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Regierung schließt Camp Pitman - Bundeswehr braucht Platz für hunderte neue Soldaten

Weiden. Die Regierung der Oberpfalz wird die große Flüchtlingsunterkunft neben der Kaserne schließen müssen. Hintergrund: Die Bundeswehr will am Standort Weiden aufstocken. Inoffziell ist von mehreren hundert weiteren Soldaten die Rede, die hier stationiert werden.

Weiden. Die Regierung der Oberpfalz wird die große Flüchtlingsunterkunft neben der Kaserne schließen müssen. Hintergrund: Die Bundeswehr will am Standort Weiden aufstocken. Inoffziell ist von mehreren hundert weiteren Soldaten die Rede, die hier stationiert werden.
Die Major-Radloff-Kaserne wächst. Foto: Christine Ascherl

Regierung schließt Camp Pitman - Bundeswehr braucht Platz für hunderte neue Soldaten

Aktuell sind etwa 1.200 Soldaten in Weiden untergebracht. Hintergrund der Aufstockung ist der neue Wehrdienst. Für die neuen Soldaten der Major-Radloff-Kaserne werden Unterkünfte gebraucht. Eine Bestätigung seitens der Bundeswehr gibt es (noch) nicht. Aus Sicherheitsgründen nennt man auch keine Zahlen.

Die Flüchtlingsunterkunft befindet sich in der Kasernenstraße auf dem Gelände des früheren „Camp Pitman“. Der Name stammt aus dem Kalten Krieg: Die US-Streitkräfte betrieben hier bis 1988 ein Bordercamp. Im Zweiten Weltkrieg vor 1945 befand sich hier das Stalag XIIIb, ein Kriegsgefangenenlager mit alliierten Häftlingen.

Oberbürgermeister Jens Meyer wertet die Pläne der Bundeswehr als starkes Signal für die Zukunft Weidens: „Sie sichert langfristig Arbeitsplätze, stärkt die lokale Wirtschaft und vertieft die enge Verbundenheit zwischen unseren Bürgerinnen und Bürgern sowie den Soldatinnen und Soldaten.“ Die Bundeswehr sei ein fester Anker und für Weiden ein prägender Teil der Stadtidentität.

Mietvertrag läuft bis 2029

Regierungssprecherin Kathrin Kammermeier bestätigt, dass die Regierung in Verhandlungen mit der Bundeswehr steht. Die Bundeswehr bittet demnach um eine frühere Räumung. Eigentlich hat die BIMA (Bundesanstalt für Immobilienaufgaben) das Gelände bis 2029 für die Unterbringung von Asylsuchenden angemietet.

Kammermeier: „Die BIMA wurde von der Bundeswehr angefragt, ob und wenn ja in welchem Zeitfenster eine vorzeitige Beendigung des Mietverhältnisses und eine Räumung möglich sei.“ Die Regierung betreibt neben der GU in der Kasernenstraße mehrere kleine Teil-GUs in Weiden.

Bundeswehr Gemeinschaftsunterkunft Major-Radloff-Kaserne Kaserne
Die Gemeinschaftsunterkunft der Regierung der Oberpfalz in der Kasernenstraße. Sie war im Zuge der Flüchtlingskrise 2015 um Containerbauten erweitert worden. Foto: Christine Ascherl

Höhepunkt 2015, Flüchtlingszahlen sinkend

2015 war die Gemeinschaftsunterkunft in der Kasernenstraße mit Wohncontainern erweitert worden. Die Flüchtlingskrise hatte zu einem starken Anstieg an Asylsuchenden geführt. Zuletzt gab es in sechs Gebäuden – inklusive Verwaltungsgebäude – über 200 Plätze, die zuletzt aber nicht mehr voll belegt waren.

SSV Jahn
SSV Jahn

Wie der Bayerische Rundfunk berichtete, ist die Zahl der Asylanträge in Bayern seit 2023 deutlich gesunken. Wie das Innenministerium bekanntgab, kamen bis Oktober 2025 rund 11.700 Asylsuchende nach Bayern und damit deutlich weniger, als im selben Zeitraum im vergangenen Jahr (27.600 Personen) – das entspricht einem Rückgang um 58 Prozent. 2023 waren es noch knapp 54.000 Asylanträge. 

Der Freistaat wolle deswegen prüfen, welche Mietverträge für Unterkünfte gekündigt werden können, so der BR. Trotz sinkender Zahlen waren rund 126.000 Menschen in den bayerischen Asylunterkünften untergebracht. Die hohe Zahl entsteht auch durch Fehlbeleger: anerkannte Flüchtlinge, die keine Wohnung außerhalb finden.

Bundeswehr hat in Weiden Geschichte

Stalag XIIIb Weiden Camp Pitman Kaserne Bundeswehr
Das Stalag XIII B in Weiden mit Blick auf den Rehbühl. Häftlinge vor ihren Baracken, Oktober 1942. Das Foto stammt vom Internationalen Komitee vom Roten Kreuz (IKRK), das die Lager regelmäßig inspizierte. Quelle: Enzyklopädie der Lager und Ghettos des United States Holocaust Memorial Museum, 1933-1945 Mit freundlicher Genehmigung des IKRK.

Die Kaserne in Weiden hat eine wechselvolle Geschichte hinter sich. Sie wurde 1935 als „Metzer-Kaserne“ im Nationalsozialismus erbaut. In unmittelbarer Nachbarschaft befand sich das Kriegsgefangenenlager Staalg XIIIb. Zum Zeitpunkt der Befreiung durch die US-Army befanden sich 1.722 alliierte Gefangene auf dem Gelände. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Stalag zum Kriegsgefangenenlager für deutsche Soldaten. Nicht verifizierbar: Nazi-Kriegsverbrecher Adolf Eichmann soll unter den Gefangenen gewesen sein.

Die US-Army nutzte die Kaserne (umbenannt in „Osborne Barracks“) bis in die 1950er Jahre hinein. 1956, ein Jahr nach Gründung der Bundeswehr, begann die Geschichte der Artillerie in der Oberpfalz mit dem damaligen Feldartilleriebataillon 105.

Die Bundeswehr schreibt zu ihrer Geschichte am Standort Weiden:

„In 1956, also bereits ein Jahr nach Gründung der Bundeswehr, beginnt die Geschichte der Artillerie in der Oberpfalz mit dem damaligen Feldartilleriebataillon 105. Nach einer knapp zwanzigjährigen Unterbrechung artilleristischer Nutzung zwischen 1992 und 2012, zog 2013 das zur 10. Panzerdivision aus Veitshöchheim gehörige Artilleriebataillon 131 ein.

Es folgten bewegte Jahre – Beteiligungen an den Einsätzen im Kosovo und Afghanistan, Mali, Irak und Liberia. Doch auch im Inland unterstützen die Weidener Soldatinnen und Soldaten unermüdlich, so zum Beispiel bei den Hochwassereinsätzen 1997, 2002, 2013 sowie 2022 im Ahrtal.

Seit 2014 leisten die Weidener Artilleristen auch im Rahmen der Landes- und Bündnisverteidigung ihren Dienst. Genauer in der einsatzgleichen Verpflichtung enhanced Forward Presence Battle (eFP) Group in Litauen.

Seit Oktober 2023 ist neben dem Artilleriebataillon 131 auch das, zur Panzergrenadierbrigade 37 „Freistaat Sachsen“ gehörige, Panzerartilleriebataillon 375 in der Major-Radloff-Kaserne stationiert.“