Kappl-Müller-Familientreffen 2026
Im Mittelpunkt standen die Nachfahren von August Müller, dem „Kappl Gust“, und seiner Ehefrau Eleonore, genannt „Lore“, die einst im Waldthurner Schloßgraben zu Hause waren. Fotos: Franz Völkl und Jutta Steiner
Kappl-Müller-Familientreffen 2026
84 Nachfahren der Familie Müller trafen sich in Waldthurn
Die beiden hatten acht Kinder
- Sepp, Anne („Kappl Anne“), Hans, Gustav, Max („Kappl Max/Minasch“), die Zwillinge Alois und Lude („Kappl Lude“) sowie Maria („Siffert Mare“) –
und legten damit den Grundstein für eine weit verzweigte Familie.
Kunstwerke gegen Heimweih
Die Kinder blieben – mit einer Ausnahme – eng mit ihrer Heimat verbunden. Sie lebten in Waldthurn, Weiden und Altenstadt/WN. Nur Sepp zog als Kaminkehrermeister nach Laufen in Oberbayern, wo er gemeinsam mit seiner Frau Liane eine Familie gründete. Doch auch in Oberbayern blieb das Heimweh nach Waldthurn groß. Seine Verbundenheit mit der alten Heimat brachte der „Kappl Sepp“ auf ganz besondere Weise zum Ausdruck. Er fertigte in mühevoller Kleinarbeit Miniaturausgaben von Häusern und Kirchen seiner Heimatgemeinde. Die kleinen Kunstwerke sind heute im Waldthurner Heimatmuseum zu bewundern und erinnern an das handwerkliche Geschick und die enge Verbundenheit des Waldthurners mit seiner Heimat.
Heute lebt von der „Kappl – Kindern“ leider nur noch Alois. Sieben der Geschwister sind inzwischen verstorben. Besonders früh wurde die Familie durch den Tod von Hans getroffen, der bereits 1973 im Alter von nur 40 Jahren starb.
„Wir dürfen uns nicht nur zu Beerdigungen treffen“
Den entscheidenden Anstoß für das große Familientreffen gab Cousin Martin Müller, ein Sohn von Alois Müller. Bei der Beerdigung der Kappl Anne (Anna Müller) im Mai 2026 kam der Gedanke auf, dass die Verwandtschaft sich nicht immer nur aus traurigem Anlass begegnen sollte.
„Wir dürfen uns nicht nur zu Beerdigungen treffen, sondern sollten unsere Baseln und Vetter auch außerhalb solcher traurigen Anlässe wieder einmal sehen“, lautete der Gedanke. Gesagt, getan.
Vier organisieren
Jutta Steiner aus Lennesrieth, ihre Schwester Lisa Kraus sowie Luzia Mäckl aus Waldthurn und Gudrun Schönberger vom Lennesriether Haselranken nahmen die Organisation in die Hand. Mit viel Engagement stellten sie ein abwechslungsreiches Programm auf die Beine, das bei den Familienmitgliedern auf Anhieb großen Anklang fand. Cousinen und Cousins, Kinder und Enkelkinder sagten begeistert zu. So entwickelte sich aus einer spontanen Idee innerhalb weniger Monate ein großes Wiedersehen der Generationen.
88-jähriger Alois als ältester „Kappl“-Onkel dabei
Besonders groß war die Freude über die Teilnahme von Alois Müller („Kappl Alois“) und seiner Ehefrau Berta. Der 88-Jährige ist der einzige noch lebende „Kappl“-Onkel und konnte das Familientreffen bei bester Gesundheit miterleben.
Für viele Familienmitglieder war es deshalb ein besonderer Moment, gemeinsam mit ihm am Familientreffen teilzunehmen. Dass Alois dabei nicht nur zuschaute, sondern bis spät am Abend mitten im Geschehen war, wurde zu einem der schönsten Bilder des Tages.
Gemeinsam zum Gottesdienst
Der gemeinsame Tag begann mit einem würdigen Moment. Zunächst versammelte sich die Familie am Waldthurner Friedhof, um der verstorbenen Familienangehörigen zu gedenken. Anschließend zog die große Familiengemeinschaft in die Pfarrkirche St. Sebastian in Waldthurn ein. Pfarrer Norbert Götz zelebrierte eine eigens für das Familientreffen gestaltete Messe.
