Generalsanierte Mehrzweckhalle in Schirmitz feierlich eingeweiht
Generalsanierte Mehrzweckhalle in Schirmitz feierlich eingeweiht
„Gut Ding will Weile haben – sehr gute Dinge brauchen manchmal einfach ein bisschen mehr Zeit.“ So überschrieb Bürgermeister Ernst Lenk während der Einweihungsfeier am Sonntagnachmittag den Umfang und die damit verbundenen Arbeiten zur Generalsanierung der Mehrzweckhalle. Der damit verbundene „Tag der offenen Tür“ zeige, was der Gemeinde Schirmitz eine besondere Note verleihe: Zusammenhalt, Engagement und ein unglaublich aktives Vereinsleben.
Generalsanierung und Geschichte der Schirmitzer Mehrzweckhalle
„Die Mehrzweckhalle hat eine eigene Geschichte und ist zugleich ein Haus mit Zukunft“ – mit dieser so zutreffenden Einschätzung blickte Bürgermeister Ernst Lenk auf den einstigen Bau der Mehrzweckhalle zurück. In den Jahren 1976/1977 wurde mit dem Bau der Mehrzweckhalle begonnen, die dann am 13. Oktober 1979 mit einem Liederabend des Männergesangvereins Frohsinn eröffnet wurde.
Das Schirmitzer Gemeindeoberhaupt verband diesen Rückblick mit der Einweihungsfeier des Tages. Und auch an diesem Sonntagnachmittag eröffnete der Männergesangverein Frohsinn wieder dieses Ereignis. Bürgermeister Ernst Lenk verzichtete darauf, auf die Anstrengungen und immer wieder auftretenden Probleme während der mehrjährigen Generalsanierung zurückzublicken. Er drückte vielmehr in Kürze aus, was die Mehrzweckhalle für die Gemeinde Schirmitz und die Vereine bedeutet: eine Halle für alles – und eine Halle für alle. Deshalb dient die Halle weiterhin dem Turnunterricht der Grundschule, ist Heimat für den vielschichtigen Vereinssport und Veranstaltungsstätte für große und kleine Feste.
Um dieses breit gefächerte Angebot anbieten zu können und zugleich den Anforderungen aller Nutzer der Halle gerecht zu werden, sei der Weg dieser Generalsanierung alles andere als einfach gewesen, betonte Bürgermeister Ernst Lenk. Unterm Strich seien bei der Generalsanierung nur die Grundmauern erhalten worden. Alles andere, vom Dach bis zum Keller, ist neu. Zudem hat der eigens angeschaffte Schutzboden seine Notwendigkeit gezeigt und die Premiere mit „sehr gut“ bestanden – angesichts des großen Besucheransturms dieser Einweihungsfeier sowie kommender Veranstaltungen.
Herausforderungen und Planung seit 2019
Das Schirmitzer Gemeindeoberhaupt räumte ein, dass beim Beginn der Planungen im Jahr 2019 niemand, auch nur ansatzweise, geahnt habe, was auf die Gemeinde zukomme. „Keiner hat vorhergesehen, wie anstrengend und nervenaufreibend die Generalsanierung werden würde.“ Detailliert beschrieb Ernst Lenk das „Mammutprojekt“ der Gemeinde, die zeitweise noch drei andere Großbaustellen zu bewältigen hatte: das Baugebiet „Im Gwend“, die Erweiterung des Kindergartens und die Kanalerneuerung im Schulweg. Allein die Beschreibung und Auflistung der immer wieder neu hinzukommenden Probleme machte selbst einem bautechnischen Laien deutlich, dass Geduld und Ausdauer sowie vor allem viele Fachgespräche notwendig waren. Letzteres untermauerte der Bürgermeister mit dem Hinweis auf 86 Besprechungen seit dem Baubeginn im Herbst 2023. Diesem Baustart ging der Rückbau in der Halle voraus, der allein schon vier Monate dauerte.
Kosten und Finanzierung
Bürgermeister Ernst Lenk spricht auch die Sanierungskosten an, die sich auf rund 3,5 Millionen Euro belaufen. Nach der Förderung aus zwei Fördertöpfen habe die Gemeinde Schirmitz aus eigener Tasche rund 2,4 Millionen Euro bezahlen müssen. Dazu kommt noch der Aufwand für den Kanalbau vom Feuerwehrhaus unter dem Zwischenbau zwischen Schule und Halle hindurch bis zum ehemaligen Festplatz. Diese Maßnahme kostete die Gemeinde nach Aussage des Bürgermeisters nochmals eine Million Euro, wobei hier noch Fördermittel gewährt werden, deren Höhe aber noch nicht bekannt ist. Insgesamt musste die Gemeinde Schirmitz also 3,5 Millionen Euro aufwenden.
