Jetzt Tickets für die kommenden Jahn-Spiele sichern!
Bayernwerk
Bayernwerk

Bahngleis-Sanierung: Monstermaschine erneuert Strecke bei Weiden

Weiden. Das Bahngleis zwischen Weiden und Freihung wird derzeit erneuert. Ein riesiger Spezialzug sorgt für Aufsehen – und für Schienenersatzverkehr. Den müssen nämlich Bahnreisende von und nach Nürnberg in Kauf nehmen.

Bahngleis-Sanierung: Monstermaschine erneuert Strecke bei Weiden

Bahngleis
Ein technisches Wunderwerk: Derzeit saniert ein 300 Meter langer Spezialzug die Gleisanlagen zwischen Weiden und Freihung. Foto: Martin Stangl

Die Sanierung am Bahngleis zwischen Weiden und Freihung sorgt derzeit für gemischte Gefühle. Während Bahnreisende auf Schienenersatzverkehr angewiesen sind, kommen Technikbegeisterte voll auf ihre Kosten. Entlang der Strecke ist ein beeindruckender Spezialzug im Einsatz, der das Bahngleis nahezu vollautomatisch erneuert und dabei modernste Technik zeigt.

Bahngleis wird mit 300 Meter langem Spezialzug erneuert

Der auffällige, leuchtend gelbe Zugverbund ist kaum zu übersehen. Mit einer Länge von rund 300 Metern wirkt die Maschine wie ein technisches Monster. Abschnitt für Abschnitt arbeitet sich der sogenannte Recycling-Zug entlang des Bahngleises vor. Erst kürzlich war er noch am Bahnübergang bei Maierhof im Einsatz, inzwischen hat er bereits Etzenricht erreicht.

Das Prinzip dahinter ist ebenso effizient wie faszinierend: Während vorne das alte Gleisbett aufgenommen wird, erfolgt im Inneren des Zuges die Aufbereitung. Der Schotter wird gereinigt, sortiert und direkt wieder eingebaut. So entsteht Schritt für Schritt ein vollständig erneuertes Bahngleis – und das in einem durchgehenden Arbeitsprozess.

Bahngleis-Sanierung als Kraftakt für Mensch und Maschine

Ein Besuch auf der Wanderbaustelle zeigt: Die Arbeiten am Bahngleis sind nicht nur technisch anspruchsvoll, sondern auch körperlich belastend. Das ohrenbetäubende Geräusch der Maschinen geht durch Mark und Bein. Deshalb tragen die Arbeiter konsequent Gehörschutz. Die Kommunikation erfolgt über Headsets, um trotz des Lärmpegels sicher arbeiten zu können.
Besonders eindrucksvoll ist das sogenannte Rüttelmodul. Es verdichtet den Untergrund und sorgt dafür, dass das neue Bahngleis stabil liegt. Wer sich in unmittelbarer Nähe aufhält, spürt die Vibrationen im ganzen Körper. Das Gefühl erinnert an ein leichtes Erdbeben. Diese Verdichtung ist jedoch notwendig, damit das Gleis später den Belastungen durch den Zugverkehr standhält. Immerhin donnern auf dem erneuerten Gleisbett die Regionalzüge mit großer Geschwindigkeit, um wenigstens etwas Pünktlichkeit zu erreichen.

Umweltfreundliche Technik beim Bahngleis im Einsatz

Ein entscheidender Vorteil des Monsterzuges ist seine erstaunliche Umweltfreundlichkeit. Der vorhandene Schotter wird nicht einfach entsorgt, sondern vollständig wiederverwendet. Innerhalb des Zuges erfolgt eine Reinigung mit Wasser. Anschließend wird das Material direkt wieder verbaut.
Auch das eingesetzte Wasser wird im Kreislauf geführt. Es wird gereinigt und erneut verwendet. Dadurch entsteht kaum zusätzlicher Verbrauch. Lediglich Fremdstoffe wie Metallteile oder Kunststoff werden aussortiert und fachgerecht entsorgt. 

Technische Daten der Bahngleis-Arbeiten im Überblick

Die Dimensionen der Arbeiten sind beachtlich. Bei optimalen Bedingungen schafft das Team in einer Zwölf-Stunden-Schicht bis zu 400 Meter erneuertes Bahngleis. Die maximale Aushubtiefe wird mit bis zu 1,20 Metern angegeben. Ein Gleisbett mit einer Breite von bis zu fast sieben Metern stellt für die Monstermaschine kein Problem dar.
Das neue Bahngleis ist nach Firmenangaben darauf ausgelegt, die Umweltstandards und Nachhaltigkeit für viele Jahre zu gewährleisten. Auf dem aktuellen Abschnitt sind die Bedingungen vergleichsweise günstig. Der Untergrund gilt als stabil, zudem gibt es keine Weichen, die zusätzliche Arbeiten erfordern würden.

WITRON – Nachmittag der Ausbildung
WITRON – Nachmittag der Ausbildung

Bahngleis-Arbeiten sorgen für Einschränkungen im Zugverkehr

Für Pendler bedeutet die Sanierung jedoch Einschränkungen. Auf dem betroffenen Abschnitt müssen Fahrgäste derzeit auf Busse ausweichen. Der Schienenersatzverkehr verlängert die Reisezeiten und erfordert zusätzliche Planung. Dennoch ist die Maßnahme notwendig, um die Strecke langfristig zu sichern.
Die DB Regio gibt einen Zeitraum für Einschränkungen noch bis 25. Mai 2026 an. Die Bahn investiert nach eigenen Angaben mit der Sanierung der Linie RE41 in die Zukunft der regionalen Infrastruktur der nördlichen Oberpfalz. Denn ein modernes Bahngleis sorgt für mehr Sicherheit, besseren Fahrkomfort und eine höhere Zuverlässigkeit. Langfristig profitieren davon alle Fahrgäste.

Seltenes Schauspiel entlang der Strecke

Für Technikfreaks bietet sich derzeit ein außergewöhnliches Bild. Der riesige Spezialzug arbeitet sich zwar im Schneckentempo durch die Oberpfalz in Richtung Nürnberg vor. 
Wer aber das imposante Zusammenspiel von Maschinen und Menschen erleben möchte, sollte sich beeilen und das schöne Wetter nutzen. Der Recycling-Zug setzt seine Arbeiten in den nächsten Tagen in Richtung Freihung fort.

Mit unglaublicher Präzision wird der Gleisuntergrund komplett ausgetauscht. Foto: Martin Stangl
Um ein Versickern umweltschädlicher Stoffe in das tiefe Erdreich zu verhindern, wird ein stabiles Vlies als Trennschicht eingebaut. Foto: Martin Stangl
Der Schotter wird nach seiner gründlichen Reinigung wieder in den Gleiskörper eingebaut. Die Schotterwaschanlage des Technikriesen erledigt dies zuverlässig. Foto:Martin Stangl
Unermüdlich schaffen zwei Kranwägen aus den Versorgungscontainern den benötigten Sand heran. Foto: Martin Stangl