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75 Jahre Gymnasium Eschenbach: Eine Bildungseinrichtung im Wandel der Zeit

Eschenbach. Wohl niemand ahnte, dass die 1948 gegründete private Realschule einmal als Gymnasium Eschenbach sein 75-jähriges Jubiläum feiern wird. Zu diesem Anlass feierten viele Ehemalige mit der Schule einen Festakt und Schulfest.

75 Jahre Gymnasium Eschenbach: Eine Bildungseinrichtung im Wandel der Zeit

Robert Gorny aus der Q11 spielte anlässlich des 75-jährigen Jubiläums “Präludium und Fuge in C-Moll” von Johann Sebastian Bach. Foto: Stefan Neidl

„Normal ist man mit 75 Jahren schon längst im Ruhestand. Aber das Gymnasium soll sich weiterentwickeln auf die nächsten 75 Jahre“, erklärt Landrat Andreas Meier anlässlich des 75-jährigen Jubiläums des Gymnasiums Eschenbach. Zwar sei der Landkreis der sogenannte Sachaufwandsträger, er möchte bei Bildung jedoch nicht von Aufwand, sondern von Investitionen in die Rohstoffe Geist, Kinder und die Zukunft sprechen.

In diesem langen Zeitraum ist natürlich viel passiert und so warf Schulleiter Harald Olschner einen Blick zurück. Gegründet 1948 als private Realschule, wurde es 1958 in Oberrealschule umbenannt und zog 1959 in das heute noch aktuelle Schulgebäude in der Jahnstraße. Die private Institution wurde 1960 verstaatlicht und 1965 zum mathematisch-naturwissenschaftlichen Gymnasium.

Vergleich damals und heute

In diesen 75 Jahren hat sich nicht nur der Lehrplan verändert – Olschner zeigte ein Bild von den Schülern vom ersten Jahrgang 1948. Während die Mädchen mit ihren Kopftüchern spielten oder lässig über der Schulter trugen, tranken die Buben darauf aus Flaschen oder inspizierten einen LKW der US-Armee anstelle für ein Gruppenfoto zu posen. Kleidung und Körperhaltung ist noch eher traditionell und steif.

Ganz anders waren die folgenden Bilder vom Kollegium, Abschlussjahrgängen oder ein Schnappschuss aus der Unterrichtssituation heute. Die Kleidung war legerer, die Körperhaltung oft lockerer, weniger angespannt, der weibliche Anteil erhöhte sich über die Jahre im Kollegium wie in der Schülerschaft. In dem Bild aus dem Unterricht lachten Schüler und Lehrer am PC. Olschner kommentierte: „Heute haben die jungen Menschen das Ruder übernommen, die Rolle der Lehrkraft hat sich vom Dozierenden über den Moderator hin zum Lernmotivator verändert.“

Verweis fürs Kartenspielen

Dazu hatte der Schulleiter auch Kurioses zum Schmunzeln dabei, um den Vergleich zu untermalen: So erhielten 1957 vier Schüler einen Verweis wegen Kartenspielens, andere wegen „Frechheit“ oder auch mal einfach wegen schlechter Vorbereitung. Verhalten, die in den seltensten Fällen heute einen blauen Brief bewirken.

Diese Bilder stehen für Olschner sinnbildlich für den ständigen Wandel in Schule, Bildung und Gesellschaft. Auch die heutige Atmosphäre am Gymnasium Eschenbach mit seinen aktuell 701 Schülern sieht er positiv: „Es herrscht zwischen Schülern und Lehrern ein freundschaftliches Verhältnis.“

SSV Jahn
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Ehemalige Schulleiter feiern mit

Olschner erkennt eine durch Technik, Politik, Wirtschaft, Gesellschaft und Kultur bewirkten Beschleunigung im schulischen Alltag, die sich über die Laufzeit seiner der Zeremonie beiwohnenden Vorgänger Roland Jobst (1994 bis 2000), Paul Lippert (bis 2009), Anton Schwemmer (bis 2010), Knut Thielsen (bis 2019) und Peter Schobert (bis 2021) fort zeichnete und mehr und mehr entwickelte. Auch dadurch stehe die Schule als Bildungseinrichtung vor größeren Herausforderungen denn je.

Die Schulleiter Knut Thielsen, Paul Lippert, Roland Jobst, Harald Olschner, Anton Schwemmer und Peter Schobert (von links) prägten seit 1994 das Gymnasium Eschenbach. Foto: Stefan Neidl

Humorvoller blickten Elternratsvorsitzende Sabine Schultes und Bürgermeister Marcus Gradl an die eigene Schulzeit zurück – gerade die Französischlehrer waren ihnen im Guten wie Schlechten in Erinnerung geblieben. Schultes hatte dazu ein Goldenes Buch zum 75. Jubiläum mitgebracht, in das sich Ehrengäste, ehemalige Schüler wie Lehrer eintragen sollten.

Schulfest zum Jubiläum

Am selben Nachmittag und Abend feierten Schüler und Lehrer ihr Schulfest – eine Gelegenheit, die viele ehemalige Schüler und Lehrkräfte ebenso wahrnahmen. Neben Wettbewerben auf dem Sportplatz und Quizwettbewerbe in den Klassenräumen, gab es auch Vorführungen der Fachschaften, tolle Musikeinlagen von den Chören der verschiedenen Jahrgangsstufen und der Schulband. Für viele Gäste war es auch einfach nur eine Möglichkeit in Erinnerungen zu schwelgen oder alte Bekanntschaften aufzufrischen.

Am Schulfest trafen sich ehemalige wie heutige Schüler und Lehrer. Sie nahmen die Gelegenheit wahr, zwischen den Stücken der Schulchöre und Ensembles einen Plausch zu halten. Foto: Stefan Neidl