BUND Naturschutz ehrt Hans Schuierer in Schwandorf und warnt vor Rodung

BUND Naturschutz ehrt Hans Schuierer in Schwandorf und warnt vor Rodung
Genau am 40. Jahrestag der Ostermontags-Demonstration gegen die atomare Wiederaufarbeitungsanlage Wackersdorf (WAA) am 31. März 1986, an der über 100.000 Menschen teilnahmen, besuchte der BN-Landesvorstand das Franziskusmarterl bei Altenschwand. An dieser Gedenkstätte freuten sich der BN-Vorsitzende Martin Geilhufe und Ehrenvorsitzender Prof. Dr. Hubert Weiger, dem Schwandorfer Altlandrat Hans Schuierer die Bayerische Naturschutzmedaille verleihen zu dürfen.
Dabei hob Martin Geilhufe in seiner Laudatio den Mut von Hans Schuierer hervor: „Er hat ohne Rücksicht auf persönliche Nachteile maßgeblich zur erfolgreichen Verhinderung der WAA beigetragen. Sein entschlossenes Eintreten gegen die Anlage war eine zentrale Voraussetzung für deren erfolgreiche Verhinderung.“
Würdigung des Widerstands und Appell an die Staatsregierung
Der BN-Ehrenvorsitzende Hubert Weiger betonte: „Hans Schuierer widersetzte sich den Weisungen der bayerischen Staatsregierung und wich trotz mehrerer gegen ihn angestrengter Disziplinarverfahren nicht von seiner Linie ab. Dabei war ihm der Einsatz gegen eine menschenverachtende und gefährliche Technik genauso wichtig wie für die Erhaltung von rechtsstaatlichen und demokratischen Verfahren.“ Hans Schuierer, der erst vor wenigen Wochen seinen 95. Geburtstag feiern durfte, war auch nach seiner aktiven Zeit als Landrat bis in die jüngste Zeit bei vielen Veranstaltungen und in Schulen zum Thema WAA unterwegs. Er hat durch seine Arbeit auch maßgeblich zum Ausstieg aus der Atomenergie in Deutschland beigetragen.
Der BN-Vorsitzende Martin Geilhufe appellierte an die Staatsregierung, konsequent und langfristig auf die Erneuerbaren Energien zu setzen und weder Bürger noch Wirtschaft durch Debatten über zukünftige Atomkraftwerke in Bayern zu verunsichern.
Waldgebiet bei Teublitz: BN fordert Erhalt statt Gewerbegebiet
Ein weiteres Besuchsziel des BN-Landesvorstands war das Waldgebiet an der Autobahnausfahrt Teublitz, in dem die Stadt ein Gewerbegebiet ausweisen möchte. „Dieses läge ohne jede Anbindung mitten in einem großen, geschlossenen Waldgebiet, sodass die Planung damit gegen das Anbindegebot im Landesentwicklungsplan verstoßen würde. Der von der geplanten Rodung betroffene Wald ist circa 20 Hektar groß, das entspricht circa 26 Fußballfeldern, und ist bislang völlig vital mit viel Jungwuchs aus Laubholz wie zum Beispiel Buchen und Eichen sowie durchzogen mit Feuchtflächen“, so Klaus Pöhler, Vorsitzender der BN-Kreisgruppe Schwandorf. „Der BN setzt daher schon seit vielen Jahren dafür ein, dass das Waldgebiet unversehrt erhalten wird.“
„Intakte Wälder erfüllen wichtige Aufgaben für Mensch und Natur, wie zum Beispiel für das örtliche Kleinklima, für den Wasserhaushalt und die Artenvielfalt. Gerade in Zeiten der Klimakrise brauchen wir künftig solche Waldgebiete noch dringender als bisher“, so Geilhufe. „Der BN-Landesvorstand zeigt mit diesem Besuch seine Unterstützung für die Haltung der Kreisgruppe Schwandorf, die sich in einem breiten Bündnis für den Walderhalt einsetzt. Kein andernorts als Ersatz angepflanzter Jungwald kann die vielfältigen Waldfunktionen des alten, dort über Jahrhunderte gewachsenen Waldes ausgleichen.“
Über den BUND Naturschutz in Bayern
Der BUND Naturschutz in Bayern e. V. (BN) ist mit 269.000 Mitgliedern der größte Natur- und Umweltschutzverband Bayerns. Er setzt sich für unsere Heimat und eine gesunde Zukunft unserer Kinder ein – bayernweit und direkt vor Ort, und das seit über 100 Jahren. Der BN ist darüber hinaus starker Partner im deutschen und weltweiten Naturschutz. Als Landesverband des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e. V. (BUND) ist der BN Teil des weltweiten Umweltschutz-Netzwerkes Friends of the Earth International. Als starker und finanziell unabhängiger Verband ist der BN in der Lage, seine Umwelt- und Naturschutzpositionen in Gesellschaft und Politik umzusetzen.




