Wenn das kein Glück bringt: Frischgebackene Kaminkehrer unterwegs
Wenn das kein Glück bringt: Frischgebackene Kaminkehrer unterwegs
Für neun Gesellinnen und Gesellen des Kaminkehrerhandwerks beginnt ein neuer Lebensabschnitt. In Anwesenheit der Eltern, Großeltern und Freunde, sowie reichlich Prominenz erfolgte im Ausbildungszentrum Mühlbach die Freisprechungsfeier der Kaminkehrer-Innung Oberpfalz.
In Vertretung des Obermeisters der Kaminkehrerinnung Oberpfalz Peter Wilhelm begrüßte Manuel Schätzler die Gäste. Er betonte dabei, dass nicht zuletzt durch die Unterstützung der Stadt Dietfurt und dem Landkreis Neumarkt in Mühlbach eine optimale schulische Ausbildung der Kaminkehrer gegeben sei.
Der Nachwuchs lässt nichts anbrennen
Nach einem weiteren Musikstück des Duos Lakustiks ergriff als Vertreter des Neumarkter Landrats Willibald Gailler Kreisrat Alois Scherer das Wort. „Wir können stolz darauf sein, dass künftig neun weitere junge Menschen für Sicherheit sorgen und im wahrsten Sinne des Wortes nichts anbrennen lassen. Wir investieren in die Schule gerne, weil wir wissen, dass hier das Geld gut angelegt ist“, betonte der Landkreisvertreter.
Heute müsse man um jeden Auszubildenden froh sein. „In der heutigen Zeit ist ein jeder Kaminkehrer zugleich ein kleiner IT-ler. Er muss mit Computer, Laptop und der modernsten Technik umgehen können“, so Scherer weiter.
Laut den Worten des Oberstudiendirektors Albert Hierl stelle sich „der berufliche Erfolg nicht von selbst ein“. Man müsse ihn sich immer wieder aufs Neue erarbeiten. Erfolg, Freude und Anerkennung seien „Treibstoff für die Seele“. Allerdings mache natürlich die Arbeit nicht immer Spaß. Das Leben sei bestimmt von der Balance zwischen Arbeit und Freizeit. Mit der Aufforderung an die Absolventen „Geht bitte euren Weg mit Begeisterung weiter“ schloss Hierl seine Rede.
„Ein bestandener Abschluss ist etwas Großartiges. Hinter dieser Leistung steht viel Durchhaltungsvermögen“, stellte als Vertreter der Stadt Dietfurt Bürgermeister Bernd Mayr fest. Das Leben halte jedoch auch nach der Ausbildung noch eine Menge an Prüfungen parat. Der Rathauschef betonte aber auch, dass nicht überall die Menschen das Glück hätten, lernen zu dürfen und eine gute Ausbildung genießen zu können.
Festredner sieht neue Herausforderungen
Die Festrede hielt Manuel Schätzler. Er ging dabei auf die Herausforderungen der heutigen Zeit ein: „Der Ukraine-Krieg hat auch Auswirkungen auf unseren Beruf. Durch Energiepreisexplosionen und Gasknappheit werden wieder viele Holz- und
Pellets-Öfen installiert. Energiesparchecks werden gesetzlich eingeführt und der Beruf des Schornsteinfegers ist wieder im Wandel. Wir werden und sind weiterhin Energieexperten – unsere Kunden vertrauen auf unsere Meinung und fachliche Kompetenz, jetzt vor allem beim Energiesparen und richtigem Heizen“.
Gerade für die beratenden Tätigkeiten sei der Arbeitgeber sehr dankbar. Schätzler schloss mit den Worten: „Mit euch und eurer Unterstützung werden wir die neuen beruflichen Herausforderungen meistern und den besten Beruf der Welt weiter voranbringen. Es liegt nun an uns Arbeitgebern, dafür zu sorgen, dass ihr in diesem Beruf die Möglichkeit bekommt, zum Wohle der Allgemeinheit tätig zu sein. Und dafür setzen wir uns ein. Gott schütze unser ehrbares Handwerk“.
Lehrlingwart appeliert – “Don´t Stop Believing”
Die Schlussworte hatte der Lehrlingswart Mario Weiß: „Die Lehrzeit ist, wenn man am Anfang der Berufsausbildung steht, eine lange Zeit. Jetzt im Rückblick war es sicher eine kurze Zeit. Aber es war keine verlorene Zeit. Ihr habt sie sinnvoll genutzt, den ersten Schritt ins Berufsleben gemeistert und die Gesellenprüfung bestanden“. Weiß sprach aber auch von einer Zeitwende. Digitalisierung, Homeschooling und Homeoffice seien nur einige Schlagwörter gewesen, die in den vergangenen zwei Jahren überproportional an Bedeutung gewonnen hätten. Als weitere Veränderung könne man den Ukraine-Krieg betrachten, deren Ausmaß noch nicht abschätzbar sei.
Zum Schluss gab er den Absolventen mit auf den Weg: “Ich wünsche euch, bei euren Entscheidungen immer die richtige Wahl zu treffen, sowohl bei den kleinen, banalen als auch bei den wirklich wichtigen Dingen im Leben. Seid euch bewusst, wie wichtig die Freiheit, die Wahlfreiheit und die Entscheidungsfreiheit ist“. Dazu passte auch das Schlusslied „Don’t Stop Believing’“, einem Song der amerikanischen Band Journey, den das Duo Lakustiks zum Besten gab.




