Großer Artenschutztag zieht viele Interessierte nach Falkenberg
Großer Artenschutztag zieht viele Interessierte nach Falkenberg
Der erste große Artenschutztag der Region ist am vergangenen Samstag rund um die Burg Falkenberg auf großes Interesse gestoßen. Rund 60 Teilnehmerinnen und Teilnehmer nahmen an den vier vollständig ausgebuchten Fachexkursionen teil. Zum abschließenden Abendvortrag des Evolutionsbiologen und Buchautors Prof. Dr. Matthias Glaubrecht kamen rund 100 Zuhörer in den voll besetzten Brauhaussaal. Einen ganzen Tag lang standen die biologische Vielfalt des Steinwaldes und ihre Bedeutung für den Natur- und Artenschutz im Mittelpunkt.
Großes Interesse am Artenschutztag in Falkenberg
Der Steinwald gehört zu den vielfältigsten Naturräumen Nordbayerns. Alte Wälder, Blockhalden, klare Bäche und weitere besondere Lebensräume bieten zahlreichen spezialisierten Arten eine Heimat – vom Habichtskauz über Pilze bis hin zu seltenen Gewässerorganismen. Gleichzeitig verändern sich Lebensräume und viele Arten werden seltener.
Expertenwissen direkt vor Ort
Die vier Fachexkursionen führten in unterschiedliche Lebensräume und beschäftigten sich mit aktuellen Fragen des Natur- und Artenschutzes. Ausgewiesene Fachleute aus Wissenschaft und Praxis vermittelten dabei aktuelle Erkenntnisse unmittelbar vor Ort. Die Themen reichten von der Bedeutung der Pilze für Ökosysteme und dem Einsatz von Rindern und Wasserbüffeln zur Entwicklung artenreicher Lebensräume über die Waldbiodiversität bis zur Bedeutung von Flüssen und Bächen für die Artenvielfalt. Mit dabei waren unter anderem Prof. Dr. Claus Bässler, Dipl.-Agraringenieur Hans-Hinrich Huss, Claudia Fuchs, Prof. Dr. Jörg Müller, Eberhard Freiherr von Gemmingen-Hornberg, Prof. Dr. Jürgen Geist, Dr. Rebecca Höß und Marie von Wesendonk.
Die Teilnehmer konnten mit den Referentinnen und Referenten direkt ins Gespräch kommen. Hochschulwissen und Erfahrungen aus der praktischen Naturschutzarbeit wurden dabei miteinander verbunden. Die vollständige Ausbuchung der Exkursionen zeigte das große Interesse an diesem fachlichen Angebot.
Rahmenprogramm und Familienangebote
Parallel gab es rund um die Burg von 11 bis 18 Uhr ein kostenloses Rahmen- und Familienprogramm. Naturschutzorganisationen, Naturparke und Fachinstitutionen aus der Region informierten über ihre Arbeit und den Natur- und Artenschutz. Dazu kamen Gespräche mit Fachleuten, Mitmachangebote für Familien und ein ganztägiges Kinderprogramm.
Die Informationsstände und das Familienprogramm wurden allerdings weniger stark besucht als die Fachexkursionen und der Abendvortrag. Bei einer möglichen Wiederholung wollen die Verantwortlichen deshalb prüfen, wie insbesondere die kostenlosen Informationsangebote für Kinder künftig noch besser kommuniziert werden können.
Abendvortrag und Bilanz
Höhepunkt des Tages war der Abendvortrag von Prof. Dr. Matthias Glaubrecht von der Universität Hamburg. Der Evolutionsbiologe und Buchautor sprach über das stille Verschwinden der biologischen Vielfalt und darüber, warum der Schutz der Arten heute wichtiger denn je ist. Auch in der medialen Wahrnehmung bleibt der Rückgang der Arten hinter dem Klimawandel zurück. Rund 100 Zuhörer verfolgten den bemerkenswerten Vortrag im voll besetzten Brauhaussaal. Im Anschluss diskutierten die Teilnehmer über die Zukunft des Artenschutzes.
Veranstaltet wurde der große Artenschutztag vom Verein für Landschaftspflege, Artenschutz und Biodiversität (VLAB), dem Naturpark Steinwald und der Steinwald-Allianz. Veranstaltungsort war die Burg Falkenberg mit dem dortigen Veranstaltungs- und Tagungszentrum sowie den umliegenden Exkursionsgebieten.
Der erste Artenschutztag in der Region endete mit einer positiven Bilanz. Die Verantwortlichen nehmen zugleich konkrete Erfahrungen für eine mögliche Fortsetzung mit – insbesondere bei der Kommunikation des Informations- und Familienprogramms.
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