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Berufsschule St. Marien ist Umweltschule

Schwandorf. Die Berufsschule St. Marien erhält den Titel Umweltschule in Europa und wird gleich mit zwei Sternen geehrt. Nachhaltiger Pausenverkauf und mehr biologische Vielfalt überzeugten die Jury.

Schwandorf. Die Berufsschule St. Marien erhält den Titel Umweltschule in Europa und wird gleich mit zwei Sternen geehrt. Nachhaltiger Pausenverkauf und mehr biologische Vielfalt überzeugten die Jury.
Foto: Tobias Mandl

Berufsschule St. Marien ist Umweltschule

Nach einjähriger Vorbereitung und aufwändigem Bewerbungsverfahren war es im Dezember soweit: Die Schülerinnen und Schüler der Berufsschule St. Marien im Haus des Guten Hirten in Ettmannsdorf durften feiern. Die Jury – bestehend aus Vertreterinnen und Vertretern des Umweltministeriums, des Kultusministeriums und des Landesbundes für Vogelschutz – teilte mit, dass die Schule die Auszeichnung „Umweltschule in Europa / Internationale Nachhaltigkeitsschule“ erhält.

Umweltschule in Europa: Berufsschule St. Marien ausgezeichnet

Vorausgegangen war ein intensives Jahr, in dem die Schülerinnen und Schüler der Berufsschule St. Marien sich ausführlich mit den Themen „biologische Vielfalt in der Schulumgebung“ und „nachhaltiger Konsum“ beschäftigt und zahlreiche Veränderungen in ihrer täglichen Schulwelt umgesetzt hatten. So wurde unter anderem der Pausenverkauf komplett umgekrempelt. Die Schülerfirma, die diesen betreibt, verbannte Plastikverpackungen und Einweggeschirr. Stattdessen wurde ein Pfandsystem eingeführt. Auch wurde die Verwendung von selbst produzierten Lebensmitteln intensiviert. „Das Projekt nachhaltiger Pausenverkauf ist einfach genial!“, sagt Schulleiter Tobias Mandl, dem der Stolz auf die Auszeichnung sichtlich anzusehen ist.

„Unsere Gärtner produzieren das Bio-Gemüse, unsere Köche bereiten daraus tolle Gerichte zu und unsere Verkäufer können sie zu sehr guten Preisen an die Mitschülerinnen und Mitschüler abgeben – so hat jeder die Möglichkeit, täglich ein gesundes und nachhaltig produziertes Mittagessen zu einem günstigen Preis zu erwerben.“ Das nutzen auch die Lehrkräfte, ohne die die Umsetzung eines solchen Projekts nicht möglich gewesen wäre. Mit großem Aufwand wurden Jahrespläne und Handlungsabläufe aufeinander abgestimmt, viele Stunden in Planung und Neuausrichtung des Pausenverkaufs investiert.

Biologische Vielfalt auf dem Schulgelände: Insektenfreundliche Projekte

Auch das zweite Thema, das sich die Schülerinnen und Schüler für ihre Bewerbung aussuchten, hatte es in sich: Biologische Vielfalt in der Schulumgebung. „Das ehemalige Klostergelände ist hier natürlich ein unglaublicher Standortvorteil, den wir einfach nutzen mussten!“, weiß der Projektleiter Dominik Bruhn zu berichten. Als Fachlehrer im Bereich Gartenbau war es für ihn selbstverständlich, dass sein Bereich Teil der Bewerbung sein musste. Auch ein Titel war schnell gefunden: „Platz da für Insekten!“ wurde von den Jugendlichen als Thema gewählt. Im Laufe des Schuljahres entstanden so in viel kleinteiliger, liebevoller Arbeit unterschiedlichste Lebensräume, die die Biodiversität in der Schulumgebung bereichern. Auch drei Bienenvölker hielten Einzug und werden von einer Bienen-AG betreut. „Und das ist noch lange nicht das Ende“, schwärmt Bruhn: „Wir haben noch so viele Ideen, wie wir unser großes Gelände tierfreundlicher gestalten können, da sind wir noch Jahre beschäftigt!“

Auch für das neue Schuljahr haben die Schülerinnen und Schüler der Berufsschule St. Marien beschlossen, wieder am Wettbewerb um die Auszeichnung zur Umweltschule in Europa teilzunehmen. In der Schulumgebung wird dieses Mal die Vogelwelt im Mittelpunkt stehen und die Produktion der Nistkästen für verschiedene Vogelarten ist bereits in vollem Gang. Der nachhaltige Konsum wird vom Pausenverkauf auf den Bereich Kleidung ausgeweitet und in der Schule wird eine „Second-Hand-Boutique“ eingerichtet. „Aber selbstverständlich werden wir auch die nachhaltige Ernährung in Zeiten des Klimawandels nicht aus den Augen verlieren – auch da können wir noch viel besser werden. Und vielleicht reicht es ja im zweiten Jahr unserer Bewerbung bereits zur höchsten Auszeichnung – dem dritten Stern!“, sagt Tobias Mandl selbstbewusst.

Zwei Sterne im ersten Jahr: Motivation für die Fortsetzung

Die Auszeichnung „Umweltschule in Europa“ wird jährlich vergeben und ist in drei Stufen unterteilt, die durch die Vergabe von Sternen belohnt werden. Die Berufsschule St. Marien hatte sich im ersten Jahr um einen Stern beworben, doch wurde das Engagement des Umweltschule-Teams als so hoch eingeschätzt, dass die Jury gleich im ersten Jahr zwei Sterne vergab. Wenn das mal kein Ansporn für eine Fortsetzung ist!

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