Ein Küchenmeister und ein Braumeister stehen für Vorbacher Genussmomente

Ein Küchenmeister und ein Braumeister stehen für Vorbacher Genussmomente
Ein Küchenmeister und ein Braumeister stehen für Vorbacher Genussmomente und fördern das Dorfleben. Anpacken, herzhafte Kost kreieren, die jedem schmeckt, und dazu ein frisch gezapftes „Helles“ oder „Rotes“ genießen? Das ist es, was Mike Dietz und Nicolai Mosch antreibt.
Genussmomente in Vorbach: Küche trifft Braukunst
Wenn ein Küchenmeister und ein Braumeister zusammenarbeiten, entstehen viele Genussmomente. Den spannenden Kontrast auf Augenhöhe zwischen Küchenaromen und handwerklich gebrautem Bier demonstrieren Vorbachs „Musketiere“ meisterhaft. Brauen und Kochen für die Dorfgemeinschaft ist für beide ein Lebenselixier. „Ein Dorf – ein Bier – eine Gemeinschaft“! Dieser Leitgedanke ist die Triebfeder des Duos.
Sudhaus-Fest und Brauereieröffnung im alten Feuerwehrhaus
Vorläufige Krönung war am Freitagabend ein „Sudhaus-Fest“ in Vorbachs altem Feuerwehrhaus. Eingebunden in das feucht-fröhliche Event war die offizielle Inbetriebnahme einer kleinen Dorfbrauerei in Räumlichkeiten, die viele Jahre für eine andere Form des „Löschens“ bereitstanden. Während die Besucher draußen im vollbesetzten Vorzelt den Mutzbraten des Küchenchefs, einen deftigen Schweinebraten über Birkenholz heiß geräuchert, genossen, erzählte der 58-jährige Vorbacher zwischen Sudkessel, Gärbehälter und Kühlkammer eine faszinierende Lebensgeschichte.
Hotelbetriebswirt, Küchenmeister und Pädagoge
In Freiberg im Erzgebirge geboren, studierte Mike Dietz Bergbau. Doch nach der Wende packte ihn das Gastrofieber. In der Hotelfachschule in Pegnitz wurde er zum Hotelbetriebswirt. Das Küchenmeisterdiplom folgte 2003 in Rothenburg ob der Tauber. Nach einem fünfjährigen Engagement als Pächter der Oberseegaststätte in Eschenbach suchte er nach neuen Herausforderungen. Mike Dietz studierte und bildete sich zum Berufsschullehrer weiter. Damit nicht genug, folgte ein Lehramtsstudium für Realschulen. Seit dem Staatsexamen unterrichtet er in den Fächern Wirtschaft und Geografie Realschüler in Bayreuth.
Doch eine besondere Leidenschaft lässt ihn auch in seiner Wahlheimat Vorbach nicht los. Mike Dietz trinkt Bier. Logisch. Aber er lebt Bier auch durch und durch. Das golden schimmernde Gebräu fesselt ihn schon seit vielen Jahren. Schon daheim am Küchenherd experimentierte er mit einem Fünf-Liter-Brauset, erzählte Dietz.
Das Herantasten und Ausprobieren, stets das Bayerische Reinheitsgebot aus dem Jahr 1516 im Blick, setzte sich ab 2020 mit einer Mikrobrauerei im Keller des Vorbacher Gemeindezentrums fort. Ein 30-Liter-Einkochtopf diente als Sudbehälter. Nach vielen Experimenten entstand ein würziges, goldgelbes Gebräu, das der Kulturverein im Dorfwirt zum Kultgetränk erhob.
300 Liter Bier bei einem Braugang
Fortan beförderte Dietz mit seinem flüssigen Gold jeweils am letzten Freitag im Monat in Kombination mit den Schmankerln des Küchenmeisters den Dorfwirt zum Sehnsuchtsort bayerischer Lebensfreude. Immer wieder Neues wagen, steckt dem umtriebigen Wahl-Vorbacher im Blut. So kam es, wie es kommen musste. Der 30-Liter-Brautopf reichte nicht mehr. Eine neue Braustelle musste her. Diese ergab sich nach dem Auszug der Brandschützer in das neue Feuerwehrgerätehaus, und zwar in Vorbachs altem Feuerwehrhaus.
Unterstützt von seinen Freunden des Kulturvereins, der Gemeinde und von Zuschüssen aus dem Fördertopf der Kleinprojekte der Integrierten Ländlichen Entwicklung (ILE) entstand in Sichtweite der alten Feuerwehrspritze aus dem vergangenen Jahrhundert eine bescheidene Dorfbrauerei. Geschichte ist nun der alte Einwecktopf. Nun kann Mike Dietz zum Wohle aller Genussmenschen je Brauvorgang das Zehnfache des bayerischen Grundnahrungsmittels aus Quellwasser, Malz, Hopfen und Hefe herstellen. Dabei legt er wie bisher Wert auf handwerkliches Brauen ohne Automaten und Display-Optik. „Ich braue nach Gefühl“.
Kammerbester Brauer des Jahres 2021 mit im Boot
Wertvolle Unterstützung erhält er dabei von einem Profi, der im Sinne des Gemeinschaftsgeistes tatkräftig mithilft, die speziellen Vorbacher Bierraritäten ohne Gewinnstreben unters Volk zu bringen. Der Glücksfall heißt Nicolai Mosch, 2021 kammerbester Brauer Mittelfrankens und seit Kurzem Braumeister und beschäftigt bei der Maiselbrauerei in Bayreuth. Mit dem Kulturverein im Bunde startete das Duo nun eine neue, kultige Vorbacher Bier-Ära. „Ein Dorf – ein Bier – eine Gemeinschaft“ heißt der Leitgedanke. Aus Anlass der Inbetriebnahme der Kleinbrauerei luden das Duo und der Kulturverein zu einem „Sudhaus-Fest“. Zum Ausschank gelangte das typisch fränkische, malzbetonte Rotbier. Ein Sommerbier vom Fass ergänzte die Kulinarik der „Brauereieröffnung“.
Wohlfühlatmosphäre beim Sudhausfest
Ein sogenannter Mutzbraten, gewürzt mit Salz und Pfeffer, Kümmel oder Majoran, erstmals vor über 100 Jahren in Thüringen kredenzt, stillte des Volkes Appetit. Ein leckeres „Abendmahl“ mit Sauerkraut und frischem Holzofenbrot fand reißenden Absatz. Die gute Stimmung befeuerten die Vorbacher Volksmusikanten mit Verstärkung aus dem Frankenland.
Zu Wiederholungen ist der Brauer, Küchenmeister und Pädagoge stets bereit. Auch die gewohnten Sonderveranstaltungen im Dorfwirt sollen weiter stattfinden. Dann dürfen die durstigen Gäste bei einem passenden Gericht auch neue Bierkreationen vom obergärigen Schwarzbier bis zum Pils oder Märzen kosten.
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