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MSR Bertelshofer
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Eine Stunde geschenkt: Am Sonntag beginnt die Winterzeit

In der Nacht zum 25. Oktober werden auch in der Oberpfalz die Uhren um eine Stunde zurückgestellt. Doch was bedeutet die Zeitumstellung für unseren Biorhythmus, die Milchkühe auf den Bauernhöfen und die historischen Kirchturmuhren der Region? Ein Blick auf die kleinen und großen Auswirkungen der Winterzeit.

Eine Stunde geschenkt: Am Sonntag beginnt die Winterzeit

Zeitumstellung
Keine Angst: Das Galgenmännchen am Weidener Galgenberg steht (noch) nicht für Halloween. Zunächst ist am kommenden Wochenende Zeitumstellung, bevor eine Woche später Halloween gefeiert wird. Foto: Martin Stangl (Fotomontage mit KI)

In der Nacht zum Sonntag, 25. Oktober 2026 ist wieder Zeitumstellung. Damit endet die Mitteleuropäische Sommerzeit (MESZ). Um drei Uhr springen die Uhren zurück auf zwei Uhr. Damit gilt wieder die Mitteleuropäische Zeit (MEZ), umgangssprachlich Winterzeit. Wer am Sonntag ausschlafen kann, gewinnt eine Stunde. Doch jedes Jahr stellt sich dieselbe Frage: vor oder zurück?

Im Frühjahr kommen die Gartenmöbel vor die Tür, im Herbst zurück in den Schuppen. Ebenso wandern die Uhrzeiger im Herbst zurück.Eselsbrücke zur Zeitumstellung

Eselsbrücke zur Zeitumstellung

Die innere Uhr bevorzugt die Normalzeit

Für den menschlichen Körper ist die Zeitumstellung mehr als eine Änderung auf dem Zifferblatt. Die innere Uhr steuert Schlaf, Wachheit, Stoffwechsel und zahlreiche Körperfunktionen. Sie richtet sich besonders nach dem Tageslicht. Schlafmedizinische Fachgesellschaften sprechen sich deshalb häufig für eine dauerhafte Normalzeit aus: Morgendliches Licht unterstützt die Synchronisierung des biologischen Rhythmus. Eine dauerhafte Sommerzeit würde dagegen in den Wintermonaten einen noch späteren Sonnenaufgang bedeuten. Nicht jeder spürt den Wechsel gleich stark. Empfindliche Menschen können aber einige Tage benötigen, um sich anzupassen.

Was die Forschung über Risiken der Zeitumstellung sagt

Eine 2024 im Deutschen Ärzteblatt veröffentlichte Analyse unter Beteiligung des Universitätsklinikums Köln betrachtete Studien zum Herzinfarktrisiko nach Zeitumstellungen. Die ausgewerteten Untersuchungen deuteten auf ein erhöhtes Risiko nach dem Wechsel zur Sommerzeit im Frühjahr hin, nicht jedoch nach der Herbstumstellung. Als mögliche Erklärung gilt, dass im Frühjahr eine Stunde Schlaf verloren geht und biologische Abläufe abrupt verschoben werden. Im Herbst steht dagegen zunächst eine zusätzliche Stunde zur Verfügung. Daraus folgt allerdings nicht, dass die Umstellung für alle Menschen völlig folgenlos bleibt.

Auf dem Peterhof bleiben die Kühe bei der Zeitumstellung gelassen

Wie sieht es in der Landwirtschaft aus? Auf dem Peterhof in Rothenstadt bei Weiden hält Milchbauer Thomas Stark mehr als 100 Milchkühe. Nach seinen Beobachtungen bereitet die Zeitumstellung den Tieren keine größeren Probleme. Zwar verschiebt sich die Fütterung nach der Uhr um eine Stunde. Im Gegensatz zu früher gibt es bei den Melkzeiten ein weniger starres System.Melkroboter erlauben den Kühen, selbst zu entscheiden, wann und wie oft sie gemolken werden. Feste Melkzeiten fallen damit weg. Für den Landwirt hat die Umstellung sogar eine angenehme Seite: „Ich kann am kommenden Sonntag eine Stunde länger im Bett bleiben!“

Was passiert mit den Kirchturmuhren?

Auch die Kirchturmuhren in der Oberpfalz müssen auf Winterzeit wechseln. Früher war das vielerorts Handarbeit: Der Mesner oder eine andere zuständige Person stieg zum Uhrwerk hinauf und stellten die richtige Zeit ein. Heute übernehmen bei vielen Anlagen elektrische Antriebe und elektronische Steuerungen die Umstellung. Die exakte Zeit wird per Funk von der Physikalisch-Technische Bundesanstalt bereitgestellt.
Wie die Zeiger tatsächlich reagieren, hängt von der Technik ab. Manche Uhren fahren zurück, andere bleiben eine Stunde stehen und laufen anschließend weiter. Gerade historische Mechaniken könnten beim Rückwärtsdrehen Schaden nehmen. 

Beliebte Sommerabende, ungeliebter Wechsel

Die Sommerzeit hat trotz wissenschaftlicher Vorbehalte viele Anhänger. Lange, helle Abende laden zu Spaziergängen, Gartenarbeit und Unternehmungen ein. Die zweimalige Zeitumstellung selbst ist dagegen umstritten. Bahnunternehmen müssen Fahrpläne berücksichtigen, Krankenhäuser und Pflegeheime Dienstabläufe abstimmen und Betriebe mit Nachtschichten Arbeitszeiten dokumentieren. Auch im Alltag brauchen manche Menschen einige Tage, bis sie sich an die neue Uhrzeit gewöhnt haben. Die Frage, ob dauerhaft Sommerzeit oder Normalzeit gelten sollte, bleibt deshalb politisch und gesellschaftlich umkämpft.

Witron – Koch und Servicekraft gesucht
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Andere Länder drehen nicht an der Uhr

Nicht überall wird zwischen Sommer- und Winterzeit gewechselt. Island, Russland, Belarus, die Türkei, China, Indien und Japan verzichten auf eine saisonale Umstellung. Auch zahlreiche afrikanische Staaten stellen ihre Uhren nicht zweimal jährlich um. In Deutschland wurde die Sommerzeit erstmals 1916 eingeführt, später wieder abgeschafft und erneut eingeführt. Seit 1980 gibt es hierzulande wieder den regelmäßigen Wechsel; seit 1996 gelten in der Europäischen Union gemeinsame Umstellungstermine. Über eine Abschaffung wird seit Jahren diskutiert, eine verbindliche europäische Einigung fehlt jedoch.

Eine Stunde mehr – zumindest auf dem Papier

Ob die zusätzliche Stunde tatsächlich im Bett verbracht wird, entscheidet jeder selbst. Für Nachtschichtbeschäftigte bedeutet die längere Nacht dagegen unter Umständen zusätzliche Arbeitszeit. Wer am Sonntag früh unterwegs ist, sollte vor allem ältere, nicht automatisch synchronisierte Uhren überprüfen. Smartphones und viele Funkuhren stellen sich selbst um. Die nächste Umstellung folgt am 28. März 2027, der zugleich Ostersonntag ist: Dann werden die Zeiger wieder eine Stunde vorgestellt. Bis dahin gilt auch in der Oberpfalz die Normalzeit – mit früherem Tageslicht am Morgen und früherer Dunkelheit am Abend.