Überfall auf Juwelier in Pressath mit Auto durchs Schaufenster

Überfall auf Juwelier in Pressath mit Auto durchs Schaufenster
In Pressath fuhren unbekannte Täter am Donnerstag gegen 1.45 Uhr mit einem Mercedes-Benz rückwärts durch die Schaufensterscheibe in ein Juweliergeschäft. Dabei erbeuteten sie Schmuck und weitere Wertgegenstände in bislang nicht definierbarer Höhe. Anschließend flüchteten die Täter mit einem zweiten Fahrzeug vom Tatort.
Fluchtfahrzeug verunfallt, Großfahndung blieb erfolglos
Polizeikräfte leiteten eine sofortige Nahbereichsfahndung ein und setzten dazu uniformierte Beamte, Unterstützungskräfte der Zentralen Einsatzdienste Weiden und einen Polizeihubschrauber ein. Dabei entdeckten Einsatzkräfte im Bereich der Auffahrt zur B299 einen Škoda Octavia im Straßengraben. Nach bisherigen Erkenntnissen flüchteten die Täter zunächst mit dem Škoda vom Tatort und verunfallten anschließend an der Bundesstraße. Danach setzten die unbekannten Personen ihre Flucht entweder zu Fuß oder mit einem weiteren Fahrzeug fort.
Tatablauf und erste Erkenntnisse
Die Ermittler gehen davon aus, dass beide eingesetzte Fahrzeuge zuvor im Dienstbereich des Polizeipräsidiums Oberfranken entwendet wurden und dass auch die angebrachten Kennzeichen gestohlen waren. Trotz einer umfangreichen Großfahndung blieben die Täter bislang unauffindbar. Die Kriminalpolizeiinspektion Weiden ermittelt und bittet um Hinweise aus der Bevölkerung. „Haben Sie am Donnerstag, dem 23. Juli 2026, gegen 1.48 Uhr, im Bereich der Eschenbacher Straße in Pressath oder im Bereich der Auffahrt zur B299 in der Grafenwöhrer Straße verdächtige Beobachtungen gemacht? Dann wenden Sie sich bitte an die Kriminalpolizeiinspektion Weiden unter der Telefonnummer 0961/401-2222.“
Ermittlungen der Polizei und mögliche Zusammenhänge
Spezialisierte Ermittler ordnen derartige Einbrüche häufig dem sogenannten Ram-Raid-Modus zu, bei dem Täter mit Fahrzeugen Sicherheitsbarrieren überwinden. Oft nutzen Kriminelle dafür gestohlene Autos und wechseln nach der Tat schnell das Fluchtfahrzeug. Polizeidienststellen gleichen in solchen Fällen Kennzeichenhinweise, Reifenspuren und Tatmuster mit weiteren Vorkommnissen in Bayern und benachbarten Bundesländern ab. Zeugen, die zur Tatzeit verdächtige Fahrzeuge, laute Motorgeräusche oder ungewöhnliche Aktivitäten rund um den Tatort wahrgenommen haben, können die Ermittlungen mit Hinweisen unterstützen.
Regionale Einordnung und Prävention
Die Oberpfalz verzeichnete in den vergangenen Jahren vereinzelt Einbrüche in Juweliergeschäfte, bei denen Täter ebenfalls Fahrzeuge als Rammbock nutzten. Gewerbetreibende setzen als Reaktion vermehrt auf Maßnahmen wie einbruchhemmende Verglasung, fest verankerte Poller vor den Eingängen, Rollgitter und gesicherte Vitrinen im Innenraum. Versicherer und Sicherheitsberater empfehlen zudem, hochwertige Ware außerhalb der Öffnungszeiten dezentral zu lagern und Außenbereiche gut zu beleuchten. Städte und Gemeinden prüfen an gefährdeten Lagen ergänzende bauliche Vorkehrungen, die Zufahrten erschweren, ohne den Zugang für Kundschaft und Lieferverkehr zu behindern.
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