Altneihauser Feierwehr sagt Adieu: Zum letzten Mal in Veitshöchheim

Altneihauser Feierwehr sagt Adieu: Zum letzten Mal in Veitshöchheim
In der „Frankenschau aktuell“ (Beginn 17.30 Uhr) gab der BR bekannt, dass die Altneihauser Feierwehrkapell’n zum letzten Mal bei „Fastnacht in Franken“ auftreten wird. Der Kommandant Norbert Neugirg veröffentlichte parallel dazu einen „letzten Befehl“: „Kameraden, frohe Kunde: Uns blüht die letzte Stunde. Bevor es uns aus Altersgründen – nicht mehr gelingt hinauszufinden.“
Neugirg blickt in einer Mitteilung zurück auf die Anfänge der Feierwehrkapell’n: So hatten die „Altneihauser“ am Faschingssamstag 1985 ihren ersten öffentlichen Auftritt. „Das hat sich so rasant herumgesprochen, dass 21 Jahre danach in Franken darauf reagiert wurde“, spottet Neugirg. 2006 wurde die Klamauk-Kapelle zum ersten Mal nach Veitshöchheim eingeladen.
„Alle Unverschämtheiten fruchteten nicht“
Die „Altneihauser“ und ihr rotzfrecher Kommandant wurden schnell zum absoluten Publikumsliebling. 20 Jahre lang kam die Kapelle „aus der Nummer nicht mehr heraus“, so Neugirg: „Alle Unverschämtheiten der Oberpfälzer Querulanten fruchteten nicht: Die Hoffnung, live und vor laufender Kamera aus der Sitzung geschmissen zu werden, wollte sich ums Verrecken nicht erfüllen.“
Einige Male war man beim BR womöglich wirklich nahe dran: 2018 sorgten die Oberpfälzer für einen Eklat. Brigitte Macron, die Ehefrau des französischen Präsidenten, wurde in einem Liedtext als „gut eingefahr’ner Schlitten“ und „schärfste alte Hütte“ bezeichnet, gesungen von Trommler Reinhard Stummreiter.
Corona brachte Sand ins Getriebe
Im Jahr darauf folgte ein Auftritt, bei dem man den leisen Verdacht haben konnte, die Sendezeit sei etwas eingekürzt. 2020 folgte ohnehin eine Corona-Zwangspause, 2021 dann eine Sendung ohne Publikum. 2022 sagten die „Altneihauser“ komplett ab – „corona-bedingt“. Laut Neugirg habe man nach zwei Jahren ohne Auftritte kein sendefähiges Programm. Der Windischeschenbacher machte keinen Hehl aus seiner Kritik an manchen Maßnahmen zur Pandemieeindämmung. Es wurde über ein endgültiges Aus spekuliert.
2023 dann die positive Überraschung: Die Altneihauser feierten ihr Veitshöchheim-Comeback – und wurden bejubelt wie eh und je.
Statement des BR
Jetzt lässt man sie ungern ziehen. Die Franken-Fasenacht verliert mit der Oberpfälzer Kapelle eines ihrer stärksten Zugpferde. Der BR veröffentliche am Dienstag folgendes Statement von Anja Miller, Leiterin BR Franken:
„Die Nachricht aus der Oberpfalz hat uns per Feuerwehr-Funk erreicht. Der Kommandant und seine Mannschaft von der Altneihauser Feierwehr legen die Schläuche nieder. Sie geben nach 20 Jahren bei Fastnacht in Franken auf, ihren Oberpfälzer Spott über unser schönes Frankenland und den Frankenwein auszuschütten. Eigentlich – sollte man meinen – eine gute Nachricht, die uns aber doch wehmütig macht, weil die Altneihauser Feierwehr über die Jahre ein ganz besonderer Teil der fränkischen Fastnachtfamilie geworden ist.“
Den Rückzug begründet Norbert Neugirg altersbedingt. Wie immer mit einem Augenzwinkern: „Trotz und mit anhaltender Erfolglosigkeit erhöhte sich naturgemäß die Betriebsstundenzahl der Mannschaft. Dank seines Altersvorsprungs ist Kommandant Norbert Neugirg auch in punkto Laufzeit seinem angestaubten Häuflein weit voraus.“ Damit wird am Freitag, 6. Februar, der endgültig „letzte Versuch unternommen, für die fränkische Kultsendung untragbar zu werden“. Sendetermin: 19 Uhr
„Best of“ aus Veitshöchheim
„Elf Heteropfälzer Frauenherzenschmelzer: alt, weiß, männlich, abgehangen, am Frankenwein fast eingegangen.“
„Ganz unten in der Hierarchie kommt die fränkische Prärie, dann folgt mit ihren Gülleweihern die Sauzucht-Tundra Niederbayern, und die Oberpfalz liegt nebenan, da fängt der Mensch in Bayern an.“
„Wir wollten diesen Gang vermeiden, doch seit dem Abgang von Joe Biden braucht die Welt Ersatz‑Verwirrte, was die Kapelle inspirierte, sich für Veitshöchheim zu entscheiden.“
„Zu sagen, was wir denken, werden wir uns künftig schenken. Der Gottschalk sagt ja auch nichts mehr.“





