Weidener Hochzeitswochen
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Die Vereinsidee kommt an – schon über 230 Rehkitze gerettet

Püchersreuth. Der noch junge Verein „Rehkitzrettung NEW-WEN e. V.“ beendet eine sehr erfolgreiche zweite Rettungs-Saison: Seit Anfang Mai retteten die ehrenamtlichen Mitglieder 227 Rehkitze und sieben weitere Tiere vor dem sicheren Tod beim Abmähen der Wiesen.

Die Vereinsidee kommt an – schon über 230 Rehkitze gerettet

Ein gefundenes Rehkitz wird gesichert. Foto: Rehkitzrettung NEW-WEN – Claudia Prößl
Foto: Rehkitzrettung NEW-WEN – Claudia Prößl

Nach einem witterungsbedingt späten Saisonstart ging es Anfang Mai richtig rund. Bis zu neun Einsätze an einem Tag bewältigten die ehrenamtlichen Rettungsteams. Vorsitzender Stefan Radies präsentiert stolz die beeindruckende Bilanz: „Wir haben in den letzten Wochen bei 122 Einsätzen auf 438 Wiesen insgesamt 1013 Hektar abgeflogen. Die ehrenamtlichen Drohnenpiloten, Spotter und Träger waren meist frühmorgens unterwegs, insgesamt kamen so in diesem relativ kurzen Zeitraum 792 Helferstunden zusammen.“

Alle Helferinnen und Helfer seien hoch motiviert gewesen und hätten sich über jedes gerettete Tier gefreut. Diese Zahlen stellen jeweils ungefähr eine Verdreifachung zum Vorjahr dar, als in der ersten aktiven Saison des Vereins 67 Kitze gerettet wurden.

Technisch aufgerüstet

Inzwischen verfügt der Verein über vier eigene Wärmebilddrohnen-Sets und noch über einige im Privatbesitz der Piloten. Auch die Mitgliederzahl des erst 2021 gegründeten Vereins ist mittlerweile auf etwa 150 Personen gestiegen. Dadurch können zu Stoßzeiten – etwa vor einem angekündigten Wetterumschwung – auch mehrere Einsätze parallel bewältigt werden.

Eine Mammutaufgabe auch für die Disposition. Selbst wenn nicht bei jedem Einsatz Kitze gefunden wurden, konnten das Absuchen mit den Drohnen den Landwirten die Sorge vor dem Übermähen von Rehkitzen nehmen. Der Vereinsvorsitzende betont, dass die Zusammenarbeit mit Landwirten, Jagdpächtern und allen anderen Beteiligten wunderbar gelaufen sei.

Auch abseits von Wiesen ist der Verein aktiv

Auch die Grundschüler aus Pressath waren als „Nachwuchs-Kitzretter“ unterwegs Püchersreuth. Foto: Rehkitzrettung NEW-WEN – Claudia Prößl
Foto: Rehkitzrettung NEW-WEN – Claudia Prößl

Um die Rehkitzrettung noch bekannter zu machen, waren Vereinsmitglieder auf dem Eschenbacher Bauernmarkt und auf dem BDKJ-Jugendtag am Fahrenberg mit Infoständen und Gewinnspielen vertreten.

Die dritte Klasse der Grundschule Pressath verbrachte drei Schulstunden mit der Rehkitzrettung: Bei einer spielerischen Übung als Helfer an der Drohne oder mit Funkgeräten und Rettungskörben unterwegs wurden alle „Kitze“ in der Wiese gefunden und die „Nachwuchs-Kitzretter“ durften sich selbst einen entsprechenden Anstecker basteln. Auch das anschließende Wissensrätsel konnten alle lösen und durften sich über einen Gewinn und ein Eis freuen.

Zoigltermine
Zoigltermine

Hintergrund

Rehkitze kommen im Frühjahr zur Welt. Die ersten Lebenswochen verbringen sie meist gut versteckt in hohem Gras, während die Mütter auf Futtersuche sind. In fast allen Wiesen sind Rehkitze versteckt, insbesondere in der Nähe von Wäldern. Bei Gefahren laufen sie nicht davon, sondern ducken sich instinktiv noch tiefer in die Wiese. Für den Schutz vor Fressfeinden ist das sinnvoll, denn sie verfügen noch über keinen Eigengeruch und werden so meist nicht gefunden.

Dieser Instinkt hat aber schreckliche Folgen, wenn die Landwirte dann das erste Mal mit ihren Maschinen mähen. Die Kitze werden übermäht und sind entweder gleich tot oder sie sind schwerverletzt und sterben dann grausam. Im Gebiet des Landkreises NEW und der Stadt Weiden fallen der Wiesenmahd hunderte Rehkitze in diesem kurzen Zeitraum im Jahr zum Opfer. Bei einer späteren Mahd ab Juli besteht das Problem meist nicht mehr, weil die Rehe dann groß genug sind und selbst flüchten.