Musikalisch wurde der Gottesdienst von Sängerinnen und Sängern sowie Bläsern aus den eigenen Reihen begleitet.
Vom Gotteshaus ins Lobkowitzschloss
Nach dem Gottesdienst wechselte die große Familienrunde vom Gotteshaus in das ehrwürdige und frisch renovierte Waldthurner Lobkowitzschloss.
Dort wurde zunächst zum großen Familienfoto Aufstellung genommen. Jung und Alt, Cousinen und Cousins, Kinder und Enkelkinder reihten sich ein – ein eindrucksvolles Bild, das die Größe und Vielfalt der heutigen „Kappl“-Familie sichtbar machte.
Anschließend begann der gemütliche Teil des Familientages.
Bei selbst gebackenen Torten und Kuchen, einem Abendessenbuffet vom Fünferl in Waidhaus, Musik und vielen Gesprächen verging die Zeit wie im Flug. Auch die Jüngsten der Familie standen dabei immer wieder im Mittelpunkt.
Zwei „Hulzstoussboum“ sorgten für Stimmung
Für den passenden musikalischen Rahmen sorgten zwei Kappl – Urenkel Jonas Kraus aus Waldthurn und der Lennesriether Max Steiner.
Eine Woche zuvor waren die beiden noch als „Hulzstoussboum“ auf dem Münchner Oktoberfest unterwegs gewesen.
Jonas griff in die Tasten, während Max mit seiner Tuba für die zünftigen Töne sorgte. Die beiden Musiker bewiesen dabei einmal mehr, dass musikalisches Talent offenbar ebenfalls in der Familie liegt.
Die Musik blieb nicht lange bloße Begleitung. Schon bald wurde gesungen, gelacht und gefeiert. Und auch das eine oder andere Tänzchen durfte natürlich nicht fehlen.
Ein Besuch bei den „Häusern vom Kappl Sepp“
Zum Familienprogramm gehörte außerdem ein Besuch im Waldthurner Heimatmuseum, das direkt in der Nachbarschaft des Lobkowitzschlosses liegt.
Für die auswärtigen Familienmitglieder war dies ein besonderer Programmpunkt. Schließlich sind dort die berühmten Miniaturkunstwerke von Kappl Sepp aus Laufen zu sehen
Die kleinen Nachbildungen von Häusern und Kirchen aus Waldthurn zeigen eindrucksvoll, wie eng der nach Oberbayern gezogene Kaminkehrermeister seiner alten Heimat verbunden blieb.
Das „Kappl-Talent“ des Cousins Sepp
Auch Cousin Sepp Müller aus Laufen trug zur guten Stimmung bei. Offenbar hat auch er ein besonderes „Kappl-Talent“ geerbt. Viele Jahre war er im Berchtesgadener Land als traditioneller Hochzeitslader tätig.
Mit seiner humorvollen und unterhaltsamen Art sorgte er auch beim Familientreffen für zahlreiche Lacher. Zwischendurch zeigte Sepp, dass er nicht nur erzählen, sondern auch tanzen kann. Auf einem der Bilder schwingt er gemeinsam mit Annelie das Tanzbein.
Lachen, Geschichten und ein Tänzchen mit dem Onkel
Gefeiert wurde bis tief in die Nacht. Ein besonderer Höhepunkt auf der Tanzfläche war dabei der 88-jährige Alois Müller, der gemeinsam mit der erst neunjährigen Antonia aus Oberbayern das Tanzbein schwang.
Eine Familie, viele Orte – und gemeinsame Wurzeln
Das Familientreffen machte eindrucksvoll sichtbar, wie weit sich die Nachfahren von August und Eleonore Müller inzwischen verzweigt haben. Manche leben noch in Waldthurn und der näheren Umgebung, andere in Weiden und Altenstadt, wieder andere in Oberbayern, Franken oder Österreich.
Doch trotz der unterschiedlichen Wohnorte verbindet die Nachfahren von August und Eleonore Müller die gemeinsamen Wurzeln am Waldthurner Schloßgraben und die Geschichte der Familie „Kappl“.


















