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Demokratie-Werkstatt erkundet Landwirtschaft in Tirschenreuth und Waldsassen

Tirschenreuth. Am 25. April startete die Demokratie-Werkstatt des Netzwerks Inklusion mit 21 Teilnehmer:innen. Themen waren Landwirtschaft und Milchviehhaltung; Stationen: AELF und Straußenfarm.

Demokratie-Werkstatt erkundet Landwirtschaft in Tirschenreuth und Waldsassen

Bereichs- und Schulleiter Gerhard Gradl gibt einen guten Überblick im AELF Tirschenreuth. Foto: Christina Ponader
Die Gruppe auf der Straußenfarm Mitterhof in Waldsassen. Foto: Christina Ponader

Unsere Landwirtschaft sieht sich ständig neuen Herausforderungen gegenüber. Die „Demokratie-Werkstatt“ des Netzwerks Inklusion unter der Leitung von Christina Ponader und Friedrich Wölfl ging diesem Thema bei einer Fahrt am 25. April nach. 21 Teilnehmer mit und ohne Behinderung nahmen am bewährten Format aus Information und praktischem Erleben teil. Start war im Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Tirschenreuth mit Gerhard Gradl, dem Bereichsleiter Landwirtschaft und Schulleiter. Er gab einen Einblick in die Naturräume im Landkreis. „Die Landwirtschaft hat sich seit 1949 stark verändert – die Steigerung der Produktivität ist immens: 70 Doppelzentner Getreide pro Hektar und 7.000 Kilo Milch pro Jahr sind die aktuellen Maßzahlen.“ Schwerpunkt im Landkreis ist die Milchviehhaltung.

Er erläuterte anschaulich den Weg „von der Milch zum Glas“ und sprach von Laufställen und Öko-Prämie bei Weidehaltung, den Kosten für eine automatische Melkeinheit sowie der Rolle von Proteinen und Stickstoffen. Im Landkreis gibt es aktuell 800 bis 900 Vollerwerbsbetriebe, die Zahl der Nebenerwerbsbetriebe liegt aktuell bei 50 Prozent. Die Zahl der Betriebe sinkt insgesamt, aber die Produktivität steigt: 1949 ernährte ein Landwirt umgerechnet zehn Personen, 2023 sind es schon 147. Das liegt vor allem auch am steigenden Anteil von Technologie und Controlling. Pestizide werden zielgenauer eingesetzt, Produktionsketten genauer ausgewertet. In Deutschland können wir uns im Bereich der Landwirtschaft zu 80 Prozent selbst versorgen und müssen nur wenig importieren.

Kontrollen, Fördermittel und nachhaltige Planung

Gefragt nach den gestiegenen Kontrollanforderungen, die viele Landwirte beklagen, antwortete er mit einem Perspektivwechsel. „Der Zusammenhang zwischen Kontrolle und Fördermitteln, Notwendigkeit von Planung, Nachhaltigkeit und eigener Kosteneffizienz ist nicht von der Hand zu weisen. Das Idealbild von Landwirtschaft ist hier manchmal irreführend, denn Landwirtschaft war schon immer auf die eine oder andere Art reglementiert.“ Aus seiner Sicht hilft hier eine gute Informationsweitergabe und Qualifizierung.

Besuch der Straußenfarm Mitterhof in Waldsassen: Tierhaltung und Inklusion

Im praktischen Teil besuchte die Straußenfarm Mitterhof als Nutztierarche und Erlebnishof in Waldsassen. Kerstin und Matthias Frank erklärten die Haltung von Straußen, Wollschweinen, Sattelschweinen und Fuchsschafen. Sie gaben Einblick in ihre Standards der Tierhaltung, der Vermarktung im Hofladen und den inklusiven Arbeitsplatz auf dem Hof. Auch die Pläne für die soziale Landwirtschaft sind noch nicht abgeschrieben, aber aktuell nicht zu verwirklichen. Wünsche an die Politik sind hier vor allem eine gute Planbarkeit für engagierte Haupt- oder Nebenerwerbslandwirte. Die Bereitschaft, sich auf neue Konzepte einzulassen, und die Innovationsbereitschaft sind da.

Abschließend gab es einen Imbiss im Hof-Café. Das Fazit der Teilnehmer:innen Stefan und Silke: „Es war wieder sehr anschaulich und interessant. Alle konnten etwas mitnehmen.“

Kooperation und Förderung

Dank geht an die vhs des Landkreises Tirschenreuth als Kooperationspartner und die Förderung durch das Bundesprogramm „Demokratie leben!“.

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