Johanniter geben Tipps für Stromausfälle in Ostbayern

Johanniter geben Tipps für Stromausfälle in Ostbayern
Auch in Deutschland sind die Menschen nicht sicher vor Stromausfällen. In Krisenzeiten wie bei Naturkatastrophen, Pandemien oder technischen Störungen kann die Stromversorgung plötzlich ausfallen. Wie kann man sich dagegen vorbereiten?
Ursachen und Folgen eines Stromausfalls
Was alles bei der Unterbrechung der Stromversorgung nicht mehr möglich ist, wird einem meistens erst dann bewusst: warmes Wasser, Herd, Heizung oder auch Licht, Kühlschrank und Wasserkocher sind nicht mehr einsetzbar. Stromleitungen können zum Beispiel bei einem Unfall, durch Fehler bei Bauarbeiten, aber auch bei heftigen Stürmen, Hochwasser, starken Schneefällen oder Lawinen zu Schaden kommen. Es kann auch vorkommen, dass die Stromversorgung absichtlich gestört wird – durch Sabotage oder Cyberangriffe auf die IT-Systeme von Stromversorgern. In der Regel werden Stromausfälle in wenigen Stunden behoben. In Notsituationen mit großflächigen Schäden kann eine Unterbrechung durchaus auch einmal Tage dauern, bis der Strom wieder verfügbar ist.
Wenn die Heizung kalt bleibt
Wer einen Kamin oder Ofen zu Hause hat, ist bei einem Ausfall der Heizung gut dran. Dabei sollte beachtet werden, genügend Heizmaterial vorrätig zu haben. Ansonsten helfen Decken und warme Kleidung bei Kälte. Dabei sollte man sich möglichst nur in einem Raum aufhalten und die Türen geschlossen halten, um die Wärme nicht entweichen zu lassen. Trotzdem sollte regelmäßig gelüftet werden. Wenn als alternative Lichtquelle Kerzen verwendet werden, ist zum Beispiel die Sauerstofferneuerung wichtig.
Kochen ohne Strom
Mit Hilfe eines Campingkochers können kleinere Mahlzeiten zubereitet werden. Hier muss darauf geachtet werden, diesen wegen Brandgefahr und Schadstoffbelastung nicht in geschlossenen Räumen zu verwenden. Ein Vorrat an Lebensmitteldosen ist hier besonders hilfreich. Ein Grill, der mit Holzkohle oder Gas betrieben wird, sollte auf keinen Fall in der Wohnung oder im Haus betrieben werden. Es besteht sonst Erstickungsgefahr. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) hat zudem ein Buch veröffentlicht, das sich dem Thema Kochen ohne Strom widmet.
„Man sollte bei seiner Vorratshaltung neben Lebensmittelkonserven unbedingt auch an haltbare Lebensmittel denken, die kalt verzehrt werden können“, sagt Andreas Kramer, der bei den Johannitern in Ostbayern für den Bevölkerungsschutz zuständig ist. „Und aufgetaute Gerichte aus dem Tiefkühlfach, das auch nicht mehr mit Strom versorgt wird, sind nur begrenzt genießbar.“ Der Kühlschrank sollte nur geöffnet werden, wenn nötig. Zudem können Eisbeutel die Kühldauer verlängern. Daher ist es hilfreich, auch diese entsprechend zu bevorraten.
Vorräte und Ausrüstung für den Notfall
Auch an ausreichend Trinkwasser sollte gedacht werden. „Bei einem Stromausfall könnte auch mal das Wasser aus den Leitungen ausbleiben“, ergänzt Kramer. „Pro Person sollten mindestens zwei Liter Wasser pro Tag für drei Tage, wenn möglich jedoch für zehn Tage, zu Hause gelagert werden. Doch ganz klar: alles ist besser als nichts!“ Und dabei auch an einen Vorrat Wasser zum Waschen oder für die Toilettenspülung denken. Bargeld und eine gut gefüllte Haushaltsapotheke sind ebenfalls unabdingbar. Hilfreich sind zudem eine Taschenlampe sowie ein batteriebetriebenes Radio oder ein Kurbelradio.
Weitere Informationen bietet auch das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) in seinem „Ratgeber für Notfallvorsorge und richtiges Handeln in Notsituationen“ und im Internet. Zum Thema „Erste Hilfe mit Selbstschutzinhalten“ bieten die Johanniter auch ein kostenloses E-Learning an.
Die Johanniter in Ostbayern
Der Regionalverband Ostbayern ist Teil der Johanniter-Unfall-Hilfe. Mit über 1.900 hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern an mehreren Standorten und Einrichtungen bieten die Johanniter zahlreiche soziale Dienstleistungen für die Menschen in der Region. Mit Kinder- und Jugendbetreuung, Hausnotruf, ambulanter Pflege, Menüservice, Ausbildung in Erster Hilfe, Patientenfahrdienst, Rettungsdienst, Tagespflege und vielen weiteren Angeboten sind die Johanniter in Ostbayern für die Menschen da. Dazu betreiben die Johanniter das Inklusionshotel INCLUDiO in Regensburg und sind mit dem Johannes-Hospiz in Pentling und dem Bruder-Gerhard-Hospiz in Schwandorf auch in der Hospizarbeit tätig. Insgesamt 600 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer engagieren sich in den sechs Johanniter-Ortsverbänden in Großköllnbach, Kelheim, Landshut, Regensburg, Schwandorf und Schwarzenfeld im Rettungsdienst, im Sanitätsdienst, in der Krisenintervention, in den Rettungshundestaffeln, bei den Hunden im Therapieeinsatz, in der Johanniter-Jugend und vielen weiteren Einsatzgebieten für die Menschen.




