Katastrophenschutzübung stärkt Zusammenarbeit in Schwandorf
Katastrophenschutzübung stärkt Zusammenarbeit in Schwandorf
Im Landratsamt Schwandorf fand in Zusammenarbeit mit der Staatlichen Feuerwehrschule Geretsried eine umfangreiche Stabsrahmenübung statt. Ziel der Übung war es, die Zusammenarbeit der verschiedenen Einsatz- und Führungsstrukturen im Katastrophenschutz unter realitätsnahen Bedingungen zu trainieren und weiter zu optimieren. Grundlage hierfür bildeten die Vorgaben des Bayerischen Katastrophenschutzgesetzes.
Vorbereitet wurde die Übung durch die Staatliche Feuerwehrschule Geretsried gemeinsam mit dem Sachgebiet „Öffentliche Sicherheit und Ordnung“ des Landratsamtes Schwandorf. Die Hauptverantwortung seitens der Staatlichen Feuerwehrschule Geretsried lag bei Hans Christian Eibl. Maßgeblich eingebunden waren zudem Gerhard Domaier vom Landratsamt sowie Kreisbrandrat Christian Demleitner seitens der Kreisbrandinspektion. Gemeinsam koordinierten sie die Konzeption und Durchführung der Übung.
Komplexes Szenario: Zugkollision bei Nabburg
Als Übungsszenario wurde eine schwere Kollision zwischen einem Güterzug und einem Personenzug im Bereich der Stadt Nabburg angenommen. Infolge des Zusammenstoßes kam es zu zahlreichen fingierten Verletzten, einem Brandereignis sowie zu einem erheblichen Umweltschaden durch austretende Betriebsstoffe, die in die Naab gelangten. Die angenommene Lage stellte damit eine komplexe Schadenssituation dar, die umfangreiche rettungsdienstliche Maßnahmen, technische Hilfeleistungen sowie koordinierte Maßnahmen im Bereich des Umweltschutzes erforderlich machte.
Die örtliche Einsatzleitung übernahm KBI Helmut Schatz in seiner Funktion als einer der im Landkreis Schwandorf vorausbenannten Örtlichen Einsatzleiter. Ein Örtlicher Einsatzleiter, kurz ÖEL, wird bei größeren Schadenslagen eingesetzt, wenn an einer Einsatzstelle mehrere Einheiten, Fachbereiche und Organisationen koordiniert werden müssen. Er führt die eingesetzten Kräfte an der Schadensstelle, trifft die operativen Entscheidungen und sorgt für eine geordnete und wirksame Gefahrenabwehr. Unterstützt wurde er dabei durch die Unterstützungsgruppe Örtliche Einsatzleitung (UG-ÖEL), die insbesondere die Lageführung, Dokumentation, Kommunikationsabläufe und Führungsunterstützung an der Einsatzstelle sicherstellt. Im Bereich des Rettungsdienstes erfolgte die entsprechende Führung und Koordination durch die Sanitätseinsatzleitung.
Führungsstrukturen im Landratsamt: FüGK und KomFü
Parallel zur Einsatzstelle wurden im Landratsamt Schwandorf die übergeordneten Führungsstrukturen aktiviert. Auf der politisch-administrativen Ebene kommt der Führungsgruppe Katastrophenschutz, kurz FüGK, eine zentrale Rolle zu. Sie unterstützt die Katastrophenschutzbehörde bei der Bewältigung der Lage, bereitet Entscheidungen vor, koordiniert überörtliche Maßnahmen und stellt die Verbindung zwischen Einsatzgeschehen und Verwaltung sicher. Bestandteil dieser Struktur ist auch die Kommunikationsgruppe der FüGK, die KomFü. Sie sorgt insbesondere für einen geordneten Informationsfluss, die Übermittlung und Aufbereitung von Lagemeldungen sowie die Kommunikation zwischen den beteiligten Ebenen.
