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Entscheidung in Speichersdorf: Gemeinde bleibt im Dekanat ChaSuRoWen

Speichersdorf. Nach monatelanger Debatte hat der Kirchenvorstand beschlossen, in ChaSuRoWen zu bleiben. Infoabend und Gemeindeversammlung schufen Transparenz, die Zusammenarbeit in der Kulmregion soll gestärkt werden.

Speichersdorf. Nach monatelanger Debatte hat der Kirchenvorstand beschlossen, in ChaSuRoWen zu bleiben. Infoabend und Gemeindeversammlung schufen Transparenz, die Zusammenarbeit in der Kulmregion soll gestärkt werden.
Christuskirche. Foto: Wolfgang Hübner

Entscheidung in Speichersdorf: Gemeinde bleibt im Dekanat ChaSuRoWen

Mehrere Monate lang hat die Frage nach der künftigen kirchlichen Zuordnung die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde Speichersdorf beschäftigt. Nun herrscht Klarheit: Der Kirchenvorstand spricht sich dafür aus, im Dekanatsbezirk Cham/Sulzbach-Rosenberg/Weiden zu verbleiben. Das Evangelisch-Lutherische Dekanat (mit dem Arbeitstitel Chasurowen) ist das größte Dekanat der bayerischen Landeskirche (ELKB). Es entstand im Juli 2024 aus der Fusion der drei namensgebenden Dekanate, umfasst rund 70.000 Gemeindemitglieder in 69 Gemeinden und erstreckt sich über eine Fläche von etwa 7.500 Quadratkilometern.

Verbleib im Dekanat Cham/Sulzbach-Rosenberg/Weiden

Grundlage der Entscheidung waren zahlreiche Gespräche, ein öffentlicher Informationsabend sowie eine Gemeindeversammlung, bei der sich Gemeindemitglieder umfassend informieren und ihre Sichtweisen einbringen konnten. In seiner Stellungnahme stellt der Kirchenvorstand fest, dass „Konsens darüber besteht, dass die Kirchengemeinde im bisherigen Dekanatsbezirk ChaSuRoWen verbleibt.“ Ausschlaggebend seien die über viele Jahre gewachsenen Beziehungen in der Kulmregion sowie die derzeit noch offenen Fragen im Zuge der landeskirchlichen Strukturreformen. Nach Informationen aus dem Umfeld der Beratungen entwickelte sich das Thema im Frühjahr dieses Jahres im Kontext der bayernweiten Veränderungen der Dekanatsstrukturen. Ein öffentlicher Informationsabend am 21. Juni stieß auf großes Interesse. Neben zahlreichen Gemeindemitgliedern aus Speichersdorf nahmen auch Vertreter benachbarter Kirchengemeinden, unter anderem aus Neustadt und Wirbenz, teil. Ebenfalls anwesend war Dekan Thomas Guba, der die laufenden Strukturprozesse erläuterte und Fragen beantwortete.

Intensive Debatte stärkt die Verbundenheit zur Kulmregion

Nach Darstellung mehrerer Teilnehmer stand dabei nicht ein unmittelbar bevorstehender Wechsel der Kirchengemeinde nach Bayreuth zur Abstimmung. Vielmehr ging es darum, die möglichen Auswirkungen der landeskirchlichen Reformen zu erläutern und den Gemeindemitgliedern eine fundierte Meinungsbildung zu ermöglichen. Die Beratungen verliefen nicht ohne Emotionen. Der Kirchenvorstand räumt selbst ein, dass die Gespräche „teilweise als sehr persönlich“ empfunden wurden. Gleichzeitig bewertet das Gremium den Prozess als „gewinnbringend und identitätsstiftend“. Die intensive Auseinandersetzung mit der eigenen kirchlichen Zugehörigkeit habe das Bewusstsein für die Verbundenheit mit der Kulmregion gestärkt.

Andrea Kuhn. Foto: Wolfgang Hübner

Stimmen aus der Kirchengemeinde

Dekan Thomas Guba könnte den Entscheidungsprozess so einordnen: „Die Strukturreform der Landeskirche lebt vom Dialog. Wichtig war, dass alle Beteiligten die Gelegenheit hatten, sich umfassend zu informieren und ihre Fragen offen anzusprechen. Die Entscheidung des Kirchenvorstands verdient Respekt und zeigt, dass sie sorgfältig und verantwortungsvoll getroffen wurde.“

Im Blick auf ihre Gemeinde sagte Andrea Kühn: „Die vergangenen Monate haben gezeigt, wie eng sich viele Menschen mit ihrer Kirchengemeinde und der Kulmregion verbunden fühlen. Auch wenn die Diskussionen stellenweise emotional waren, haben wir miteinander gesprochen und einander zugehört. Das ist ein wichtiges Fundament für die Zukunft.“

Transparenz in der Entscheidungsfindung

„Unser Ziel war immer größtmögliche Transparenz. Deshalb waren uns der Informationsabend und die Gemeindeversammlung wichtig“, ergänzte Vertrauensmann Stefan Steininger. „Unabhängig vom Ergebnis war entscheidend, dass sich möglichst viele Gemeindeglieder ein eigenes Bild machen konnten.“

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Mit der nun veröffentlichten Entscheidung richtet sich der Blick nach vorn. Der Kirchenvorstand kündigt an, die Zusammenarbeit innerhalb der Kulmregion weiter auszubauen. Wörtlich heißt es, man freue sich darauf, „die Kirchenvorstände der Kulmregion besser kennenzulernen, mit den Gemeinden der Kulmregion zusammenzuarbeiten und sich in der Kulmregion zu vernetzen.“ Zugleich habe der Prozess gezeigt, „dass die Lage am Rand des Dekanats eine Chance sein und es sich lohnen kann, über die Dekanatsgrenzen hinauszuschauen“. Für die evangelische Kirchengemeinde Speichersdorf ist die Debatte damit vorerst abgeschlossen. Im Mittelpunkt stehen soeben wieder die gemeinsame Gemeindearbeit und die weitere Zusammenarbeit mit den Nachbargemeinden der Kulmregion.

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