Autobahn GmbH nicht vorgesehen. Die Waldnaabtalbrücke liegt im Gemeindegebiet von Püchersreuth. Sie führt die A93 über das Tal der Waldnaab und die Bahnstrecke zwischen Weiden und Oberkotzau. Das bestehende Bauwerk besteht aus zwei getrennten Teilbrücken: Der ältere Abschnitt stammt aus dem Jahr 1979, der zweite wurde 1995 errichtet.

Beide Bauwerke sind inzwischen so stark beansprucht, dass eine Sanierung und Verstärkung aus wirtschaftlicher Sicht nicht mehr sinnvoll ist. Witterungseinflüsse und die hohe Verkehrsbelastung haben ihre Spuren hinterlassen. Die durchschnittliche tägliche Verkehrsstärke (DTV) auf der A 93 im Bereich zwischen den Anschlussstellen Windischeschenbach und Neustadt/WN liegt bei etwa 30.000 bis 35.000 Fahrzeugen pro Tag. Deshalb hat sich die Autobahn GmbH für einen vollständigen Ersatz entschieden.

Eine von 40.000 Brücken in Deutschland

Etwa 40.000 Brücken gibt es im Bundesfernstraßennetz (Autobahnen und Bundesstraßen). In den 1930er Jahren wurde mit dem Aufbau des heute genutzten Autobahnnetzes begonnen. Circa 55 Prozent aller Brückenbauwerke wurden bereits vor 1985 erbaut. Brücken altern und müssen darüber hinaus erheblich gestiegene Verkehrslasten tragen.

Ein Teil der Bauwerke kommt an das Ende der Nutzungsdauer, sodass sie planmäßig ersetzt werden müssen. Im Streckennetz der Bundesautobahnen gibt es rund 28.000 Brücken-Teilbauwerke. Das Thema Bauwerkserhaltung ist ein Investitionsschwerpunkt des Bundes. Vordringlich werden zunächst die hoch belasteten Transitstrecken im Autobahnnetz mit einer Gesamtlänge von etwa 7000 Kilometern betrachtet.

In diesem Streckennetz – dem Brückenmodernisierungsnetz – sind etwa 4000 Brückenbauwerke als modernisierungsbedürftig identifiziert worden. Ein Teil dieser Bauwerke wird bereits instandgesetzt, neu gebaut oder die Planung für einen Neubau läuft. Natürlich werden auch im übrigen Netz Brücken identifiziert, deren Erneuerung schnell angegangen werden muss.

Erst Richtung Hof, dann Richtung Regensburg

Der Neubau erfolgt in mehreren Etappen, damit der Verkehr auf der wichtigen Nord-Süd-Verbindung möglichst durchgehend rollen kann. Zunächst wird das Teilbauwerk der Fahrtrichtung Hof abgebrochen. Es stammt aus dem Jahr 1979. Der Abbruch ist für 2026 und 2027 vorgesehen. Parallel dazu laufen die weiteren Planungen für den Ersatzbau. Im Frühjahr 2028 soll der Neubau dieses Brückenteils beginnen.

Ist dieser fertiggestellt, folgt der zweite große Schritt: Dann wird das bislang für den Verkehr genutzte Teilbauwerk in Richtung Regensburg abgebrochen und ebenfalls neu gebaut. Erst wenn beide Brücken fertiggestellt sind, ist das Gesamtprojekt abgeschlossen. Nach aktuellem Stand ist dafür das Jahr 2033 vorgesehen.

Neue Brücke wird rund 340 Meter lang

Auch technisch wird sich das Bauwerk verändern. Der Neubau soll rund 341 Meter lang werden und in etwa 42 Meter Höhe über dem Gelände liegen. Vorgesehen ist eine Konstruktion mit sieben Feldern. Die bestehenden Brückenteile haben jeweils acht Felder.

SSV Jahn – 2. Slot
SSV Jahn – 2. Slot

Der Überbau wird als Spannbetonhohlkasten ausgeführt. Gebaut werden soll im sogenannten Taktschiebeverfahren: Dabei wird der Brückenüberbau abschnittsweise hergestellt und anschließend schrittweise über die Pfeiler geschoben. Das Verfahren ermöglicht es, große Teile der Konstruktion zu errichten, ohne den gesamten Talraum unter der Brücke als Baustellenfläche nutzen zu müssen.

Neue Lärmschutzwände bei Neuhaus

Vor zwei Jahren wurden zwischen den Anschlussstellen Windischeschenbach und Neustadt/WN die aus dem Jahr 1995 stammenden Lärmschutzwände in Fahrtrichtung Regensburg im Bereich der Ortschaft Neuhaus erneuert.

Die knapp 400 Meter lange Konstruktion besteht aus Stahlstützen mit Stahlbetonelementen. Ebenfalls neu: die hochabsorbierenden Lärmschutzwände inklusive Stahlstützen und Gründung.

Verkehr bleibt auf der Autobahn

Für Autofahrer bedeutet die Baustelle hauptsächlich eine veränderte Verkehrsführung und weniger Spielraum auf der Strecke. Während der Bauzeit wird der Verkehr über das jeweils verfügbare Brückenteil geführt. Die Autobahn GmbH plant nach eigenen Angaben keine Umleitung des Autobahnverkehrs über Bundes- oder Staatsstraßen.

Die Waldnaabtalbrücke wird damit zu einem langfristigen Infrastrukturprojekt für die Region. Bis 2033 soll an der A93 ein vollständig erneuertes Bauwerk entstehen – unter der Voraussetzung, dass der vorgesehene Zeitplan eingehalten werden kann. Über die Kosten des Mammutprojekts macht die Autobahn GmbH keine Angaben. Begründet wird dies damit, dass es erst mit fortschreitender Planung möglich sein werde, eine belastbare Aussage zu den Gesamtkosten zu machen.