Furiose Blue Devils Weiden stürmen Kassel
Furiose Blue Devils Weiden stürmen Kassel
DEL 2: EC Kassel Huskies – Blue Devils Weiden 1:5 (1:1,0:1,0:3)
Als absoluter Außenseiter reisten die Blue Devils Weiden am Freitag zu einem Meisterschaftskandidaten der DEL 2. Nicht nur, dass das Heimteam in den letzten Spielzeiten stets zu den besten Teams in der Liga zählte, war die bisherige direkte Bilanz in der Liga mit acht Niederlagen aus acht Spielen gegen die Hessen katastrophal. Mit einem furiosem, taktisch starken und kämpferischen Auftritt belohnten sich die Blue Devils Weiden beim 5:1 aber mit dem ersten Auswärtssieg der Saison beim Tabellenzweiten.
Mit Tommy Muck, Mario Scalzo, Vladislav Filin in der Verteidigung und Filip Reisnecker, Georg Thal und kurzfristig krankheitsbedingt auch Topscorer Brayden Tracey im Sturm fehlten zudem wichtige Spieler im Line-Up der Oberpfälzer. Zwischen den Pfosten feierte Neuzugang Kristian Hufsky ein bärenstarkes Debüt, während der zuletzt überzeugende Patrik Mühlberger eine Verschnaufpause bekam.
Schwacher Start – starkes Comeback im ersten Drittel
Coach Dave Matsos drehte im Vorfeld der Partie an einigen Stellschrauben, um die bisherige Negativserie auf fremden Eis zu beenden und änderte den zeitlichen Ablauf wie Abfahrt zum Stadion oder das Videostudium. Bisher gab es in dieser Saison auswärts fünf Niederlagen in ebenso vielen Spielen und auch der Beginn in Kassel verlief wenig verheißungsvoll.
Vor 4009 Zuschauer in der Probonio Arena verlief der Start erneut nicht gut und die Schlittenhunde gingen nach einer ersten Druckphase und der folgenden Überzahlsituation schnell in Führung. Laurin Braun (3.) fälschte einen Schuss von der blauen Linie zum 1:0 ab, während Dominic Bohac auf der Strafbank verweilte. Kassel spielte weiter gut nach vorne, allerdings ohne weitere Treffer.
Mitte des Drittels wurden die Blue Devils mutiger und kamen in Fahrt. Die Folge waren beste Chancen durch Alex-Olivier Voyer, Niklas Postel oder Tyler Gron, die ungenutzt blieben. Die Ausgeglichenheit machte sich im Laufe des Drittels nicht nur in der Schussstatistik (7:7), sondern auch im Ergebnis bemerkbar. Charlie Jahnke vollendete einen schnellen Spielzug über links mit der Rückhand zum 1:1 – Ausgleich (18.). Mit einer der besten Auswärtsleistungen in einem Drittel der Blue Devils Weiden ging es in die erste Pause.
Souveräner Hufsky und Jahnke sorgen für die Führung
Im zweiten Drittel war lange wenig Tempo im Spiel. Ein positives Indiz dafür, dass die Blue Devils einen disziplinierten Auswärtsauftritt ablieferten. Man blieb sowohl von der Strafbank weg und die Verteidigung hielt mit einer defensiven Strategie und teilweise vier Spielern im eigenen Drittel die Marschroute.
In der Offensive konnten sich die Blue Devils erneut auf Charlie Jahnke verlassen, der nach einem Abpraller am schnellsten reagierte und zum Führungstreffer einschob (31.). Die Huskies reagierten wütend und schafften es danach erstmals in diesem Drittel, für Torgefahr zu sorgen. Goalie Kristian Hufsky war in dieser Phase aber ein starker Rückhalt, ließ kaum Abpraller zu und sicherte die Weidener Führung. Mit diesem Ergebnis ging es unter den Pfiffen der heimischen Zuschauer dann auch in die zweite Pause.
Eiskalte Offensive und leidenschaftliche Defensive
Die Pfiffe der Kasseler Fans wurden bereits früh im letzten Drittel sogar noch lauter, als Jordan Knackstedt eine schöne Kombination über Michael Regush und Tyler Gron zum schnellen 1:3 (43.) vollendete. Die Huskies waren geschockt, schossen aus allen Positionen aufs Tor, fanden aber ihren Meister in Hufsky und der starken Abwehrarbeit der Blue Devils. Im Gegenteil: Maxim Golod (45.) und Tyler Gron (47.) hatten bei Kontern alleine vor dem Tor weitere Treffer auf dem Schläger.
Das machte dann aber wenig später Michael Regush besser, der das erste Weidener Powerplay an diesem Abend nach nur 19 Sekunden zum Ausbau der Führung nutzte (48.). Danach spulte Kassel viel Zeit im Weidener Drittel ab, war aber selten gefährlich. Wenn es brenzlig wurde, waren es Hufsky oder blockende Weidener Spieler, die den Funken Hoffnung beim Favoriten nicht mehr aufkommen ließen. In der Endphase riskierte Kassel alles, nahm den Goalie vom Eis und kassierte durch Tyler Gron (60.) sogar den fünften Gegentreffer.
Drei Siege in vier Spielen
“ Es war eine starke Mannschaftsleistung, und wir haben sehr konsequent und einfach gespielt. Die Truppe hat Charakter gezeigt und der Sieg war sehr wichtig,“ fasste Doppelpacker Charlie Jahnke zusammen. Mit dem dritten Sieg aus den jüngsten vier Spielen sind die Blue Devils in der DEL‑2‑Saison angekommen und können mit einem Sieg gegen die Lausitzer Füchse am Sonntag nachlegen. Das Motto ist dann “ Pink in the Rink“ und es werden einige Aktionen für die Brustkrebsvorsorge stattfinden. Diese Aktionen und die Leistung der Blue Devils am heutigen Abend haben sicherlich eine starke Zuschauerkulisse und die Unterstützung der Region verdient.