Ein besonderer Schwerpunkt der Übung lag auf genau diesem Zusammenspiel zwischen Einsatzstelle, Örtlicher Einsatzleitung, UG-ÖEL, FüGK und KomFü. Nur wenn Informationen schnell, vollständig und zielgerichtet zwischen den operativen Kräften vor Ort und den Führungsebenen im Landratsamt ausgetauscht werden, kann eine komplexe Schadenslage wirksam bewältigt werden. Die Übung zeigte eindrucksvoll, wie wichtig klar definierte Meldewege, ein gemeinsames Lageverständnis und abgestimmte Entscheidungen für eine erfolgreiche Einsatzbewältigung sind.
Beteiligte Organisationen im Überblick
In die Übung eingebunden waren zahlreiche Organisationen und Fachstellen, darunter der Rettungsdienst mit BRK und Johannitern, das Technische Hilfswerk, die Polizei, Notfallmanager der Deutschen Bahn, Notärzte sowie Fachberater aus verschiedenen Behörden und Sachgebieten. Gerade bei größeren Schadenslagen kommt den Hilfsorganisationen eine besondere Bedeutung zu. Sie übernehmen nicht nur die medizinische Versorgung, Betreuung und Unterstützung betroffener Personen, sondern sind zugleich ein unverzichtbarer Bestandteil des vernetzten Hilfeleistungssystems. Das Technische Hilfswerk bringt darüber hinaus seine besondere Fachkompetenz in der technischen Hilfe und Infrastrukturunterstützung ein, während Polizei und weitere Fachbehörden ihre jeweiligen Aufgaben im Bereich Sicherheit, Ordnung, Ermittlung und Gefahrenabwehr wahrnehmen.
Eine wichtige Rolle kommt in solchen Lagen auch der Kreisbrandinspektion mit ihren Führungskräften zu. Sie stellt innerhalb der Feuerwehren die erforderlichen Führungsstrukturen sicher, unterstützt die Einsatzleitung und übernimmt eine wesentliche Koordinierungsfunktion im Zusammenspiel mit den übrigen Organisationen und Behörden. Gerade bei komplexen Flächen- oder Großschadenslagen ist diese übergreifende Führungs- und Abstimmungsleistung ein wesentlicher Faktor für eine geordnete und wirksame Einsatzbewältigung.
Krisenmanagement im Landratsamt
Neben der operativen Gefahrenabwehr wurden im Rahmen der Übung auch die Abläufe im Landratsamt praxisnah dargestellt. Hierzu zählten unter anderem die Einrichtung von Notfalltelefonen für die Bevölkerung, die Koordination von Warnmeldungen, die Vorbereitung einer Pressekonferenz sowie die Abstimmung von Versorgungsmaßnahmen. Diese Einspielungen wurden durch Komparsen innerhalb der Übungsleitung realitätsnah dargestellt.
Im Rahmen der Abschlussbesprechung betonten die Verantwortlichen die große Bedeutung abgestimmter Führungs- und Kommunikationsstrukturen. Kreisbrandrat Christian Demleitner erklärte: „Gerade bei komplexen Schadenslagen zeigt sich, wie entscheidend ein eingespieltes Zusammenwirken aller Beteiligten ist. Nur wenn Einsatzstelle, Führungsunterstützung und Katastrophenschutzbehörde eng verzahnt arbeiten, können wir schnell, strukturiert und wirksam handeln.“ Auch Landrat Thomas Ebeling unterstrich die Bedeutung der Übung: „Ein funktionierender Katastrophenschutz braucht klare Zuständigkeiten, verlässliche Kommunikationswege und das vertrauensvolle Miteinander aller beteiligten Organisationen. Solche Übungen sind deshalb unverzichtbar, um im Ernstfall vorbereitet zu sein.“
Erkenntnisse aus der Übung
Die Übung machte deutlich, dass eine leistungsfähige Gefahrenabwehr nicht nur auf gut ausgebildeten Einsatzkräften basiert, sondern vor allem von einer funktionierenden Stabsarbeit, klaren Kommunikationsstrukturen und einem engen Schulterschluss aller beteiligten Organisationen getragen wird. Gerade vor dem Hintergrund aktueller Krisen- und Schadenslagen wird zunehmend sichtbar, dass ein wirksamer Katastrophenschutz nur durch das enge und abgestimmte Zusammenspiel von ehrenamtlichen Einsatzkräften und staatlichen Behörden gewährleistet werden kann.