Dank an Gemeinderat, Schulen und Vereine
„Das ist viel Geld, aber es ist eine Investition in Generationen – in unsere Kinder, unsere Vereine, in unsere Gesellschaft, in unsere Zukunft“, verband Bürgermeister Ernst Lenk mit einem großen Dankeschön an den Gemeinderat, vor allem an den zweiten Bürgermeister Josef Robl, an die Verwaltung, an den Bauhof, der mit der nahezu kompletten Übernahme des Rückbaus der Gemeinde enorme Kosten erspart hat, an den Schulhausmeister Thomas Lindner und an das Architekturbüro Rainer Pichl und Thomas Gleißner für die Planung und Bauleitung sowie an die Fachplaner Christian Flessa und Michael Birner für die Gebäudetechnik. Sein Dank ging aber auch an die Grundschule und deren Leiterin Tanja Frischholz, stellvertretend für alle Lehrkräfte und Schülerinnen und Schüler, die zweieinhalb Jahre mit Spaziergängen, Ausweichhallen, Schwimmunterricht und insgesamt mit viel Improvisation ohne Turnhalle zurechtkommen mussten. In diesen Dank schloss das Schirmitzer Gemeindeoberhaupt auch seine Bürgermeisterkollegen Markus Ziegler, Bechtsrieth, und Dietmar Schaller, Pirk, mit ein, die ihre Turnhallen den Kindern der Schirmitzer Grundschule für ihren Turnunterricht überlassen hatten. Ernst Lenk sprach auch die Vereine an, die in der Einweihungsfeier mit Infoständen ihre Angebote präsentieren und damit zeigen, „wie lebendig“ Schirmitz ist. „Mitgliedsanträge gibt’s heute ganz unverbindlich“, meinte Ernst Lenk mit fast spaßigem Unterton. Ausdrücklich hob Bürgermeister Ernst Lenk die positive Einbindung der Zukunftswerkstatt hervor, deren Leiterin Conny Hofmann die großartige Idee hatte, die Einweihung mit den Vereinsvorstellungen zu verbinden.
Architektur, Technik und Sicherheit
Architekt Rainer Pichl, einst Schüler in der früheren Volksschule Schirmitz, eingeschult im Jahr 1968, erinnerte sich noch gut, dass der Turnunterricht in einer „Vorgängerhalle“ stattfand, von der Teile im Zuge der Sanierung wiederentdeckt wurden. Die Mehrzweckhalle mit ihren verschiedensten Nutzungen musste nach 45 Jahren grundlegende Änderungen erfahren, betonte der Architekt. Die technische Ausstattung der Halle sei in keinem Fall mehr ausreichend gewesen, die Heizungs- und Belüftungsanlage habe nicht mehr den gesetzlich vorgeschriebenen Anforderungen entsprochen. Angesichts einer Vielzahl weiterer Mängel im Heizungs- und Sanitärbereich habe sich die Gemeinde Schirmitz für eine Generalsanierung entschieden. Das Raumkonzept sei trotz möglicher Vergleiche mit dem vorherigen Zustand vollständig umgesetzt worden. Vor allem seien die Rettungswege dem Bedarf angepasst worden. „Eine Maßnahme, die nicht zuletzt durch das Brandereignis in Crans-Montana eine aktuelle Bestätigung erfahren hat“, sagte Rainer Pichl. Ausdrücklich hob der Architekt den mit der Sanierung möglich gewordenen deutlich rückläufigen Energiebedarf der Halle hervor.
Segnung und musikalischer Rahmen
Pfarrer Thomas Stohldreier brach in seiner Ansprache eine Lanze für die neue Mehrzweckhalle, die allein schon beim Betreten ein heimisches Gefühl vermittle, was ein Zeichen für eine gelungene Grundsanierung sei. Die Planungszeit und die Umsetzung des Vorhabens zeigten, mit welcher Liebe und Hingabe an dieses Projekt herangegangen worden sei. In die Einweihung der Mehrzweckhalle sei der Dank an alle eingeschlossen, die mit ihrer Arbeit und ihrem Einsatz für ein „so wunderschönes“ Gebäude gesorgt hätten, das wieder zum Zentrum der Gemeinde werde. „Dieses Ortszentrum hat uns die letzten drei Jahre etwas gefehlt.“ Dann sprach der Geistliche vorausgegangene Worte des Bürgermeisters an, der sinngemäß gesagt habe, dass der „Geist der Freude und der Gemeinschaft“ von diesem Gebäude für die gesamte Gemeinde ausgehe. Anschließend sprach Pfarrer Thomas Stohldreier die Segensworte: „Segne unsere Mehrzweckhalle, segne alle, die sie nutzen, mit gegenseitiger Achtung und Hilfsbereitschaft, bewahre uns vor Schaden und Gefahr, schenke uns Gesundheit und Freude, darum bitten wir durch Christus unseren Herrn.“
Der Männergesangverein Frohsinn unter Leitung von Wolfgang Ziegler und die „NEW Voices“ unter Leitung von Jakob Fritz erfreuten die Besucher mit Liedbeiträgen.



















