Gemeinschaft, Austausch und Sinneserfahrungen - Tag der Selbsthilfe trifft Demenzwochen in der Stadtbibliothek Amberg
Gemeinschaft, Austausch und Sinneserfahrungen - Tag der Selbsthilfe trifft Demenzwochen in der Stadtbibliothek Amberg
Zum bundesweiten Tag der Selbsthilfe war die Kontaktstelle für Selbsthilfegruppen der Stadt Amberg am 16. September mit einem Infostand in der Stadtbibliothek zu Gast. Besucherinnen und Besucher informierten sich über die vielfältigen Angebote der Selbsthilfe, bestehende Gruppen und Möglichkeiten zur Gründung neuer Gruppen. Im Laufe des Tages wurde der Infostand zum Treffpunkt verschiedener Akteure aus der Selbsthilfe. Der Verein für pflegende Angehörige, Vertreter der Selbsthilfegruppe „Aktiv und Gemeinsam“ sowie der Gruppe „Herzgesundheit“ waren zeitweise vor Ort. Damit wurde Selbsthilfe nicht nur vorgestellt, sondern auch als gemeinschaftliches Engagement erlebbar.
Am Abend verband sich der Tag der Selbsthilfe mit dem Auftakt der regionalen Angebote im Rahmen der Bayerischen Demenzwochen unter dem Motto „Festhalten, was verbindet“. Gemeinsam mit dem Sozialpsychiatrischen Dienst und der gerontopsychiatrischen Koordinationsstelle der Diakonie SAS gGmbH, dem Gesundheitsamt Amberg-Sulzbach und der Stadtbibliothek Amberg gestaltete die Kontaktstelle die Veranstaltung „Demenz und Sinneserfahrungen“.
Musikalischer Einstieg mit dem Lied „Verinnerung“
Für einen besonderen Einstieg sorgte Katrin Reinprecht vom Sozialpsychiatrischen Dienst mit dem Lied „Verinnerung“ von Maybebop. Auf gefühlvolle Weise wurde darin vermittelt, wie sich die Lebenswelt eines Menschen mit Demenz verändern kann.
Anschließend lasen Frau Benesic vom Gesundheitsamt Amberg und Alfons Wanninger aus der Selbsthilfegruppe Herzgesundheit ausgewählte Texte. Bei der Auswahl wurde auf unterschiedliche Zugänge geachtet: Ein Text von Rainer Maria Rilke dürfte gerade älteren Menschen vertraut sein, bildhafte Texte regten Fantasie und innere Bilder an, kurze Reim- und Mitsprechgedichte luden zum spontanen Mitsprechen ein. Die liebevolle Herbstdekoration und die Texte schufen eine Atmosphäre, die dazu ermutigte, neue Wege im Umgang mit Menschen mit Demenz auszuprobieren. Vertraute Worte und Bilder können Erinnerungen an gemeinsame Erlebnisse, Orte, Lieder oder Gerüche wecken, ohne dass diese unmittelbar abgefragt werden müssen.
Vorlesen als gemeinsames Erleben
„Beim Vorlesen geht es nicht darum, das Textverständnis zu überprüfen“, betonte Kerstin Bauer von der Kontaktstelle für Selbsthilfegruppen. Im Mittelpunkt stünden vielmehr das gemeinsame Erleben, ein verbindendes Gefühl und die Möglichkeit, aus dem Gehörten heraus miteinander ins Gespräch zu kommen.
Nach Austausch und Fragen an die beteiligten Stellen näherte sich Dr. med. Sophie Gebel dem Thema aus fachlicher Perspektive. Sie informierte über verschiedene Demenzformen, den aktuellen Stand der Forschung und Behandlungsmöglichkeiten sowie über Möglichkeiten der Vorbeugung. Dabei betonte sie die Bedeutung von Gesprächen, geselligem Miteinander, Gemeinschaft, Sport und Bewegung als wichtige Anreize für das Gehirn.
Selbsthilfe verbindet: Fazit des Tages
Der Tag zeigte damit unterschiedliche Zugänge zu Selbsthilfe und Demenz – vom persönlichen Austausch über gemeinschaftliches Engagement bis hin zu emotionalen Sinneserfahrungen und fachlichen Informationen. Gemeinschaft kann verbinden und gerade bei schwierigen Themen wichtige Brücken schaffen.
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