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Bayernwerk plant Leitungserneuerung zwischen Schirmitz und Weiden

Weiden. Bayernwerk Netz will die rund sechs Kilometer lange 110-Kilovolt-Leitung zwischen Schirmitz und Weiden-Forst erneuern, meist auf bestehender Trasse. Ziel sind sichere Versorgung und mehr grüne Energie.

Bayernwerk plant Leitungserneuerung zwischen Schirmitz und Weiden

Foto: Reinhard Kreuzer
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Foto: Reinhard Kreuzer
Bilder aus der Versammlung Bayernwerk Netz mit Plänen für Leitungserneuerung zwischen Weiden und Schirmitz. Foto: Reinhard Kreuzer

Die Bayernwerk Netz GmbH plant, die rund sechs Kilometer lange 110-Kilovolt-Leitung zwischen Schirmitz und Weiden-Forst östlich der Waldnaab zu erneuern. Die neue Leitung soll überwiegend auf der bestehenden Trasse verlaufen. Über den Stand der bisherigen Planungen informierte der Verteilnetzbetreiber am Donnerstag, 16. April, in der Max-Reger-Halle Grundstückseigentümer, Bewirtschafter sowie Vertreter von Kommunen und Verbänden. Mit dem Projekt will das Unternehmen die Stromversorgung in der Region langfristig sichern. Für den Ersatzneubau sind Investitionen von rund 19 Millionen Euro vorgesehen.

Modernisierung der Hochspannungsverbindung: mehr grüne Energie

„Mit der Modernisierung bringen wir die bestehende Hochspannungsverbindung auf den neuesten technischen Stand. So schaffen wir die Grundlage, künftig mehr grüne Energie aus der Region ins Netz einzuspeisen“, erklärte Genehmigungsmanagerin Barbara Zurek. Wichtig sei zudem, Kommunen sowie Eigentümer und Bewirtschafter frühzeitig einzubeziehen, um Hinweise und Anliegen in der Planung berücksichtigen zu können. Die bestehende Leitung stammt aus den 1920er-Jahren und muss altersbedingt erneuert werden.

Im Vorfeld prüfte das Projektteam verschiedene Varianten für den künftigen Verlauf der 110-kV-Leitung. Neben einem Ersatzneubau auf der bestehenden Trasse wurden auch eine Erdverkabelung außerhalb der Wohngebiete sowie eine Freileitungsvariante östlich von Weiden und Schirmitz untersucht. Der Vergleich ergab, dass ein Ersatzneubau weitgehend entlang der bestehenden Trasse als Freileitung die verträglichste Lösung darstellt. Im Bereich des Umspannwerks Weiden-Forst wird zusätzlich eine Anpassung des Leitungsverlaufs geprüft.

Anwohner äußern Kritik an Trassenführung durch Wohngebiete

Während der Informationsveranstaltung stellte das Projektteam den Variantenvergleich und die bevorzugte Lösung vor. In der anschließenden Fragerunde äußerten Anlieger jedoch deutliche Kritik. Sie bemängelten, dass die bestehende Leitung durch bewohnte Bereiche verlaufe und die Auswirkungen auf die Bevölkerung nicht ausreichend berücksichtigt würden. Ein Zuhörer verwies darauf, dass die Nähe zu Wohnhäusern und das Schutzgut Mensch stärker in die Bewertung einfließen müssten.

Die zweite Variante, eine Erdverkabelung, würde nach Angaben der Planer stärker in Natur und Landschaft eingreifen. Betroffen wären unter anderem biologische Vielfalt, kulturelles Erbe sowie Tiere und Pflanzen. Zudem wäre die Trasse etwa zwei Kilometer länger und deutlich teurer. Einige Teilnehmer sahen dennoch Vorteile für die Anwohner.

Ostumgehung und Bündelung mit anderer Trasse als Option

Als weitere Möglichkeit wurde eine Ostumgehung diskutiert. Dabei könnte eine Bündelung mit einer bestehenden Trasse eines anderen Netzbetreibers (Tennet) erfolgen. Befürworter verwiesen auf Optimierungsmöglichkeiten und eine geringere Belastung der Siedlungsbereiche. Gleichzeitig wurde kritisiert, dass bei einer Führung nahe an Wohnhäusern die Interessen der Bevölkerung zu wenig berücksichtigt würden.

SSV Jahn
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An der Veranstaltung nahmen auch Bürgermeister Ernst Lenk und der neue Oberbürgermeister Benjamin Zeitler teil. Lenk sprach sich für eine Bündelung mit der bestehenden Trasse eines anderen Netzbetreibers aus. „Die bestehende Führung sei aus Sicht vieler Bürger problematisch, da das Schutzgut Mensch nicht ausreichend gewichtet werde. Zudem habe sich die Siedlungsstruktur seit dem Bau der Leitung vor rund 100 Jahren deutlich verändert.“

Erdverkabelung: hohe Kosten und technischer Aufwand

Zur Erdverkabelung erklärte das Unternehmen, dass diese mit erheblichen baulichen Eingriffen in Boden, Wasser sowie Flora und Fauna verbunden wäre. Außerdem seien die Kosten deutlich höher und der Bau aufgrund von Wasserhaltungsmaßnahmen sowie möglicher Überschwemmungsgebiete technisch aufwendig. Diese Mehrkosten würden letztlich auf die Verbraucher umgelegt.

An mehreren Themeninseln konnten sich die Besucher weiter informieren und Fragen stellen. Bei der Bewertung standen unter anderem die Schutzgüter Mensch, Tiere und Pflanzen, Wasser, Klima, Luft sowie kulturelles Erbe im Fokus. Das Genehmigungsverfahren wird seit dem vergangenen Jahr vorbereitet. Als nächster Schritt sind Baugrunduntersuchungen vorgesehen.